Faltrad & ÖV: optimal kombiniert

Wer sein Fahrrad im ÖV mitnehmen will stößt schnell an Grenzen, die sich mit einem klein zusammenlegbaren Faltrad im „Handgepäck“ umgehen lassen.

Der Einzugsbereich von ÖPNV Haltestellen wird durch das Fahrrad – im Vergleich zum Gehen – wesentlich erweitert, und die notwendigen Parkflächen im Vergleich für „Bike & Ride“ im Vergleich zum „Park & Ride“ wesentlich reduziert.

Wer sein Fahrrad in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen will, stößt jedoch schnell auf Grenzen - oder zumindest Hürden wie der Reservierungspflicht im Fernverkehr oder fehlenden Abstellplätzen. Die Fahrradmitnahme in Bussen und Straßenbahnen ist in Österreich meist nur in Ausnahmefällen und/oder nach Voranmeldung möglich.

Mitnahme des Fahrrads als „Gepäckstück“

Mit einem Faltrad gestaltet sich die Fahrradmitnahme weitaus einfacher, da es klein zusammengelegt, als Gepäckstück in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden kann. In den Beförderungsbestimmungen heimischer ÖPNV-Anbieter findet sich zum Thema „Faltrad“ noch sehr wenig Konkretes – was andererseits auch viele Möglichkeiten offen hält.

Bei der Deutschen Bahn können Falträder  seit 2007 in allen Zügen, auch im ICE, im zusammengeklappten Zustand kostenlos als Handgepäck mitgenommen werden, sofern diese "unter bzw. über dem Sitz sicher verstaut werden können". Falträder müssen seit Sommer 2007 nicht mehr verpackt sein.

Sehr konkrete Angaben haben z.B. Verkehrsbetriebe in Singapur, Kriterium für die Mitnahme ist eine maximale Abmessung des gefalteten Fahrrads von 114 x 64 x36 cm, im Australischen Victoria betragen die Maximalmaße 82 x 69 x 39cm.

Verkehrsverbünde haben Potenzial erkannt

Dass die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Nahverkehr und Radfahrern Vorteile für beide Seiten bringen kann, haben bereits mehrere Verkehrsverbünde auch in Deutschland erkannt und bieten ihren KundInnen ein Gesamtpaket von Faltrad, ÖV-Jahreskarte, gratis Erstinspektion und ADFC-Mitgliedschaft an bzw. bieten das Faltrad für Zeitkartenbesitzer bei örtlichen Händlern zu einem ermäßigten Preis an. Das 2012 in München gestartete ÖV-Kooperationsprojekt des Faltrad-Herstellers Tern umfasst bis heute bereits 10 Partnerstädte in ganz Deutschland. In Österreich gibt es noch Potential, die Angebote für fahrradfahrende ÖV KundInnen auszubauen.

Veröffentlicht am 22.11.2017