Strombasierte Brennstoffe - eine mögliche Alternative?

Können synthetisch hergestellte Kraftstoffe eine Lösung der Verkehrswende hin zu Erneuerbaren sein? Agora Verkehrswende und Agora Energiewende legen dazu eine Studie zu Einsatzmöglichkeiten und Kosten von aus erneuerbarem Strom produzierten Kraftstoffen und Gasen vor.

Synthetische Brennstoffe werden aus elektrischer Energie erzeugt. Hierzu wird mittels Elektrolyse zunächst Wasserstoff und anschließend durch Hinzufügen von Kohlenstoffmolekülen Methan oder flüssiger Kraftstoff produziert. Im Vergleich zur direkten Stromnutzung liegt der Vorteil synthetischer Brennstoffe in ihrer hohen Energiedichte, ihrer guten Speicherbarkeit und der zum Teil bereits vorhandenen Verteil-Infrastruktur.

Laut den Studienautoren ist die Verwendung synthetischer Kraftstoffe aus Erneuerbarer Energie eine unverzichtbare Maßnahme in Richtung Dekarbonisierung, aus folgenden Gründen aber nicht als alleinige Lösung tauglich:

  • Hohe Kosten: Der in Deutschland kurz- und mittelfristig anfallende Überschussstrom von Solar- und Windparks bietet laut der Studie rein mengenmäßig keine ausreichende Basis für den wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen zur Erzeugung synthetischer Brennstoffe. Vielmehr muss der Strom dafür in eigens errichteten Anlagen erzeugt werden. Eine Kilowattstunde wird daher rund fünfmal so teuer wie beispielsweise fossiler Dieselkraftstoff sein.

 

  • Hohe Umwandlungsverluste: Durch Verluste bei der Produktion und im Verbrennungsmotor können von ursprünglich 100 Kilowattstunden Strom beispielsweise in einem Verbrenner-Pkw nur 13 Kilowattstunden unmittelbar für die Fortbewegung verwendet werden.

Agora Verkehrswende empfiehlt aufgrund der Ergebnisse, synthetische Brennstoffe nur sehr gezielt einzusetzen - dort, wo sie wirklich Vorteile bringen: vor allem als Ersatz für Kerosin im Flugverkehr sowie im Schiffsverkehr, bei chemischen Grundstoffen und für Hoch-temperaturwärme.

Wo Strom direkt genutzt werden kann, etwa im Gebäudesektor oder bei Elektromobilität, sollte er auch direkt genutzt werden und nicht über „Umwege“ in den Tank gelangen. Denn das wird immer günstiger und effizienter sein als die Nutzung synthetischer Brennstoffe.

Veröffentlicht am 19.02.2018