Potentiale virtueller Mobilität

Mit den Potentialen virtueller Mobilität hat sich das Projekt PoviMob beschäftigt, in dem auch Rahmen und Maßnahmen für eine bestmögliche Verknüpfung virtueller und physischer Mobilität untersucht wurden. Die Ergebnisse liegen nun als Endbericht vor.

Mobilität zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen und hat die Entwicklung unserer heutigen Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme maßgeblich geprägt. Mobilität in Form von Bewegung von Personen und Gütern verursacht aber Verkehr, der erhebliche ökologische und ökonomische Auswirkungen zur Folge hat. Eine potentielle Möglichkeit, physisches Verkehrsaufkommen zu verringern und gleichzeitig die gewünschte Mobilität zu gewährleisten liegt in der Intensivierung virtueller Mobilität.

Virtuelle Mobilität: Ein Weg zur Verkehrsvermeidung?

Die Möglichkeit, virtuell mobil zu sein, ergibt sich als Folge der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche. Dabei sind Homeoffice, Tele-Conferencing und Onlineshopping drei Formen der virtuellen Mobilität mit den größten physischen Auswirkungen. Und damit auch zu positiven ökologischen Änderungen. Durch die Corona-Krise haben sich die Rahmenbedingungen in kurzer Zeit enorm verändert. Zu Projektbeginn im Juli 2019 war das in keinster Weise vorhersehbar. Folgede Entwicklungen konnten aber eruiert werden, die nun beschleunigt wurden:

  • Home-Office hat ein hohes Potential: das Arbeitszeitmodell geht in Richtung 2- Tage Homeoffice pro Woche
  • Rund ein Drittel der bisherigen Konferenzen und Meetings könnte in Zukunft wird zukünftig virtuell stattfinden
  • Der Anteil des Online-shoppings wird sich in den nächsten 10-20 Jahren um ein Drittel erhöhen

Home-Office hat hohes Potential, dieses wird jedoch durch Rebound-Effekte erheblich geschmälert werden: Entfallene Arbeitswege werden werden durch eine Zunahme an Pkw-Freizeitmobilität wieder kompensiert. Und Online-Shopping hat zudem einen deutlichen Anstieg der Fahrleistungen im Lieferverkehr zur Folge.

Konsequenzen für zukünftige Planungen

Damit sich ein positiver Umwelteffekt durch virtuelle Mobilität ergibt, ist es notwendig, durch entsprechende Maßnahmen die Reboundeffekte möglichst gering zu halten bzw. zu beseitigen. Exemplarisch dafür könnte zum Beispiel der Freizeitverkehr reduziert werden, indem Aktive Mobilität im Wohnumfeld attraktiviert wird (für Home-Office) und im Bereich Güterlogistik die Zustelldienste und Lieferservices – insbesondere auf der letzten Meile -  mit Fahrradlogistik und Abholstationen in Fahrraddistanz möglichst klimaneutral abgewickelt werden. Die „Stadt der kurzen Wege“ ist auch bei und trotz virtueller Mobilität das Konzept der Zukunft.

Veröffentlicht am 27.01.2021