Förderung klimaaktiv mobil - regionale Radnetzausbauprogramme

Im Bereich Aktiver Mobilität gibt es heuer einen neuen Förderschwerpunkt, regionale mehrjährige Radnetzausbauprogramme. Diese stellen wichtige Verbindungen zwischen bestehenden, lokalen Radinfrastruktureinrichtungen dar. Der Fokus für regionale und überörtliche Radnetzausbauten liegt hierbei bei der Umgestaltung des öffentlichen Raums für die Aktive Mobilität, vorwiegend für den Radverkehr.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Investitionen in überregionale Radverkehrsinfrastruktur im Hinblick auf die Schaffung wichtiger Verbindungen von lokalen Zentren.

In weiterer Folge soll dadurch das Ziel der Bundesregierung zur Erhöhung des Radverkehrsanteils in der Verkehrsmittelwahl der österreichischen Bevölkerung erreicht bzw. unterstützt werden.

Die förderungsfähigen Kosten setzen sich zusammen aus den Kosten für die Anlage, Planung und Montage. Betriebskosten sind für 5 Jahre nach Umsetzungsbeginn förderbar.

Eigenschaften eines regionalen Radnetzausbauprogramms

  • gemeinsame regionale bzw. überörtliche Planung mehrerer Gemeinden, eines Bezirkes oder Bundeslandes
  • Ausformulierung quantitativer und qualitativer Ziele
  • Darstellung der Messbarkeit des Erreichungsgrads der definierten Ziele
  • Planung hat sich an übergeordneten Planungen zu orientieren und mit übergeordneter Planungsebene abzustimmen
  • Planungshorizont von mind. 3 Jahren 

Folgende Maßnahmen müssen sich in der Planung wiederfinden:

  • Radverkehrsinfrastruktur (selbstständige/straßenbegleitende Radwege, Radfahrstreifen, Fahrradstraßen) inkl. Brücken, Unterführungen, Tunnel und andere Kunstbauten
  • Radabstellanlagen auch mit E-Ladepunkten in Verbindung mit Errichtung von Radwegen
  • Errichtung von bike & ride Systemen an Haltestellen für den Umstieg innerhalb des Umweltverbundes
  • Dauerzählstellen (Daten sind öffentlich zugänglich auf www.data.gv.at einzutragen)
  • Bauliche Maßnahmen (z.B. Duschanlagen, Umkleideräume)
  • Bauliche Maßnahmen für Verleihsysteme in Verbindung mit der Errichtung von Radwegen
  • Wegweisung und Informationssysteme, Leiteinrichtungen und Bodenmarkierungen
  • Beleuchtung (Ausführung mit warmem Licht, LED, "Full-Cut-Off-Leuchten", Leuchtpunkthöhe < 2 Meter, dichtes Leuchtengehäuse mit Bewegungsmelder)
  • Baumpflanzungen entlang von Radinfrastruktur, vorwiegend zur Beschattung, wenn diese eine Attraktivierung der Radinfrastruktur schafft.

Förderhöhe

Der Basisfördersatz für bauliche Maßnahmen als Netzausbauprogramm für zwei bis maximal drei Jahre beträgt 40%. Zuschlagsmöglichkeiten von 10% sind durch folgende Punkte möglich:

  • 5% bei zusätzlich mind. 3 Maßnahmen aus dem Bereich "Raum- und Siedlungsplanung"
  • 5% bei zusätzlichem Nachweis für Planungen zur "Klimaneutralen Mobilität 2040"
  • 5% bei zusätzlichen Maßnahmen aus dem Bereich "Informations- und Leitsysteme und Bewusstseinsbildung" und Investitionen bspw. in "Österreich radelt" von mind. 1€/EW (im Projektgebiet) 
  • 5% bei zusätzlicher Einbeziehung weiterer Akteure (weitere öffentl. Gebietskörperschaften, Bauträger, Verkehrsunternehmen, Betriebe) bzw. Einreichung als gesamte KEM/KLAR-Region
  • 5% bei zusätzlich sicheren Radwegen an Vorrangstraßen; nach Umsetzung sind lt. eingereichter Maßnahmen-/Projektliste an >= 50% der Länge von Vorrangstraßen baulich getrennte Radinfrastruktur od. parallele Radverbindungen vorhanden
  • 5% bei zusätzlicher lokaler Verkehrsorganisation; max. Tempo 30 km/h an >= 50% der Länge von Straßen im Ortsgebiet, Radfahren gegen die Einbahn bei >= 50% der Länge von Einbahnen mit max. Tempo 30 km/h (bezogen auf Maßnahmen und Projektgebiet)

Die hier angeführten Maßnahmen sind alleinstehend nicht förderfähig, können aber ergänzend zum Radinfrastrukturausbau als relevant und förderungsfähig anerkannt werden.

Die maximale Förderung beträgt 50% der förderfähigen Kosten bzw. ist mit 100€/EW (bezogen auf das angeführte Projektgebiet) begrenzt.

Immaterielle Leistungen wie z.B. Planungs- und Beratungsleistungen (Digitalisierungsarbeit für GIP), Verkehrs- und Mobilitätsmanagementkonzepte sowie Studien und Gutachten sind mit 10% der baulichen Leistungen begrenzt.

Was sind Voraussetzungen für die Förderung?

  • Regionales Radkonzept bzw. eine Landesstrategie für den Radverkehr (Masterplan Radfahren)
  • Begleitmaßnahmenkonzept zur Vermeidung und Verlagerung des MIV auf den Radverkehr (z.B. Parkraummanagementkonzept, raum- und verkehrsplanerische Maßnahmen, Verkehrsorganisation)
    • mit Straßenverkehrsflächenbilanz und Maßnahmen zur Flächenreduktion für den MIV
  • mind. eine Dauerzählstelle im Projektgebiet zur nachträglichen Evaluierung
  • Die Antragstellung erfolgt online und VOR Umsetzung der Maßnahmen, d.h. bevor das Projekt/Investitionen unumkehrbar wird
  • Mobilitäts-/Verkehrskonzept gemäß RVS 02.01.11 Grundlagen der Verkehrsplanung inkl.
    • der zur Förderung beantragten Maßnahmen
    • Begleitmaßnahmenkonzept zur Vermeidung und Verlagerung von MIV auf den Radverkehr (z.B.: Parkraummanagementkonzept, raum- und verkehrsplanerische Maßnahmen, Verkehrsorganisation) für den Einzugsbereich der Radschnellverbindung
    • Maßnahmen zur Flächenreduktion des MIV (inkl. Verkehrsflächenbilanz)
    • Konzept zur mittelfristigen Evaluierung (mind. eine Dauerzählställe)
    • Berechnung des Umwelteffektes (bekommen Sie von uns)
  • Einreichen können öffentliche Gebietskörperschaften, wobei die Einbeziehung von weiteren Akteuren erwünscht ist und sich positiv auf die Förderhöhe auswirken kann
  • Die klimaaktiv mobil Bundesförderung ist mit Landesförderungen kombinierbar
  • Eigenmittelanteil von 15%
  • Eintragung der Radwege in die Graphenintegrationsplattform (gip.gv.at)
  • Einreichungen sind in Abhängigkeit des zur Verfügung stehenden Budgets bis spätestens 28.02.2023 (12 Uhr) unter dem unten angeführten Link möglich

Detailinformationen zur klimaaktiv mobil Förderung von regionalen Radnetzausbauprogrammen finden Sie im Leitfaden auf Seite 16-20.

Veröffentlicht am 14.04.2022

Kontakt

klimaaktiv mobil – Innovative klimafreundliche Mobilität für Regionen, Städte und Gemeinden komobile - Herry Consult
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