Die Mitfahrbank als unkomplizierte Mitfahrbörse für alle BürgerInnen

Die Errichtung von Mitfahrbänken erfreut sich in den Gemeinden zunehmender Beliebtheit: Hier können BürgerInnen Platz nehmen, das gewünschte Fahrtziel an der Haltestellentafel auswählen, ein wenig warten und bei der nächsten Gelegenheit einsteigen und mitfahren.

Mitfahrbänke stellen eine wichtige Ergänzung zum öffentlichen Verkehr dar und erleichtern die Fortbewegung für Personen, die kein eigenes Auto besitzen. Besonders für BewohnerInnen im ländlichen Raum, beispielsweise in entlegenen Ortsteilen, können Mitfahrbänke dazu beitragen, dass ihr Weg zum Einkaufen, zum Arzt oder zum nächstgelegenen Bahnhof erleichtert wird.

Genutzt können Mitfahrbänke von allen BürgerInnen werden. Wer auf einer Mitfahrbank sitzt, signalisiert: Mitfahrgelegenheit gesucht! Erkennbar sind die Mitfahrbänke in der Regel durch ein Haltestellenschild und eine Tafel, an der das Wunschziel – gut leserlich für die vorbeifahrenden AutofahrerInnen – angebracht wird.

Zu beachten ist, dass die Mitfahrbänke an strategisch wichtigen Orten aufgestellt werden, gut sichtbar sind und die AutofahrerInnen sicher anhalten können, um ein gefahrloses Einsteigen zu ermöglichen. Wenn eine Mitfahrbank mehrere Fahrtrichtungen abdecken soll, helfen umklappbare Richtungsschilder, damit vorbeifahrende AutofahrerInnen sehen, wohin der Fahrgast mitgenommen werden möchte.

Die Kosten für die Errichtung der Mitfahrbänke sind gering, zumal auch bestehende Bänke adaptiert werden können. Wichtig ist, dass die Bänke gut als Mitfahrbänke erkennbar sind.

Ein wesentlicher Aspekt für das Zustandekommen vieler gemeinsamer Fahrten ist die Information der BürgerInnen. Dies kann sowohl mit einer feierlichen Einweihung der Bänke, mittels Postwurfsendung an alle Haushalte, über die Gemeindewebsite und/oder die lokale und regionale Presse geschehen. Je mehr BewohnerInnen von den Mitfahrbänken erfahren, desto besser funktioniert die Mitfahrbörse.

Mitfahrbänke in Tirol

In Tirol gibt es mit den MobilitäterInnen ein Netzwerk an BürgerInnen, die die Entstehung von Mitfahrbänken initiieren. Derzeit gibt es in Tirol drei Gemeinden, an denen eine oder mehrere Mitfahrbänke zum Mitfahren oder Mitnehmen einladen: Reith bei Seefeld, Oberperfuss und Innsbruck.

In der 1.370 EinwohnerInnen Gemeinde Reith bei Seefeld im Bezirk Innsbruck Land wurden Anfang des Jahres die ersten Bänke aufgestellt. Eingeweiht und eröffnet wurden die Mitfahrbänke am 31. März, wozu alle BewohnerInnen per Postwurfsendung eingeladen wurden. Die Standorte für die in orange gefärbten Mitfahrbänke mit Haltestellenschild sind derzeit vor dem Tourismusverband sowie in Auland bei der Bushaltestelle.

Mitfahrbänke in Niederösterreich

Auch in Niederösterreich stehen seit 2017 in St. Leonhard und Gars am Kamp die ersten Mitfahrbänke. Erkennbar sind sie durch das Haltestellenschild und eine Magnettafel, an der das Wunschziel ausgewählt werden kann. In St. Leonhard beispielsweise stehen derzeit vorgefertigte Tafeln für die Fahrtziele Horn, Gars und Gföhl.

Der Initiator der Mitfahrbänke in St. Leonhard und Gars am Kamp ist Martin Frank (Mobilitätsmanager Waldviertel, NÖ. Regional GmbH). Er berichtet, dass die Mitnahme sehr schnell und unkompliziert funktioniert, nur bei der Anzahl der NutzerInnen noch Luft nach oben ist.

Die Eröffnung weiterer Mitfahrbänke ist im Rahmen der Mobilitätswoche unter anderem in den Gemeinden Sigmundsherberg, Rosenburg-Mold und Brunn an der Wild geplant.

 

Durch die Errichtung und Nutzung von Mitfahrbänken können Autofahrten eingespart, Lärm reduziert und die Umwelt geschont werden. Mitfahrbänke tragen auch dazu bei, dass der soziale Zusammenhalt und somit die Lebensqualität in der Gemeinde steigt.

Veröffentlicht am 20.08.2018