Europäischer Mobilitätsatlas – European Mobility Atlas

Aktuelle Daten und Fakten zu Verkehr und Transport in Europa hat die Heinrich-Böll-Stiftung im Europäischen Mobilitätsatlas veröffentlicht. Der Europäische Mobilitätsatlas 2021 zeigt, wie die Mobilitätswende funktionieren kann.

Auf 52 Seiten werden im „European Mobility Atlas“ aktuelle Entwicklungen im Verkehrsbereich mit zahlreichen Infografiken leicht verständlich dargestellt. Intermodale Verbindungen, also die Kombination verschiedener Verkehrsträger, sowie nutzerorientierte Mobilitätsdienstleistungen („Mobility as a Service“) werden im Atlas ausführlich behandelt. Aber auch wie es mit Fahrzeugen an ihrem „Lebensende“ weitergeht.

Corona-Pandemie verändert die Mobilität

Die Auswirkungen der Pandemie werden in der Publikation bereits berücksichtigt, indem Daten zur Veränderung von Verkehrsströmen sichtbar gemacht und ökonomische Folgen erörtert werden. Denn einerseits nimmt der motorisierte Individualverkehr zu, andererseits hat die Pandemie dem Radverkehr – und damit auch der Fahrradindustrie – zu großem Aufschwung verholfen.

Hoffnungsträger Schiene und Nachtzug

Für den Güter- und Personenverkehr setzt das Autorenteam viel Hoffnung auf den Bahnverkehr, um den Green Deal auf die Schiene zu bringen. Allerdings gibt es gerade im grenzüberschreitenden Verkehr technische Hürden, z. B. hinsichtlich Stromversorgung, aber auch fehlender Infrastruktur. Durch die Demontage von Bahngleisen an „Europe´s Hidden Borders “ kam es tlw. bereits vor Jahrzehnten zu Lücken im europäischen Bahnnetz. Drei Punkte wurden in Österreich eruiert: zwischen Slavonice und Waldkirchen, Wolfsthal und Petržalka sowie zwischen Rechnitz und Szombathely.

Trotz aller Herausforderungen gibt es positive Trends im Bahnverkehr, etwa die Renaissance von Nachtzügen. Dass die Europäische Kommission 2021 zum „Year of the Rail“ ausgerufen hat, trifft sich dabei sehr gut. Dem trägt der Mobilitätsatlas Rechnung, indem er zum Beispiel mit der Nachtzugkarte einen ausgezeichneten Überblick zu den aktuellen und geplanten Verbindungen gibt – auch von privaten Betreibern.

Wege zur Mobilitätswende

Im Hintergrund der Publikation steht die Frage: „Wie lässt sich eine Mobilitätswende in Europa erreichen?“. Entscheidend sind laut den Autorinnen und Autoren Investitionen in den Bahnausbau und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Daher wurde dieser Mobilitätsatlas – anders als der Mobilitätsatlas 2019 – als ein „gesamteuropäisches Kursbuch“ veröffentlicht.

Veröffentlicht am 29.03.2021