Nachhaltig mobiles "Bergerlebnis in Niederösterreich"

Gemeinsam mit klimaaktiv mobil setzte das Programm "Bergerlebnis in Niederösterreich" lokale Stakeholder-Workshops zum Thema "Nachhaltige Mobilität" in acht Bergdestinationen um. Erste Umsetzungsprojekte wurden bereits initiiert.

Nachhaltige Mobilität als Ziel für NÖ Bergdestinationen

„Bergerlebnis in Niederösterreich“ – kurz BIN – ist ein Programmauftrag, den das Land Niederösterreich 2013 erstmals erteilt hat, um die touristische Entwicklung in den neun Bergerlebniszentren zu steuern und zu koordinieren, sowie langfristig die regionale Wirtschaft zu stärken. Nach der positiven externen Evaluierung des Ende April 2018 auslaufenden Programmauftrags „BIN 2018“, geht es nun mit „BIN 2023“ in die Verlängerung. Umgesetzt wird „Bergerlebnis in Niederösterreich“ von der ecoplus-Tochtergesellschaft Niederösterreichische Bergbahnen – Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (NÖ-BBG).

An „BIN 2023“ nehmen folgende Bergdestinationen teil: Annaberg, Göstling an der Ybbs, Lackenhof am Ötscher und Mitterbach am Erlaufsee in der touristischen Destination Mostviertel sowie Mönichkirchen, Puchberg am Schneeberg, Reichenau an der Rax, Semmering und St. Corona am Wechsel in der touristischen Destination Wiener Alpen in Niederösterreich.

Konkretes Ziel für die neue Phase ist, die Bergerlebniszentren so weiterzuentwickeln, dass aktuelle Trends im touristischen Bergurlaub aufgegriffen werden und neue Gästeschichten angesprochen werden können.

Dabei sollen bewusst Angebote und Anreize für eine nachhaltigere Tourismusmobilität gesetzt werden – sowohl die An- und Abreise betreffend als auch die Mobilität vor Ort. Somit sollen bestehende Gästegruppen durch geschickte Kommunikationsmaßnahmen sensibilisiert werden für alternative Anreisemöglichkeiten und somit ein Teil des bisherigen Anreiseverkehrs in den Umweltverbund verlagert werden. Gleichzeitig werden mit „autofreien“ Angeboten neue Gästegruppen aus Ballungsräumen, die ÖPNV-affin sind, angesprochen.

Stakeholder-Workshops als Startschuss für konkrete Projekte

Im Dezember wurden gemeinsam mit dem Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Tourismus und Freizeit“ lokale Workshops durchgeführt. Dabei wurden erste konkrete Lösungsstrategien für die einzelnen Destinationen diskutiert.

Der Fokus liegt hier vor allem auf der Schaffung bzw. Verbesserung von Mobilitätsangeboten für die „letzte Meile“, aber auch auf maßgeschneiderten Bewusstseinsbildungs- und Marketingkonzepten.

An den sechs Workshop-Terminen nahmen in etwa 70 Praktikerinnen und Praktiker aus den jeweiligen Bergerlebniszentren teil. Sie nutzten die Gelegenheit, Ideen einzuholen, wie „neue Mobilität“ Teil ihres touristischen Angebotes werden kann und diskutierten individuelle Lösungsmöglichkeiten.  

Folgende Themen wurden u.a. behandelt:

  • Aktuelle Mobilitätstrends und Gründe, jetzt aktiv zu werden
  • Aktuelle Mobilitätsprojekte aus Tourismus
  • Handlungsspielräume auf betrieblicher Ebene (Angebote und Kommunikation)
  • Konkrete Maßnahmen für Betriebe und Praxisbeispiele

Erste konkrete Umsetzungen

Durch den jährlichen Fahrplanwechsel, der am 15. Dezember 2019 stattfand, wurden neue Verbindungen geschaffen, welche einige der Bergerlebniszentren in Zukunft öffentlich besser anschließen. Eine Chance, die von den Gemeinden und Tourismusverantwortlichen als positiv gesehen wird und auch ergriffen werden soll.

Erste Projekte wurden bereits kurzfristig umgesetzt. Zum Beispiel wurde in nur einer Woche am Semmering gemeinsam mit den Liftbetreibern ein kostenloser Shuttlebus vom Bahnhof zur Passhöhe für Gäste, welche mit der Bahn anreisen, organisiert. Dieser fährt von 14. Dezember bis 14. März immer, wenn Züge am Semmering halten.

In St. Corona am Wechsel wird durch die Familienarena Betreiber ebenfalls ein Shuttledienst für Gäste vom und zum Bahnhof Aspang angeboten und auch aktiv beworben. Durch den Fahrplanwechsel gibt es Direktzüge von Wien und zurück. Gemeinsam mit dem Shuttledienst ist so ein attraktives Gesamtangebot entstanden. Von Ende Dezember bis Mitte März kann man den Shuttle für umgerechnet 5 EUR pro Fahrt nutzen. Anmeldungen sind bis 12 Uhr am Vortag möglich.  

In den anderen Destinationen werden derzeit ähnliche Lösungen für die „letzte Meile“ geprüft.

Veröffentlicht am 03.02.2020