Mobilitätsmanagement: Schulwege klimafreundlich gestalten

Bewegung ist eine wichtige Grundlage zur Entwicklung der Basiskompetenzen des Kindes. Unsere motorisierte Gesellschaft engt dabei die kindliche Erfahrungswelt ein und fördert Bewegungsmangel schon im Kleinkindalter. Ein Mobilitätsmanagement an Kindergärten und Schulen leistet einen Beitrag diesem Trend entgegen zu wirken. Über 500 Schulen und Kindergärten beschäftigten sich seit 2005, unterstützt von klimaaktiv mobil, mit dem klimafreundlichen Schulweg.

Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen bringt

  • bessere physische und psychische Leistungsfähigkeit der Kinder/Jugendlichen durch mehr Bewegung am Schulweg
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Umwelt- und Klimaschutz durch geringeren Ausstoß von Luftschadstoffen und weniger Lärmbelastung durch mehr Zufußgehen, Radfahren, weniger Autofahrten
  • Lebensbezogenes, anschauliches Lernen, eigenständige Mobilitätsbildung im Kinderalltag

Projekte/Aktivitäten

Österreichweit wurden etwa Fahrgemeinschaften und Bustrainings organisiert, Elternhaltestellen etwas abseits der Schule eingerichtet, Radtage abgehalten, der Schulvorplatz autofrei, Schulwege mit Bewegungselementen versehen, Geschwindigkeiten reduziert, Schulwege begrünt und auf das Einhalten der Geschwindigkeit hingewiesen. Beim Pedibus begleiteten Erwachsene mehrere Kinder zu Fuß zur Schule. Sie wechseln sich ab und können somit den Kindern trotz Zeitmangels einen klimafreundlichen Schulweg ermöglichen. In Wien, Steiermark, Vorarlberg und Niederöstereich wurden nach Salzburg Schulstraßen mit einem temporären Fahrverbot eingeführt.

Viele Gründe sprechen dafür, dass Kinder ihre Alltagswege gesundheitsbewusst und klimafreundlich bewältigen

  • Bewegung an der frischen Luft fördert die körperliche Entwicklung und die Konzentration im Unterricht.
  • Bewegung stärkt die Abwehrkräfte und beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor.
  • Sicheres Verkehrsverhalten lernen Kinder nur durch Übung. Beim selbstständigen Erobern der Alltagswege bekommen Kinder ein Gefühl für Entfernungen und Zeiten und trainieren ihren Orientierungssinn.
  • Umweltfreundlich zurückgelegte Wege ersparen der Atmosphäre unnötiges CO2 und helfen beim Klimaschutz.

Mit etwas Fantasie lassen sich auch bei knapper Zeit und langen Wegen Alternativen zum Auto finden. Kontaktieren Sie dazu die Expertinnen und Experten von klimaaktiv mobil. Im Leitfaden "Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen" finden Sie Projekte wie Pedibus und Elternhaltestellen im Elternratgeber Informationen über den sicheren Transport von Kindern mit dem Fahrrad. Letztendlich ist jede und jeder einzelne gefordert, durch ein vorausschauendes und soziales Verkehrsverhalten, die Schulwege für unsere Kinder sicher zu gestalten.

Prozessbegleitung

Im Zuge von klimaaktiv mobil werden Kindergärten und Schulen in ganz Österreich von Mobilitätsberatenden ein Schuljahr lang begleitet. Sie erhalten Unterrichtsideen und Unterstützung bei der Mobilitätserhebung, Problemanalyse, Ideenfindung, Umsetzung von Projekten und Aktivitäten sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit rund um den klimafreundlichen Schulweg.

Ablauf

  • 1. Die Pädagoginnen und Pädagogen bilden mit Eltern ein Mobilitäts-Team. Das Kernteam wurde oftmals um Gemeindevertretung und Schülerinnen und Schüler erweitert. 

  • 2. Gemeinsam wird das aktuelle Mobilitäts-Verhalten der Kinder und Jugendlichen an der jeweiligen Bildungseinrichtung erhoben und das Umfeld auf Gefahrenstellen und Optimierungsmöglichkeiten untersucht.

  • 3. Die Ergebnisse fließen in den Unterricht ein. Es werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.
  • 4. Ideen können bauliche Maßnahmen umfassen. Hier braucht es die Gemeinde/den Bezirk als Partner etwa für das Einrichten einer Schulstraße, das Verlegen einer Bushaltestelle, das Errichten von Abstellanlagen für Fahrräder und Microscootern oder einer E-Tankstelle. Bewusstseinsbildende Maßnahmen, wie Pedibus, autofreier Aktionstag, Schulweg-Musical, Interviews mit Eltern oder das Drehen eines Films können viel bewegen. Kreative Ideen sind gefragt.

Unterrichtsprinzip Verkehrs- und Mobilitätserziehung

Im Grundsatz-Erlass zum Unterrichtsprinzip Verkehrs- und Mobilitätserziehung bilden umweltschonende Mobilität und die Vorteile der Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie des Zufußgehens und des Radfahrens einen wichtigen Bezugsrahmen. Das für alle Schulstufen geltende Unterrichtsprinzip steht mit den Zielen und Inhalten des klimaaktiv mobil Programms „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“ im Einklang.

Der Grundsatzerlass soll die Lehrenden bei der Umsetzung des Unterrichtsprinzips unterstützen und ihnen Orientierung geben. Dabei wird auch insbesondere der Kompetenzorientierung der Unterrichtsprinzipien im schulischen Bereich Rechnung getragen. Auch hier finden sich viele Bezugspunkte zu einer klimafreundlichen und gesundheitsfördernden Mobilität. So werden folgende Verkehrs- und mobilitätsbezogenen Kompetenzen angeführt: „Vorteile aktiver Mobilitätsarten kennen und benennen“, „Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes fächerübergreifend bearbeiten“ „Zusammenhänge zwischen Umwelt, Gesundheit und Verkehr herstellen und in Beziehung zum eigenen Verhalten setzen“, „umweltschützende und soziale Werthaltungen einnehmen“ und „Mobilitätskompetenz (Zufußgehen, Radfahren, Benützung öffentlicher Verkehrsmittel) aufbauen und vertiefen“.

Laut Grundsatzerlass ist die wichtigste Aufgabe der Verkehrs- und Mobilitätserziehung, das Verhalten der Menschen für ein gemeinsames Leben zu beeinflussen. Den Lernenden soll nicht nur neues Wissen vermittelt werden. Ein adäquates Wertebewusstsein, das Wissen um ein sicheres Verkehrsverhalten und Verkehrsumfeld sowie ein nachhaltig kompetenter Umgang mit Mobilität sind anzustreben.

Veröffentlicht am 18.11.2021

Kontakt

klimaaktiv mobil Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen Maria.zoegernitz@klimabuendnis.at Webseite