Gesunde und glückliche Kinder durch aktiven Schulweg

klimaaktiv mobil Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“: Im Zuge der IST-Analyse, in den von Mobilitätsberaterinnen und -beratern betreuten Bildungseinrichtungen, wurde der Modal Split der Schul- und Kindergartenwege erhoben.

Darauf aufbauend entwickelten die Bildungseinrichtungen mit den Beraterinnen und Beratern entsprechende Aktivitäten zur Erhöhung der klimafreundlichen und gesunden Mobilität. Aus Beratungserfahrung wird meist Zeitmangel als Grund angegeben, warum das Auto als Verkehrsmittel zur Schule bzw. zum Kindergarten gewählt wird.

Wird Eltern der Schulweg allerdings als Bewegungsquelle bewusst, so nehmen diese auch längere Wegzeiten auf sich.

Der Modal Split im Detail

Kindergarten

55% der Kindergarten-Wege werden mit dem Auto zurückgelegt weil Kindergartenwege oft Begleitwege am Arbeits- und Einkaufsweg sind. Zudem sind im Kleinstkindalter die Kinder zu Fuß noch etwas langsamer unterwegs. Das Laufrad wird von Eltern gerne genutzt um mit ihrem Kindergarten-Kind etwas schneller unterwegs sein zu können. Das Fahrradpotential ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Das Rad als Kinder-Transportmittel ermöglicht den Eltern ein relativ rasches Zurücklegen der Distanzen. In der Beratungspraxis ist die Elternarbeit äußerst wichtig. Die Eltern werden z. B. über verschiedenste Transportmöglichkeiten von Kindern am Rad informiert. Zusätzlich steht eine Infobroschüre „Mit Klimazwergen unterwegs – Ein Ratgeber für Eltern“ kostenfrei unter www.klimaaktivmobil.at/bildung zur Verfügung.

Aktionsidee: SCHULWEG-WANDERTAG (S. 10)

Volksschule

40% der Volksschulwege werden zu Fuß zurückgelegt. Kinder gehen selbstständig zur nahen Volksschule. „Nur“ noch 33% der Wege werden mit dem Auto und 22% der Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert. Alleine dürfen die Kinder noch nicht Radfahren. Daher ist der Radanteil sehr gering. Beliebte Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils an klimafreundlichen Verkehrsmitteln sind Elterninfoabende, Sammelaktionen von umweltfreundlichen Schulwegen und Elternhaltestellen. Kindergartenwege sind oftmals Begleitwege am Arbeits- und Einkaufsweg.

Aktionsidee: PEDIBUS (Gehgemeinschaften)

Unterstufe

Mit der Unterstufe werden die Schulwege länger und der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel steigt auf 55%. Der Anteil der Elterntaxis sinkt auf 19%. Die Schulwege werden selbstständiger zurückgelegt. Hier setzen Maßnahmen zur Attraktiverung der öffentlichen Verkehrsmittel an. Nun dürfen die Schülerinnen und Schüler ohne Begleitung Radfahren: 9% tun dies auch.

Aktionsidee: RAD-REPERATURWORKSHOPS (S. 16)

Oberstufe

In der Oberstufe bekommt mit den weiten Distanzen nach den Bussen auch der Zug eine wichtigere Rolle. 66 Prozent der Schülerinnen und Schüler kommen mit öffentlichen Verkehrsmittel in die Schule. 9 Prozent der Schülerinnen und Schüler fahren mit dem Auto in die Schule. Nur noch 7% können zu Fuß in die Schule kommen. 2% kommen per Fahrrad.

In der Beratungspraxis verliert die Arbeit mit den Eltern an Bedeutung. Die Mobilitätsberaterinnen und -berater arbeiten mit Pädagoginnen und Pädagogen und Schülerinnen und Schülern zusammen.

Aktionsidee: E-MOBILITÄTSTESTS IM ZUGE DER MOPEDFÜHRERSCHEINAUSBILDUNG (S. 18)

 

Tägliche Bewegung ist gesund und besonders wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung. Auch die Konzentration und Lernleistung werden verbessert.

Aktionsideen für und von Bildungseinrichtungen - Lassen Sie sich vom neuen Leitfaden für Bildungseinrichtungen und Gemeinden für eigene Klimaschutz-Aktivitäten inspirieren.

Die Daten wurden erhoben an 170 teilnehmenden Bildungseinrichtungen des Programms "Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen" im Zeitraum von 2013 bis 2017.

Veröffentlicht am 04.10.2017