Faktencheck Elektro-Auto

Elektromobilität ist ein wesentlicher Baustein der Mobilitätswende. Vorliegender Faktencheck beantwortet häufig gestellte Fragen zu Elektro-Autos und zeigt, unter welchen Rahmenbedingungen diese als Alternative zu Verbrennungsmotoren besonders geeignet sind.

Die Mobilitätswende kann mit den E-Autos doch nicht funktionieren?

Doch, aber nicht nur. Die vermehrte Nutzung von E-Autos leistet einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und ist ein Bestandteil im ganzheitlichen „Neudenken“ des Verkehrsbereichs. Österreich verfolgt hier das Prinzip „vermeiden – verlagern – verbessern“:

  • vermeiden von nicht unbedingt erforderlichem Verkehr durch u. a. eine verkehrssparende Raumordnung, die Stärkung von Homeoffice und im Güterverkehr durch Vermeiden von Leerfahrten
  • verlagern auf effiziente Verkehrsträger wie öffentlichen Verkehr, Fahrrad oder zu Fuß gehen
  • verbessern der eingesetzten Technologien mit dem Ziel einer Verlagerung auf alternative Kraftstoffe und Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

 

Elektro-Auto billiger als Benziner

Elektro-Autos sind in der Anschaffung noch etwas teurer als vergleichbare Benzin und Diesel Autos. Förderungen beim Neukauf helfen den derzeit noch höheren Preis zu verkleinern. Dank deutlich geringerer Energiekosten – beim Laden zu Hause - ist das Elektro-Auto insgesamt aber gerade für Vielfahrer nach wenigen Jahren billiger. In unserem Beispiel für ein Pendler mit einem Arbeitsweg von 60 Kilometer ist der Kleinwagen als Elektro-Auto schon nach 4 Jahren billiger als die Benzin-Variante. Darum sollte man genau rechnen und vergleichen beispelsweise mit dem Gesamtkostenvergleichsrechner von e-connected (www.e-connected.at/content/e-calculator

 

 

Braucht die E-Mobilität nicht unheimlich viel Strom?

Durch die Steigerung des E-Auto-Anteils am Gesamtverkehr steigt natürlich auch der Strombedarf. Dieser ist allerdings bei weitem nicht so exorbitant, wie manche glauben: Wenn 1 Mio. Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf rechnerisch um 3,6% höher. Würden alle Pkw elektrisch fahren, würde der Strombedarf demnach um rund 18% steigen. Insgesamt sind E-Autos durch ihren höheren Wirkungsgrad deutlich energieeffizienter als Autos mit Verbrennungsmotoren. So liegt der Wirkungsgrad eines E-Autos bei rund 85 %, der eines Autos mit Verbrennungsmotor bei ca. 25 %. Während also durch die vermehrte Nutzung von E-Autos der Strombedarf leicht ansteigt, sinkt der Ölverbrauch um das Dreifache. Wichtig ist, dass der für die E-Mobilität zusätzlich benötigte Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

 

Haben E-Autos wirklich eine bessere Ökobilanz?

Unter Berücksichtigung des gesamten Fahrzeuglebenszyklus (inkl. Produktion und Entsorgung) verursachen Elektrofahrzeuge mit Ökostrom um bis zu 87 % weniger Treibhausgasemissionen als fossil betriebene Kfz. Lediglich die Bahn verursacht im Vergleich verschiedener Antriebe weniger Emissionen als das E-Auto. Eine komplett emissionsfreie Mobilität können aber auch Elektroautos nicht leisten.

 

 

Wie weit kann ich mit einem E-Auto überhaupt fahren?

Viele Menschen haben die Befürchtung, dass sie aufgrund einer niedrigeren Reichweite mit einem E-Auto ihre Alltagswege nicht bequem zurücklegen können. Es stimmt zwar, dass die Reichweite der meisten E-Autos mit einem vollgeladenen Akku noch deutlich geringer ist, als bei konventionellen Autos, spürbare Auswirkungen auf den Fahralltag hat dies jedoch kaum. Die Reichweite eines aktuellen E-Autos bei aufgeladenem Akku reicht je nach Fahrzeugmodell, Fahrstrecke und Fahrverhalten von ca. 200-400km. Durchschnittlich werden in Österreich pro Tag 34 km mit dem Auto zurückgelegt und 99% aller Autofahrten sind kürzer als 150 km. Kurz: mit den aktuellen Reichweiten sind Elektro-Autos schon jetzt ein vollwertiger Ersatz für einen Benziner oder Diesel.

 

 

Stimmt es, dass die Batterien schnell kaputtgehen?

In aktuellen E-Autos verbauten Lithium-Ionen-Akkus sind auf eine Lebensdauer von 15 Jahren und eine Fahrleistung von mindestens 150.000 km ausgelegt. Manche Hersteller geben sogar Garantien für weit größere Fahrleistungen. Ein großer Vorteil dieser Akkus ist, dass sie wartungsfrei sind und aus vielen Einzelzellen bestehen, die auch tauschbar sind. Es stimmt also keinesfalls, dass ein „kaputter“ Akku einen Totalschaden bedeuten würde. Im Laufe der Nutzungsdauer nimmt die zur Verfügung stehende Akku-Kapazität nur geringfügig ab, sodass die Batterie nach der Verwendung im E-Auto sogar als Speicher für andere Zwecke verwendet werden kann. So haben viele Akkus ein „Second Life“ als stationäre Zwischenspeicher in einem Gebäude, um Strom aus erneuerbaren Energien zu puffern. Zur Steigerung der Nachhaltigkeit sollen vor allem die Recyclingquoten am Ende ihrer Lebensdauer erhöht werden.

 

 

Eigenen Sonnenstrom tanken

Besonders für Hausbesitzer im ländlichen Raum bietet sich das Tanken mit eigenem Sonnenstrom an. Ein Carport mit 12 m2 Solardach (Photovoltaik-Module) ist ausreichend um jährlich 2.200 kWh Strom für 15.000 km mit dem Elektro-Auto (Verbrauch von 14,9 kWh/100 km) zu erzeugen. Damit macht man sich unabhängig von Ölkrisen und ist gleichzeitig klimafreundlich mobil.

Veröffentlicht am 17.10.2019