Fragen und Antworten zum „Aktionspaket zur Förderung der Elektromobilität mit erneuerbarer Energie"

Antworten zu häufigen Fragen zum Aktionspaket zur Förderung der Elektromobilität mit erneuerbarer Energie in Österreich von BMLFUW und bmvit in Zusammenarbeit mit den Autoimporteuren

Ab wann startet die Förderung?

Auf der Seite www.umweltfoerderung.at werden ab 1.1.2017 erste konkrete Informationen zur Förderabwicklung online stehen. Die Registrierung bzw. Antragstellung auf derselben Homepage wird ab 1.3.2017 verfügbar sein. Für die Antragstellung zur Auszahlung des Bundesanteils der Förderung muss die Rechnung einige Formalkriterien erfüllen. In diesem Zusammenhang werden die Händler in den nächsten Tagen und Wochen von Ihrem jeweiligen Importeur kontaktiert. Grundsätzlich haben alle Rechnungen ab 1.1.2017 diese formalen Voraussetzungen zu erfüllen, damit einer erfolgreichen Einreichung am 1.3.2017 nichts im Wege steht.

Die Förderung gilt für Fahrzeuge, die ab 1.1.2017 (Rechnungsdatum) gekauft werden.


Siehe dazu auch: Artikel „72 Mio Euro für Elektromobilität“ sowie Artikel „E-Mobilitätspaket kommt 2017

 

Kann die Förderung auch mit Förderungen von Bundesländern kombiniert werden?

Maximale Höchstgrenzen gemäß Förderrichtline dürfen bei Kombination aus Bundes- und Landesförderungen jedenfalls nicht überschritten werden. Derzeit finden noch Abstimmungen mit den Bundesländern zur Harmonisierung der Förderungen statt. Die aktuelle Förderaktion in der Steiermark schließt dzt. vergleichbare Zuschüsse des Bundes aus.

 

Wozu soll überhaupt die Elektromobilität gefördert werden?

Aus Sicht des Umwelt- und Verkehrsministeriums ist es essentiell, in den nächsten Jahren den Diesel- und Benzinverbrauch signifikant zu senken, um so internationale Zielsetzungen wie beispielsweise den Pariser Klimavertrag erfüllen zu können. Da der Individualverkehr einen wichtigen Teil des Verkehrssystems darstellt, gilt es – neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs – auf wesentlich sauberere Energie zu setzen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, ist ein Umstieg auf E-Mobilität unumgänglich. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Batteriekosten wesentlich schneller als erwartet gesunken sind und viele Experten erwarten innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Kostenparität mit konventionell betriebenen Fahrzeugen.

 

Braucht es nicht auch zusätzliche Anreize, wie z.B. kostenloses Parken in gebührenpflichtigen Parkbereichen? 

Das präsentierte E-Mobilitätspaket setzt einen Schwerpunkt auf Ankaufförderungen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur, um die derzeit noch vorhandenen Herausforderungen bzgl. Preis und Reichweite sinnvoll anzugehen. Zusätzliche Anreize wie bspw. gratis Parken können – für einen Übergangszeitraum – einen wichtigen Anreiz darstellen. Es ist aber Sache der Kommunen, über die Einführung solcher Anreize zu entscheiden und lokal sinnvolle Möglichkeiten zu finden. Mit einer neuen Nummerntafel für reine E-Fahrzeuge gibt das Verkehrsministerium den Kommunen die Möglichkeit, Vorteile möglichst einfach zu gewähren.

 

Welche Fahrzeuge können gefördert werden?

Gefördert werden folgende Arten von Elektrofahrzeugen: BEV (rein batterieelektrisch betrieben), PHEV (Plug-In), REEV, REX (Range Extender) und FCEV (Brennstoffzellenfahrzeuge).

Die Förderung steht grundsätzlich für diese Fahrzeuge offen, es gibt jedoch einige Förderkriterien zu beachten. So sind beispielsweise Fahrzeugmodelle der Kategorien PHEV, REEV und REX mit Dieselantrieb von einer Förderung ausgeschlossen. Eine genaue Liste der Fahrzeugmodelle steht ab 1.1.2017 zur Orientierung für Förderwerber zur Verfügung. Die neuen Nummerntafeln können nur BEV und FCEV (also Zero-Emission Fahrzeuge) nutzen, es besteht jedoch kein Zwang zur Nutzung.

 

Können auch E-Bikes gefördert werden?

Im Rahmen von klimaaktiv mobil werden aktuell E-Bikes und insbesondere Cargo-Bikes für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine finanziell unterstützt, jedoch nicht als Einzelmaßnahme sondern nur in Verbindung mit einem umfassenden Mobilitätskonzept. Im Hinblick auf die Förderung von Privatpersonen sind Elektro-Zweiräder (E-Mopeds, E-Motorräder) Teil des Aktionspakets, jedoch keine E-Fahrräder.

 

Welche Fahrzeuge bekommen die neuen Nummerntafeln?

Für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge wird eine neue Nummerntafel herausgegeben werden. Details werden derzeit erarbeitet. Bereits in Betrieb befindliche E-Fahrzeuge können diese Nummerntafel nutzen, müssen es jedoch nicht. Eine klare Kennzeichnung ermöglicht es bspw. Kommunen, spezielle Anreize (wie z.B. Gratisparken) für E-Fahrzeuge zu gewähren.

 

Wird auch Ladeinfrastruktur für private AutofahrerInnen gefördert?

Ja, Wallboxes bzw. intelligente Ladeinfrastruktur sind Teil des Förderpakets.

 

Allgemeine Fragen zur Elektromobilität:

Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher?

Diese Frage kann eindeutig mit Ja beantwortet werden. In einer im Juni 2016 veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes wurden Treibhausgas-Emissionen, Luftschadstoffemissionen und der Energiebedarf von Benzin-, Diesel-, Hybrid-, Plug-In Hybrid und rein elektrische Fahrzeuge verglichen. Dabei wurden die Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge, also von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung, betrachtet. In beiden betrachteten Varianten mit Ökostrom als auch dem durchschnittlichen österreichischen Strommix liegen reine Elektrofahrzeuge klar vorne. Besonders deutlich fiel der Vorteil aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Energieträgern stammt.

 

Kann der gestiegene Energiebedarf beim Umstieg auf Elektroautos überhaupt bewältigt werden?

Ja, vor allem da der Umstieg ja nicht von einem auf den anderen Tag passieren wird. Hier eine einfache Modellrechnung: Der Durchschnittsverbrauch eines rein elektrischen Fahrzeugs pro 100 Kilometer ist großzügig betrachtet rund 20 kWh. Ausgehend von einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern entspricht eine 100%-ige Umstellung des PKW-Fahrzeugbestands (auf bis dahin ca. 5 Mio. E-PKW) einem zusätzlichen Strombedarf von 10 TWh. Auf Basis des derzeitigen Jahresenergiebedarfs von 70 (+10) TWh entspricht das einem zusätzlichen Energiebedarf von rund 14%. Diese Umstellung ist jedoch über einen Zeitraum von ca. 25 Jahren zu betrachten, da der gesamte PKW-Fahrzeugbestand trotz zukünftig hoher E-Neuzulassungsraten erst sukzessive über viele Jahre erneuert wird (Status Quo im Bestand 2016: 0,2% E-PKW). Einhergehend mit weiteren Trends in der Mobilität wie Sharing oder Automatisierung ist daher der Umstieg in jedem Fall zu bewältigen.

 

Wo steht Österreich im europäischen Vergleich bei E-Fahrzeugzulassungen?

Bei den Neuzulassungen von E-Autos (rein elektrische Fahrzeuge und Plug-In Hybride zusammengerechnet) ist Österreich unter den Top 10 innerhalb Europas. In den ersten Monaten des Jahres 2016 war aufgrund der Novelle der Dienstwagenbesteuerung (rein elektrische Fahrzeuge sind vorsteuerabzugsberechtigt und sachbezugsbefreit) in Kombination mit der betrieblichen E-Pkw Förderung von klimaaktiv mobil des BMLFUW ein deutlicher Anstieg der Neuzulassungen zu verzeichnen. Betrachtet man dementsprechend die Zulassungsstatistik 2016, liegt Österreich beim Anteil der rein elektrischen Fahrzeugneuzulassungen innerhalb der EU-28 an erster und in Europa insgesamt an dritter Stelle hinter Norwegen und Island. Trotzdem ist der Abstand insbesondere zu Norwegen noch immer beträchtlich.

 

Wie liegt Österreich hinsichtlich der Ladeinfrastruktur im internationalen Vergleich?

Im Ende Oktober 2016 veröffentlichten EU-Ländervergleich (Transport Scoreboard 2016) belegt Österreich beim Vergleich der E-Ladepunkte europaweit den dritten Platz. Wir haben schon jetzt vor allem im Vergleich zur Anzahl der vorhandenen Fahrzeuge eine sehr gute flächendeckende Grundausstattung mit Ladeinfrastruktur. Alle österreichischen Betreiber arbeiten auch intensiv daran, dass diese zukünftig besser und einfacher für alle nutzbar ist (Stichwort Interoperabilität).

Aus allen bisherigen Nutzeruntersuchungen ist bekannt, dass ungefähr 85 - 95% des Aufladens im privaten Bereich, also zu Hause oder am Arbeitsplatz, stattfindet. Dennoch muss natürlich auch die öffentliche Ladeinfrastruktur nachverdichtet werden, um Österreich bis 2020 elektrofit zu machen. Mit dem Aktionspaket zur Förderung der Elektromobilität wird der weitere Ausbau der E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen und privaten Bereich unterstützt und auch die ÖBB und ASFINAG geben Pläne zum Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur bekannt. Außerdem haben eine Reihe von Bundesländern, darunter auch Wien, bereits ambitionierte Ausbaupläne für die nächsten 2 - 3 Jahre präsentiert.

 

Es sind nur wenig Modelle verfügbar, die viel teurer als konventionelle Fahrzeuge sind. Wird hier ein Luxussegment unterstützt?

Mit Stand 2016 sind im PKW-Bereich in Österreich 17 rein batterieelektrische (BEV) und 15 Plug-In Hybride (PHEV) verfügbar. Wesentlich für die weitere Marktentwicklung sind natürlich eine viel größere Modellvielfalt und auch sinkende Fahrzeugpreise. Von den Flottenemissionsverordnungen der Europäischen Kommission bis zum UN Klimavertrag stehen jedoch alle Zeichen auf Elektrifizierung. Die Batteriepreise sinken deutlich stärker als erwartet, so dass jetzt auch im Nutzfahrzeugbereich Bewegung in den Markt kommt. Schon heute sind E-Fahrzeuge trotz höherer Anschaffungskosten über den Lebenszyklus hinweg teilweise günstiger als konventionelle PKW. Viele ExpertInnen gehen innerhalb der nächsten Jahre bis spätestens 2025 von einer Kostengleichheit aus. Den beiden Ressorts BMLFUW und bmvit ist es wichtig, sowohl im Bereich der Forschung als auch bei der breiten Markteinführung sicherzustellen, dass Österreich bei diesen Entwicklungen ganz vorn mitspielt.

 

Kosten für Ladestrom:

Öffentliche Ladeinfrastruktur wirtschaftlich zu betreiben, ist immer noch sehr schwierig. Alle bisherigen Nutzeruntersuchungen zeigen, dass zwischen 85 und 95% aller Ladevorgänge im privaten Bereich stattfinden. Dort ist das Laden tatsächlich am billigsten. Je weiter man sich von der Heimladeoption entfernt, einerseits in Richtung des öffentlichen Raums, andererseits in Richtung höherer Ladeleistung, desto tendenziell höher wird der eingestellte Preis des Ladestationsbetreibers sein, um diese Kosten zu decken. Nichtsdestotrotz wächst der Markt, nicht nur hinsichtlich der Hardware aber auch hinsichtlich der Anzahl von Unternehmen, die Ladeservices anbieten. Dementsprechend gibt es vielfältige Tarifoptionen, die unter wettbewerblichen Voraussetzungen bestehen müssen. Sobald ein Anbieter im Mitbewerbervergleich zu hohe Preise einstellt, ist davon auszugehen dass diese Produkte weniger erfolgreich sein werden.

 

Welche Steuererleichterungen gibt es für E-Fahrzeuge für a) Betriebe und b) Privatpersonen?

  1. und b): Elektrofahrzeuge sind generell (Private und Betriebe) von der Normverbrauchsabgabe sowie von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit.
  1. Weitere Steuererleichterungen gibt es für Betriebe und deren MitarbeiterInnen für Elektrofahrzeuge: Vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe können den Vorsteuerabzug auch für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen geltend machen. Für MitarbeiterInnen die das Dienstfahrzeug auch privat nutzen, entfällt im Falle eines Elektrofahrzeugs der Sachbezug!

 

Wo sollen künftig Elektroautos in den Städten aufgeladen werden?

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung von Elektromobilität gerade in den Städten wird sein, Lademöglichkeiten in Garagen und Abstellanlagen (z.B. öffentliche Parkgaragen, Abstellplätze in Wohnbauten etc.) zu schaffen. Dazu wird derzeit daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für eine einfachere Errichtung dieser Ladeinfrastruktur zu schaffen. Außerdem wird auch der weitere Ausbau der Schnellladeinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen, um Elektrofahrzeuge, ähnlich dem heutigen Tankstellenkonzept, an zahlreichen Punkten in der Stadt unter Verwendung hoher Ladeleistungen in kurzer Zeit aufladen zu können.

 

Warum sind Diesel Plug-In Hybridfahrzeuge von der Förderung ausgeschlossen?

Es sind lediglich Diesel Plug-In Hybridfahrzeuge von der Förderung ausgeschlossen. Hintergrund dafür ist, dass Dieselmotoren eine höhere Schadstoffbelastung (insb. NOx) als Benzinmotoren verursachen. Dieselabgase sind zu einem beträchtlichen Teil für die hohe Feinstaubbelastung verantwortlich.

Veröffentlicht am 07.12.2016