Bioethanol/Superethanol 85

Ottomotoren (üblicherweise mit Benzin betrieben) könten mit geringen technischen Anpassungen auch mit Alkohol betrieben werden.

Bioethanol wird ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Zur Zeit sind in Österreich zwei Beimischformen am Markt:

  • Beimischung von maximal 5 % zum Benzin
  • Superethanol E85 als eigene Kraftstoffsorte bestehend aus maximal 85 % Ethanol und 15 % Benzin


Bioethanol wird vor allem aus zucker- bzw. stärkehaltigen Feldfrüchten wie Zuckerrohr, Zuckerrüben, Getreide, Mais und Kartoffeln in einem Gärprozess hergestellt. Während zuckerhaltige Pflanzen direkt vergoren werden, muss bei Getreide, Mais und Kartoffeln die Stärke zunächst in Zucker umgewandelt werden. Nach der Alkoholgärung kann das entstandene Bioethanol als Kraftstoff eingesetzt werden.


Ertrag


Aus einem Hektarertrag

  • von 5,5 Tonnen Getreide können 2.100 Liter
  • von 9 Tonnen Körnermais können 3.500 Liter
  • von 62 Tonnen Zuckerrüben können 6.600 Liter

Ethanol produziert werden.


Mit diesem Hektarertrag fährt ein Pkw (Verbrauch von 10,4 Liter/100 km) ca.

  • 20.000 km mit Ethanol aus Getreide,
  • 34.000 km mit Ethanol aus Körnermais, bzw.
  • 64.000 km Kilometer mit Ethanol aus Zuckerrüben.

Im Jahr 2015 wurden in Österreich ca. 88.010 Tonnen Bioethanol abgesetzt (rd. die Hälfte der Produktion der Großanlage Pischelsdorf).

CO2-Emissionen und Luftschadstoffe

So wie Biodiesel zählt auch Bioethanol zu den Biokraftstoffen. Die direkten CO2-Emissionen aus der Verbrennung werden als null angesehen, da nur CO2 anfällt, das bereits vor dem Wachstum der Pflanzen in der Atmosphäre enthalten war. Indirekte CO2-Emissionen entstehen entlang der Produktionskette und den damit verbundenen Transportvorgängen.

SUPERETHANOL E85


Bei Einsatz von Superethanol E85 entstehen um 50 % weniger Treibhausgasemissionen als bei Benzin, falls die bei der Produktion anfallenden Nebenprodukte verwertet werden. Ein Vorteil von Superethanol ist seine im Vergleich zu Benzin hohe Oktanzahl, die rußfreie Verbrennung, sowie geringere Kohlenwasserstoff-, Kohlenmonoxid- und Stickoxidemissionen.


Verwendung und Fahrzeuge


Für die maximale Beimischung von 5 % entsprechend der EU Kraftstoffnorm sind alle PKWs freigegeben. Für den Betrieb mit Superethanol E85 sind sogenannte „FlexiFuel Cars“ erforderlich. Einige Hersteller bieten „Flexible Fuel“ Fahrzeuge in Österreich an.

Veröffentlicht am 20.11.2017