Biokraftstoffe

Biokraftstoffe sind Kraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Raps, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Weizen, Mais oder Gräsern gewonnen werden.

Definition Biokraftstoff

Unter den Begriff „Biokraftstoff“ fallen insbesondere folgende flüssige oder gasförmige Kraftstoffe für den Verkehr, die aus Biomasse hergestellt werden, sofern diese als Kraftstoff oder Kraftstoffbestandteil zum Betrieb von Fahrzeugverbrennungsmotoren verwendet werden. Wobei unter „Biomasse“ der biologisch abbaubare Teil von Erzeugnissen, Abfällen und Reststoffen der Landwirtschaft mit biologischem Ursprung (einschließlich pflanzlicher und tierischer Stoffe), der Forstwirtschaft und damit verbundener Wirtschaftszweige einschließlich der Fischerei und der Aquakultur sowie der biologisch abbaubare Teil von Abfällen aus Industrie und Haushalten zu verstehen ist.

„Bioethanol“ ist ein aus Biomasse hergestellter unvergällter Ethanol mit einem Alkoholanteil von mindestens 99 % v/v.

„Fettsäuremethylester“ (FAME, Biodiesel) ist ein aus pflanzlichen oder tierischen Ölen oder Fetten hergestellter Methylester.

„Biomethan“ ist ein aus Biomasse mittels Pyrolyse oder Gärung hergestelltes und auf Erdgasqualität aufgereinigtes Biogas.

„Biomethanol“ ist aus Biomasse hergestelltes Methanol.

„Biodimethylether“ ist ein aus Biomasse hergestellter Dimethylether.

„BioETBE“ (EthylTertiärButylether) ist ein auf der Grundlage von Bioethanol hergestellter ETBE mit einem auf den Energiegehalt bezogenen anrechenbaren Anteil aus erneuerbarer Energie von 37 %.

„BioMTBE“ (MethylTertiärButylether) ist ein auf der Grundlage von Biomethanol hergestellter MTBE mit einem auf den Energiegehalt bezogenen anrechenbaren Anteil aus erneuerbarer Energie von 22 %.

„Synthetische Biokraftstoffe“ sind aus Biomasse in industriellen Verfahren gewonnene Kohlenwasserstoffe oder Kohlenwasserstoffgemische.

„Biowasserstoff“ ist ein aus Biomasse hergestellter Wasserstoff.

„Reines Pflanzenöl“ ist ein durch Auspressen, Extraktion oder vergleichbare Verfahren aus Ölsaaten gewonnenes, chemisch unverändertes Öl in roher oder raffinierter Form.

„Superethanol E 85“ sind in einem Steuerlager gemäß § 25 Abs. 2 des Mineralölsteuergesetzes 1995, BGBl. Nr. 630/1994 [9], in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 111/ 2010, hergestellte Gemische, die im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. März (Winterhalbjahr) einen Gehalt an Bioethanol von mindestens 65 % und höchstens 75 % v/v und im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September (Sommerhalbjahr) von mindestens 75 % und höchstens 85 % v/v aufweisen.

„Hydrierte pflanzliche oder tierische Öle“ (Hydrotreated Vegetable Oil – HVO) sind in Hydrieranlagen bzw. in CoHydrieranlagen aus pflanzlichen oder tierischen Ölen oder Fetten hergestellte Kohlenwasserstoffe. –

Quelle: biokrafttoffbericht 2016; https://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/luft-laerm-verkehr/biokraftstoffbericht.html

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klima- und Energieziele der Europäischen Union und der allgemeinen Verknappung fossiler Ressourcen gewinnt Biomasse als Energieträger immer mehr an Bedeutung. Wichtige Zielsetzung der Europäischen Union ist es daher die nachhaltige energetische Nutzung von Biomasse zu fördern. Eine nachhaltige Nutzung von Bioenergie bedeutet, dass diese nicht auf Kosten von Mensch und Natur erfolgt. Mit der Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energieträger (2009/28/EG) wurden von der Europäischen Union folglich neben Mindestzielen auch Nachhaltigkeitsanforderungen u.a. für die Herstellung und energetische Nutzung von flüssiger Biomasse, insbesondere Pflanzenölen (z.B. Palm-, Soja- und Rapsöl), sowie flüssige und gasförmige Biokraftstoffe (Biodiesel, Pflanzenölkraftstoff, Bioethanol und Biogas) definiert. Die nationale Umsetzung der Richtlinie findet sich in der Verordnung über landwirtschaftliche Ausgangsstoffe für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe (250.VO/2010) und der Kraftstoffverordnung 2012 (in der Fassung BGBl. II Nr. 259/2014).

Der landwirtschaftliche Rohstoff (zur nachhaltigen Biokraftstofferzeugung) muss vom Anbau bis zu seiner In-Verkehrbringung als Biokraftstoff den Anforderungen der Nachhaltigkeitskriterien gerecht werden. Die Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen wird von nationalen oder freiwilligen Zertifizierungssystemen überprüft. Die Rückverfolgbarkeit der nachhaltig produzierten Biomasse wird über die IT Anwendung elNa (Elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis) gewährleistet.

Biokraftstoffe können im Wesentlichen wie fossile Kraftstoffe in konventionellen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Unter die Bezeichnung Biokraftstoffe fallen Biodiesel, Pflanzenöl, Superethanol und Biogas.

Die direkten Emissionen bei der Verbrennung von Biokraftstoffen werden als null angesehen: Bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanze während des Wachstums der Atmosphäre durch Photosynthese entzogen hat. Ist die Menge des aufgenommenen CO2 gleich der später freigesetzten CO2-Menge, befindet sich das System im Gleichgewicht.

Betrachtet man aber auch die „indirekten“ Emissionen, die bei den Vorarbeiten und der Produktion der Biokraftstoffe entstehen – etwa bei der Bearbeitung der Böden und beim Transport der Biomasse – ändert sich die Bilanz. Wichtig ist daher, dass für die gesamte Produktionskette von Biokraftstoffen inkl. ihrer Ausgangsrohstoffe darauf geachtet wird, möglichst wenig Umweltbelastungen und Treibhausgase zu verursachen.

Quelle: http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/verkehr/elna/

 

Biokraftstoffe in Österreich

Nach der Kraftstoffverordnung 2012 besteht in Österreich die Verpflichtung zumindest einen Anteil von 3,4% - bezogen auf den Energiegehalt - der in den freien Verkehr gebrachten oder verwendeten fossilen Ottokraftstoffe und zumindest 6,3% der in den freien Verkehr gebrachten oder verwendeten fossilen Dieselkraftstoffe durch Biokraftstoffe zu substituieren.

Im Jahr 2015 wurde in Österreich wieder ein hoher Prozentsatz an fossilen Kraftstoffen durch Biokraftstoffe substituiert. Das gültige Substitutionsziel von 5,75% gemessen am Energieinhalt, wurde mit 8,9% ein weiteres Mal deutlich übertroffen. Österreich liegt damit weiterhin im Spitzenfeld der EU 27.

Insgesamt wurden in Summe rd. 606.000 Tonnen Biodiesel, rd. 89.000 Tonnen Hydriertes Pflanzenöl (HVO), rd. 90.000 Tonnen Bioethanol und rd. 15.000 Tonnen Pflanzenöl in Verkehr gebracht.

Das Substitutionsziel weist mit 8,9% einen deutlichen Anstieg gegenüber 2014 auf. Für die Berechnung des Substitutionsziel wirkt sich vor allem der Anstieg bei den Biodieselmengen in Reinverwendung aus.

Im Berichtsjahr 2015 wurden zur Biodieselproduktion 62% Raps, 38% Altspeiseöl, tierische Fette und Fettsäuren und keinerlei Palmöl eingesetzt. Zur Ethanol Produktion etwa 54% Getreide und 46% Mais eingesetzt.

(Quelle: https://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/luft-laerm-verkehr/biokraftstoffbericht.html)

Österreichischer Biokraftstoffbericht:

https://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/luft-laerm-verkehr/biokraftstoffbericht.html

Veröffentlicht am 20.11.2017