Biogas

Biogas kann in normalen Erdgasfahrzeugen als Treibstoff eingesetzt werden. Voraussetzung ist jedoch die Aufbereitung auf Erdgasqualität.

Fahrzeuge die mit Biogas betrieben werden, zeichnen sich durch geringe Schadstoffemissionen und eine sehr gute Treibhausgasbilanz aus.

Hergestellt wird Biogas in einem Gärprozess aus Biomasse oder aus organischen Reststoffen. Neben landwirtschaftlichen Reststoffen (Gülle und Tiermist) sind Ganzpflanzensilagen (Mais, Sonnenblumen, Gräser, Grünschnittroggen etc.) und organische Reststoffe aus Industrie, Gewerbe und Hotellerie die wichtigsten Rohstoffe.


Nach der Gewinnung besteht das Gasgemisch aus etwa 60% Methan, 40% Kohlendioxid und Anteilen von Schwefelwasserstoff, Stickstoff, Wasserstoff und anderen Spurengasen. Durch entsprechende Aufbereitung kann es bis zu Erdgasqualität mit einem Methangehalt über 95 % veredelt und in Gasmotoren eingesetzt werden und wird dann als Biomethan bezeichnet.

Ertrag Biogas


Aus 45 Tonnen Maissilage (1 ha Anbaufläche) können pro Jahr ca. 4.650 Normkubikmeter Biomethan gewonnen werden, das entspricht 4.600 Liter Diesel-Äquivalent bzw. 5.240 Liter Benzin-Äquivalent. Damit kann ein Pkw (Verbrauch von 5,2 kg / 100 km) ca. 68.000 km weit fahren.

 

CO2-Emissionen und Luftschadstoffe


Bei der Nutzung von Biogas aus Mais entstehen etwa 50%, aus Gülle sogar bis zu 75% weniger Treibhausgasemissionen als beim Einsatz von Erdgas. Zusätzlich können bei der Biogaserzeugung aus Gülle die Methan- Emissionen aus der Lagerung unvergorener Gülle vermieden werden, was zu einer weiteren Reduktion von Treibhausgasemissionen führen kann. Die Feinstaubemissionen sind bei der Nutzung von Biogas sehr gering.


Verwendung und Fahrzeuge


Um Biomethan als Kraftstoff nutzen zu können, ist es nötig, das Gas gemäß Fahrzeugherstellerangaben aufzubereiten. Dazu muss es getrocknet und entschwefelt, sowie sein Methangehalt auf über 95% erhöht werden. Durch entsprechende Reinigung erreicht aufbereitetes Biomethan ähnliche chemische und brenntechnische Eigenschaften wie Erdgas und kann somit in Erdgasfahrzeugen
eingesetzt werden.


Zur Betankung der Fahrzeuge mit Biogas gibt es zwei Modelle:

  • Virtuelle Biomethan-Betankung: Biomethan wird in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist und wird virtuell an der Erdgaszapfsäule wieder entnommen. Für die Einspeisung muss das Biogas auf nahezu gleiche Qualität wie Erdgas aufbereitet werden.
  • Dezentrale Tankstellen: Biogastankstellen werden direkt bei den Biogasanlagen errichtet, oder der Kraftstoff wird in komprimierter Form zu verkehrstechnisch günstig gelegenen Tankstellen transportiert.

In Österreich wird der Großteil des erzeugten Biogases direkt vor Ort zur Stromerzeugung verwendet. Aber es gibt auch Anlagen, wo das Gas alternativ verwendet wird.
 

Veröffentlicht am 22.11.2017