Gelungene Klimaschutzaktionen in Gemeinden

Kreative Aktionen für die Bevölkerung geben oft den entscheidenden Impuls für eine hohe Akzeptanz von Umweltschutzprojekten in der Gemeinde. Oft können engagierte Bürger und Bürgerinnen zur Mitarbeit motiviert werden.

Nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ hilft klimaaktiv den Gemeinden bei der Umsetzung der unterschiedlichsten Aktionen, die zum Klimaschutz beitragen. Die Palette reicht von öffentlichen Preisausschreiben bis zur maßgeschneiderten Unterstützung von bereits geplanten Gemeindeprojekten.

Beispiele - Ein Potpourri

e5-Weiterbildung "Gutes Licht mit wenig Energie"
Neue Technologien werfen neue Fragen auf, viele davon konnten bei einer e5-Weiterbildung Ende 2011 in der Wallerseehalle beantwortet werden.
Über 300 BesucherInnen informierten sich direkt vor Ort bei Herstellern, Händlern und Beratungseinrichtungen im Rahmen einer Vortragsreihe und im direkten Gespräch über die LED-Technologie, Qualitätskriterien, Anwendungsbereiche, Wartung und Instandhaltung, Lichtplanung sowie Wirtschaftlichkeit und Kosten.
Die Organisation von Weiterbildungen ist ein Beispiel für die Unterstützung von e5-Gemeinden durch klimaaktiv.


• Nahversorgerkampagne
Die Stärkung der Nahversorgung ist nicht nur für die Belebung der heimischen Wirtschaft und für die Aufrechterhaltung sozialer Strukturen wichtig, sondern reduziert durch kurze Einkaufswege auch den Ausstoß von CO2.

Die Gemeinde Mühlbach am Hochkönig nahm das klimaaktiv mobil Beratungsangebot „Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen“ in Anspruch und entwickelte in diesem Zusammenhang eine Nahversorgerkampagne mit vier Betrieben. Durch Plakatwerbung und regelmäßige Angebote wurde die Bevölkerung auf die Vorteile des regionalen Einkaufens aufmerksam gemacht und im Ort einige konstruktive Diskussionen ausgelöst.

• Heizungspumpen Tauschaktion
Heizungspumpen verursachen ca. 3% des österreichischen Stromverbrauches. Neue Technologien ermöglichen nunmehr eine Energieeinsparung von bis zu 80%.

Ansbert Sturm, Manager der Klima- und Energiemodellregion Thayaland, startete im Juli 2012 mit den 15 regionalen Installateuren eine Kampagne zum Austausch alter Heizungspumpen gegen die neuen Effizienzpumpen. Bereits nach einem Monat lag die geschätzte Stromeinsparung durch die getauschten Pumpen bei über 8.000 Kilowattstunden pro Jahr.

• Aktion „Eisblockwette“
Bei dieser Dämmaktion wird ein großer Eisblock über einige Zeit in einem selbst gebastelten Modellhaus für etwa 3 Monate aufbewahrt. Die BürgerInnen können nun schätzen, wie viel Eis jeweils nach dem Zeitraum erhalten bleibt. Auf spannende Weise wird mit der Aktion verdeutlicht, was eine gute Wärmedämmung bewirkt.
Beispiel Graz: Im Juli 2012 wurde in Graz ein 2m³ großer Eisblock aufgestellt und mit einer 30 cm dicken Wärmedämmung in Passivhausqualität eingepackt. Der Eisblock war damit für 74 Tage der sommerlichen Wärme ausgesetzt. Nach 74 Tagen waren noch 75% vom Eisblock vorhanden.
Ob Neubau oder Sanierung, ob Eigenheim, Wohnung oder Gemeindegebäude: Bauen und Sanieren nach dem klimaaktiv Gebäudestandard garantiert höchste Wohnqualität bei geringen Energiekosten.

• Energiestammtische
Ob Sanierung, Heizungstausch, Beleuchtung oder Energieeffizienzmaßnahmen in Betrieben, beim monatlichen Stammtisch kann jede/r mitmachen und seine/ihre Erfahrungen den anderen BürgerInnen mitteilen. Bewährt hat sich in diesem Feld eine Kombination aus ExpertInnenvorträgen und Beiträgen von regionalen BürgerInnen oder Betrieben, um jeweils möglichst das ganze Spektrum von der Finanzierung über die optimalen Lösungen bis zum konkreten Produkt für die interessierten BürgerInnen abzudecken.
Für Fachbeiträge kann in vielen Bereich auf die ExpertInnen von klimaaktiv zurückgegriffen werden. Kontaktieren Sie die klimaaktiv Ansprechpartner oder wenden Sie sich direkt an das zuständige klimaaktiv Programm!

• Mobilitätstag
Für besonders lebhafte Diskussionen sorgt erfahrungsgemäß die Mobilität. Hier hat jede/r BürgerIn etwas zu sagen. Gleichzeitig ist sie jener Bereich, der in Österreich aktuell noch immer die negativste Tendenz im Hinblick auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen aufweist. Die Aktionsmöglichkeiten sind vielfältig: Die Prämierung des Radfahrers des Monats, Fahrgemeinschaftsbörse, Kindermeilen und viele weitere Aktionen zeigen alternative Mobilitätskonzepte auf.

• Aktionstage nutzen
Große europäische Aktionstage bieten gut organisierte Strukturen, um mit eigenen Veranstaltungen an die BürgerInnen heranzutreten.

Beispiele:

  • Mobilitätswoche (September; www.mobilitaetswoche.at)
  • Weltumwelttag (5.Juni)
  • Earth Hour: eine Stunde ohne Licht

Beispielsweise wurden in Purgstall an der Erlauf am Tag der Sonne 2012 von über 20 Ausstellern fertige Lösungen für die Nutzung zukunftsweisender Energienutzung präsentiert. Unter dem Motto „Erleben Sie die Energie der Zukunft“ konnten sich die BürgerInnen über thermische Solaranlagen für Warmwasser und Raumheizung,  Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung und Elektromobilität informieren.

• Projekttage für unsere Jüngsten
Die jüngsten BürgerInnen der Gemeinde sind gleichzeitig unsere Zukunft. Projekttage oder Projektwochen zu Umweltthemen in der Schule verankern auf spielerische Weise  Bewusstsein für eine nachhaltigen Umgang mit Energie und Umwelt nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen.
Angebote von klimaaktiv gibt es beim klimaaktiv Programm Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen, bei unserem Heizungspartner HOVAL (Seminar zu den unterschiedlichen Heizsystemen) und beim Klimabündnis.

• „Weg mit dem Plastiksackerl!“
Gemeinsam mit den lokalen Gewerbeunternehmen wird der Verzicht auf Plastiksackerl und der Ersatz durch Stofftragtaschen oder Einkaufssackerl aus Bioplastik (Nawaro-Sackerl) zur charmanten Kampagne für den lokalen Einkauf.

"My bag is not plastic" lautete der Titel eines Weltrekordversuches der Stadt Wieselburg. Mit über 3.650 gesammelten und verschiedenen Stofftaschen (für jeden Tag Zugehörigkeit zum Klimabündnis) wurde ein Weltrekord erreicht. Stadträtin Irene Weiß: "Große Vorhaben brauchen drastische Maßnahmen, damit man auf sie aufmerksam macht - daher habe ich diese "Weltrekordaktion" gestartet“ – Übrigens: Die Aktion war ein Erfolg und steht nun im Guiness-Buch der Rekorde.

 

Die angegebenen Aktionsvorschläge sind nur eine kleine Auswahl. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ziel ist jedoch immer die Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung, wodurch ein verändertes Verhalten ermöglicht wird.

Wer über einzelne Aktionen hinausgehen und kontinuierlich die BürgerInnen in der Gemeinde klimaaktivieren will, findet dafür im Rahmen einer Teilnahme am e5-Programm Unterstützung durch e5-BeraterInnen sowie zahlreiche Ideen und Aktionsvorschläge.

Vorteile für die Gemeinde

  • Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung
  • Kooperation mit regionalen Unternehmen
  • CO2-Reduktion
Veröffentlicht am 26.06.2019