Mit klimaaktiv zu klimaverträglichen und lebenswerten Quartieren und Siedlungen

Mit der integrierten Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung sind die Ziele bis 2030 gesetzt. Sie sieht unter anderem vor, den urbanen und ländlichen Raum klimafreundlicher zu gestalten, indem vorhandener Raum effizienter genutzt und eine sichere und kompakte Siedlungs- und Gewerbegebietsentwicklung ermöglicht wird.

Aber was macht nun eine Siedlung oder ein Quartier klimafreundlich? Aufgrund der Komplexität des Themas ist eine gesamtheitliche Betrachtung gefragt. Soll am Ende eine klimafreundliche und auch lebenswerte Siedlung stehen, setzt das eine umfassende Planung und das reibungslose Zusammenspiel vieler handelnder Akteure voraus.

Anhand konkreter Kriterien umfassend Planen und Umsetzen

Konkrete Unterstützung bieten die klimaaktiv Kriterien für größere Bauvorhaben, Quartiere, Grätzl und ganze Areale. Die Kriterien dienen zugleich auch als transparentes und qualitätsvolles Bewertungssystem für Siedlungsentwicklungen.

Die Kriterien unterstützen den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zur Konkretisierung. Vorbild bei der Entwicklung der Kriterien war ein Bewertungs- und Zertifizierungstool aus der Schweiz, in dem die Aspekte der Prozessentwicklung und Verantwortung, die baulich ökologischen Aspekte, die Energieversorgung und auch die Lage sowie Infrastruktur bewertet werden (2000-Watt-Areale).

Welche Themenfelder sind nun für eine gelungene, klimafreundliche Quartiers- und Siedlungsentwicklung wichtig? Welche Fragen sollte sich das Planungsteam stellen?

  • Management: Welche Ziele hat sich das Entwicklerteam gesteckt? Wie beabsichtigt man die Zielerreichung sicherzustellen? Wie schaut die Qualitätssicherung aus? Welche Auswahlverfahren werden genutzt (z.B. städtebaulicher Wettbewerbung oder ein kooperatives Planungsverfahren)?
  • Kooperation & Kommunikation: Mit wem arbeitet man wie zusammen? Wie wird der Dialog und Austausch mit allen Involvierten gesucht, welche Beteiligungsformate werden genutzt?
  • Städtebau: Wie wird das Quartier in das bestehende Umfeld integriert? Was für Konzepte gibt es zur Gestaltung des Außenraumes bzw. zur Erdgeschossnutzung? Auch bauliche Dichte und Flächenverbrauch sollten gut überlegt werden.
  • Gebäude: Welche Gebäudequalität strebt man an? Wie hoch ist die geplante Energieeffizienz? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Gibt es flexible Raumangebote?
  • Versorgung: Wie wird das Quartier mit Wärme, elektrischer Energie und Wasser versorgt? Welche Konzepte zur Abfallvermeidung sind geplant?
  • Mobilität: Welche Mobilitätsinfrastruktur wird genutzt bzw. neu errichtet (ÖV, Fuß- und Radwegenetz,…)? Welche alternativen Mobilitätskonzepte werden umgesetzt?

Wie kann die Klimaverträglichkeit beschrieben werden?

Alle Handlungsfelder haben Auswirkungen auf die zukünftigen CO2-Emissionen. Die Treibhausgas-Emissionen und die Primärenergie gesamt werden für die Verwendungszwecke Graue Energie, Betriebsenergie und Alltagsmobilität berechnet und mit den Zielwerten, die sich an der Vereinbarung von Paris orientieren, verglichen. Unterschreiten die Projektwerte die Zielwerte hat man es geschafft: Ein klimafreundliches und lebenswertes Quartier ist entstanden.

Information & Beratung

Wer sich für das Thema klimaverträgliche Quartiere / Siedlungen bzw. für den Kriterienkatalog oder eine ausführlichere Beratung für ein konkretes Projekt interessiert, wendet sich an Oskar Mair am Tinkhof vom SIR Salzburger Institut für Raumordnung & Wohnen, welcher den Themenschwerpunkt für das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv koordiniert.

Die Kriterien im Überblick finden Sie im Downloadbereich.

 

 

Veröffentlicht am 30.04.2020

Kontakt

Mag. Gregor Thenius Österreichische Energieagentur
Mariahilfer Straße 136
1150 Wien