Mustersanierung 2022

Ziel des Programms „Mustersanierung“ des Klima- und Energiefonds ist die umfassende Sanierung von betrieblich genutzten und öffentlichen Gebäuden, deren Energiebedarf danach zu mindestens 90 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt werden muss.

Für das Heizen von Gebäuden und die Aufbereitung von Warmwasser benötigt Österreich rund ein Drittel seiner Endenergie. Will man diesen Anteil bei bestehenden Gebäuden reduzieren, müssen dieser einer umfassenden Sanierung unterzogen werden. Um zu zeigen, wie eine deutliche Reduktion von Energiebedarf und CO2-Emissionen erreicht werden können, fördert der Klima- und Energiefonds erneut Best-Practice-Sanierungen mit 1,5 Mio. Euro, dotiert aus den Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK).

Zielgruppe

  • Sämtliche natürlichen und juristischen Personen zur Ausübung gewerblicher Tätigkeiten (jedoch nicht auf die Gewerbeordnung beschränkt)
  • Konfessionelle Einrichtungen und Vereine
  • Einrichtungen der öffentlichen Hand und Gebietskörperschaften sowie gemeindeeigene Betriebe, auch in Form von Betrieben mit marktbestimmter Tätigkeit

Beschreibung

Folgende Maßnahmen sind im Rahmen des Programms förderbar.  Für klimaaktiv Gold zertifizierte Gebäude kann ein Zuschlag von 5% zum Fördersatz gewährt werden. Ein klimaaktiv Quick Check ist im Rahmen der Planungsberatung möglich.

Thermisch-energetische Gebäudesanierung

Im Rahmen der Mustersanierung können Investitionsmaßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes von betrieblich bzw. öffentlich genutzten Gebäuden gefördert werden (Thermische Gebäudesanierung), insbesondere:

  • Dämmung der obersten Geschoßdecken bzw. des Daches
  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der untersten Geschoßdecke bzw. des Kellerbodens
  • Sanierung bzw. Austausch der Fenster und Außentüren (Kunststofffenster und -türen sind nicht förderbar)
  • Einbau von Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung inkl. Lüftungsleitungen, wenn diese freiwillig umgesetzt und nicht behördlich vorgeschrieben wurden.
  • Außenliegende Verschattungssysteme zur Reduzierung des Kühlbedarfs des Gebäudes (bewegliche bzw. unbewegliche Systeme)
  • Maßnahmen zur effizienten Energienutzung in der Haustechnik oder zur Rückgewinnung vorhandener Abwärme
  • Hinterlüftete Fassadensysteme und fassadengebundene Bepflanzung (förderbare Kosten max. 150 Euro/m2 )
  • Extensive und intensive Dachbegrünung sowie solare Gründächer
  • Fassadenbegrünung: fassadengebundene und bodengebundene Begrünung
  • Hydraulischer Abgleich in Warmwasserheizungen und Warmwasser-Leitungsnetzen

Maßnahmen zur Anwendung Erneuerbarer Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz

In Verbindung mit Mustersanierungen können zusätzlich Maßnahmen zur Anwendung erneuerbarer Energieträger und zur Steigerung der Energieeffizienz gefördert werden.

  • Photovoltaikanlagen sowie Photovoltaikfassaden bis zu 100 kWpeak (inkl. Speicher für Eigenverbrauchsoptimierung) aliquot zur Höhe des Jahresstromverbrauches des beantragten Gebäudes
  • Biomasse-Einzelanlagen
  • Thermische Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
  • Wärmepumpen
  • Anschlüsse an biogene Fernwärme (inkl. Anschlussgebühren und Baukostenzuschüsse)
  • die Errichtung von Verteilnetzen zur Wärmeversorgung von in der Mustersanierung beantragten Gebäuden (Wärmezentrale zu Gebäude)
  • Umstellung auf LED-Systeme
  • Messtechnik für das vorgeschriebene Energieverbrauchsmonitoring
  • Mehrkosten für Bauteilaktivierung
  • Mehrkosten für zusätzliche Regelsysteme zur weiteren Optimierung und Lastverschiebung, wie z.B. Berücksichtigung der  Wetterentwicklung, Schaltung von Verbrauchern

Förderprogramm „Mustersanierung“

Das Programm „Mustersanierung“ des Klima- und Energiefonds bereitet das Feld auf für eine möglichst rasche Verbreitung hoher Sanierungsstandards mit Hilfe von Vorzeigeprojekten aus der Praxis. Langfristiges Ziel des Förderprogrammes ist es, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu minimieren. Im Rahmen des Programmes werden umfassende Sanierungsprojekte von betrieblich genutzten und öffentlichen Gebäuden gefördert. Die Sanierungen zeigen, wie durch einen klugen Mix aus innovativer Wärmedämmung, aus Energieeffizienzmaßnahmen und der Integration erneuerbarer Energien das Haus sogar zu einem Kraftwerk werden kann, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht.

Interessierten bzw. potenziellen Förderwerber:innen bietet der Klima- und Energiefonds kostenlose inhaltliche Beratung bei der Einreichung. Sie können sich unter +43/316/811 848-20 oder mustersanierung@grazer-ea.at an Expert:innen der Grazer Energieagentur wenden.

Die Einreichfrist endet am 24.02.2023 (12 Uhr).

Veröffentlicht am 04.05.2022