Wissensvermittlung durch das ZOOM Kindermuseum

Das ZOOM Kindermuseum hat mit Unterstützung von klimaaktiv die Themen nachwachsende Rohstoffe, Biokunststoffe und Recycling in einer bisher einzigartigen Ausstellung kindgerecht aufbereitet.

Kunststoffe sind heute allgegenwärtig. Die Vielseitigkeit des Materials, seine Langlebigkeit und Robustheit sind Eigenschaften, die Kunststoff zu einem wertvollen Werkstoff machen, die aber auch problematische Seiten beinhalten, wenn Kunststoff nicht nachhaltig produziert und nicht umweltgerecht entsorgt wird.

Spielerisch lernen

In seiner Mitmachausstellung „Kunst / Stoff / Plastik“ widmet sich das ZOOM Kindermuseum dem komplexen Bereich der Kunststoffe und versucht Antworten auf die Fragen Woher? Wofür? Wohin? zu geben. Dabei wird Kindern im Alter von 6-12 Jahren vermittelt, was Kunststoffe eigentlich sind, wie man verantwortungsvoll damit umgeht, wozu man sie einsetzt und wo es vernünftigere Alternativen gibt. Mit Unterstützung des klimaaktiv Programm nawaro markt wurden auch Themen wie Biokunststoffe aus regionalen Rohstoffen, Vermeidung von Littering, Wiederverwertung, Recycling und regionale Wertschöpfung aufgegriffen.

Unter einer Mitmachausstellung wird die aktive Einbindung der Kinder in das Thema der Ausstellung verstanden. Im ZOOM Kindermuseum darf daher nach Lust und Laune gefragt, berührt, geforscht, gefühlt und gespielt werden. Kinder erkunden hier mit allen Sinnen die Welt und machen Erfahrungen mit Objekten und Situationen auf ihre spezifische Art und Weise. Sie sammeln dabei spielerisch sinnliche Eindrücke und emotionale Erfahrungen, die Lernprozesse auslösen und eigene Erkenntnisse ermöglichen. Aus diesem Grund wird SPIELEN im ZOOM groß geschrieben und macht Lernen zu einem individuellen und kreativen Prozess.
 

Konzeption der Ausstellung

Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Herstellung des Kunststoffes über seine Verwendung bis hin zur Sammlung, Sortierung und sinnvollen Weiterverarbeitung. Dabei steht am Anfang das Kohlenstoffatom, das sich zu Molekülen und in weiterer Folge zu Polymeren verbindet. Dieses komplexe Zusammenspiel wird in einer Videoinstallation erklärt und an der dazugehörenden Bastelstation können die Kinder mit Draht und Perlen ihren eigenen Kunststoff zusammenbauen. Zur Visualisierung vernetzter Polymere wurde ein überdimensionaler Tunnel aus Kunststoffnetzen gespannt. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung waren die Ausgangsstoffe, wobei hier neben importieren fossilen Rohstoffen auch Rohstoffe aus der heimischen Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz kommen können. Nun geht es darum, wie aus Polymeren Kunststoff und  in weiterer Folge ein Produkt entsteht. Dazu wird auf die gängigen Kunststoffe und Biokunststoffe eingegangen und Produkte daraus vorgestellt. In einem Kunststofflabor können die Kinder selbst durch Einschmelzen von Kunststoffgranulat und Farbpigmenten verschiedenfarbige Kunststoffe herstellen und auch wieder recyceln. Damit sind die Kinder auch bereits beim größten Teil der Ausstellung angelangt: der Sammlung, Wiederaufbereitung und Verwertung von Kunststoffabfällen. Dazu wird den Kindern in einem Wurfspiel vor Augen geführt, dass nur das, was in der Tonne landet auch wieder einem Recycling zugeführt werden kann. Anderenfalls kann es in die Natur gelangen und dort Umweltprobleme verursachen. Dies wird beim Müll-im-Meer-Spiel eindrucksvoll gezeigt, nämlich wie sich Kunststoffabfall im Ökosystem Ozean ansammelt und wie schwierig es ist, die Kunststoffe wieder herauszufischen. An einer weiteren Station begeben sich die Kinder mit Lupen auf die Suche nach Mikropartikeln aus Kunststoff im Sand. Des Weiteren wird in einem Schaukasten mit Erde der natürliche Abbauprozess von biologischem Abfall, Biokunststoff und konventionellem Kunststoff einander gegenübergestellt.

Nachwachsende Rohstoffe und Klimaschutz

Kinder bekommen mit Hilfe der ZOOM Ausstellung einen generellen Einblick in die Welt der Kunststoffe, ihrer Herstellung und dem Umgang mit Ihnen. Sie sollen dabei erkennen, dass Kunststoffe einen Wert besitzen und ein rücksichtsloser Umgang damit zu Umweltproblemen führen kann. Die sinnvolle Verwendung von Biokunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sowie die effiziente Sammlung von nicht mehr gebrauchten Kunststoffprodukten mit darauffolgendem Recycling werden daher als mögliche Lösungswege für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft vermittelt.  

Veröffentlicht am 11.01.2016