Pollen - Nachwachsende Rohstoffe für die Pharmazie

Kaum jemand weiß, dass für die Pharmaerzeugung auch Pollen verwendet werden können. Dieser nachwachsende Rohstoff wird zum Beispiel beim klimaaktiv Programmpartner Waldland aus Mais, Roggen und Timothegras gewonnen. Namhafte Arzneimittelhersteller aus der ganzen Welt schätzen die hervorragende Qualität von Pollen aus Österreich.

Von der Knospe bis zum Medikament - ein weiter Weg

Die Ernte der Pollen erfolgt jeweils unmittelbar vor Blühbeginn. Stark beeinflusst von Wetter- bzw. Temperaturverhältnissen kann die Blüte sehr rasch einsetzen und eine rechtzeitige Ernte vereiteln. In diesem Fall erfolgt dann die Ernte zur Ganzpflanzen – oder Körnernutzung zum klassischen Erntezeitpunkt.  Eine besondere Herausforderung ist die optimale Koordination des gesamten Erntemanagements bis hin zur Weiterverarbeitung. Jahrzehntelange Erfahrung, zahlreiche Experimente und unzählige Entwicklungsschritte sind die Erfolgsfaktoren dieser Arzneispezialität.

Die Kultur und Verarbeitung von Spezialpflanzen erfordert eine besondere Ausstattung von Maschinen und Geräten. In der Sonderkulturen Technik- und Entwicklungsabteilung sowie angeschlossener Werkstätte am Waldlandhof, werden die entsprechenden Maschinen entwickelt bzw. adaptiert. Der überbetriebliche Einsatz der Maschinen und Geräte ist Teil des gesamten Sonderkulturenprozesses bei Waldland.

Unmittelbar nach der Ernte werden die pollenhältigen Pflanzenabschnitte mittels großer Anhänger in die Trocknungsanlagen transportiert. Dort erfolgt die schonende Trocknung der Frischmasse. Anschließend werden die Pflanzen vermahlen und in Silos zwischengelagert. Schließlich wird das Mahlgut über eine Taumelsiebanlage geführt und der reine Pollen gewonnen. Verpackung und Lagerung erfolgen in einem Kühllager bei 6-8 Grad C.

Die gesamte Verarbeitung wird durch Analysen und Ergebnisse des hauseigenen Qualitätssicherungslabors begleitet. Damit kann im laufenden Betrieb eine optimierte Abstimmung der Arbeitsprozesse erfolgen.

Charakteristika von Pollen

  • Der Pollen ist hellgelb bis grünlich und sehr feinkörnig, Pollengröße: 0,05 bis 0,07 mm (wirkt wie grün-gelbes Mehl).

  • Reinheit in Bezug auf Pollenanteil ca. 80 %

  • Zusammensetzung: essentielle Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren Kohlenhydrate Vitamine Probiotika

  • Ernte von Maisfahnen (Cea mays). Jede 5. Reihe wird für die Bestäubung belassen, sodass im Herbst auch eine Körnerernte erfolgen kann.

  • Mähen der Roggenähren im Mai. Resthalme werden gemulcht, als Stroh genutzt oder in Biogasanlage verwertet. Das Feld wird nochmals bestellt.

  • Wichtig: Möglichst stundengenaue Ernteplanung, da nur vollreife Pollen medizinisch relevant sind, ca. 1.000 kg frische Ähren/ha

  • Gewinnung der Pollen mittels Vakuumsiebung.

  • Pelletierung der restlichen Grünmasse, hochwertiges Futtermittel.

  • Jährliche Ernte je nach Absatzlage z.B. ca. 400 Hektar Roggen.

  • Ertrag je Hektar: ca. 100 kg Pollen

  • Wirkstoff: Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Kohlenhydrate, Vitamine, Probiotika

Nutzung

Angeführte Pollen werden in pharmazeutischen Präparate zur Leberstärkung, Schmerztherapie, Demenzvorsorge, Prostataprophylaxe und in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Die vertraglich basierte Vermarktung erfolgt über internationale Abnehmer.

 

Veröffentlicht am 11.11.2016