Ressourcennutzung in Österreich

Entkoppelung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum durch steigende Ressourceneffizienz – Schlüssel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung.

Natürliche Ressourcen umfassen alle biogenen und nicht biogenen Ressourcen die einer menschlichen Nutzung zugeführt werden und betreffen insbesondere die Bereiche Ernährung, Energie, Produktion von Sachgütern und Wohnen. Damit bilden sie unsere Wirtschafts- und Lebensgrundlage.

Erhebung und Dokumentation

Eine industrielle Gesellschaft benötigt große Mengen an natürlichen Ressourcen. So stieg beispielsweiße der weltweite Ressourcenverbrauch zwischen dem im Jahr 1960 und 2010 von 12,5 Milliarden Tonnen auf etwa 71 Milliarden Tonnen im Jahr. Treiber dieser Entwicklung waren einerseits das Bevölkerungswachstum und andererseits der steigende Lebensstandard. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass die Nutzung der natürlichen Ressourcen aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und Reproduktion nicht beliebig erweiterbar ist und in den allermeisten Fällen eine Umweltbelastung darstellt. Bereits heute verbrauchen wir ein Vielfaches der nachhaltig nutzbaren Ressourcen. Das Thema Ressourceneffizienz ist daher eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Der alle 2 Jahre erscheinende Bericht Ressourcennutzung in Österreich gibt Auskunft über den aktuellen Ressourcenverbrauch und über die wesentlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. Dabei werden vor allem der Verbrauch von Materialien wie Biomasse, Metallen, Nichtmetallischen Mineralien und fossile Energieträgern aber auch natürliche Ressourcen wie Luft und Wasser erfasst. Grundlage für die Dokumentation der Ressourcennutzung in Österreich ist unter anderem die Materialflussrechnung der Statistik Austria, mit welcher sowohl der Materialeinsatz als auch der Materialverbrauch detailliert erhoben werden.

Ressourcennutzung

Entsprechend der Materialflussrechnung wurden in Österreich im Jahr 2012 rund 187 Mio. Tonnen an natürlichen Ressourcen verbraucht. Davon entstammten gut 150 Mio. Tonnen aus heimischer Produktion und in der Außenhandelsbilanz überstiegen die Importe die Exporte um rund 37 Mio. Tonnen. Im Vergleich zum Gesamtverbrauch im Jahr 1960 ist der Verbrauch um gut 60% gestiegen. Mehr als die Hälfte dieses Verbrauchs waren Nicht-metallische Mineralstoffe, welche vor allem im Baubereich Verwendung fanden. Die zweite große Fraktion waren biogene Ressourcen mit einem Anteil von 23%, was 42 Mio. Tonnen Material entspricht. Sie wurden hauptsächlich zur Sicherung der Lebensmittel-, Futtermittel- und Energieversorgung verwendet. Rund 15% des Ressourcenverbrauchs bzw. 28 Mio. Tonnen entfielen auf fossile Energieträger. Metalle waren mit einem Anteil von 5% bzw. knapp 10 Mio. Tonnen die kleinste Fraktion in der aktuellen Materialflussrechnung. Wird der Ressourcenverbrauch jedoch auf die Bevölkerung umgelegt, zeigt sich, dass auch der pro Kopf Verbrauch in Österreich stieg, wenn auch in geringerem Ausmaß als der Gesamtverbrauch. Er lag im Jahr 2012 bei rund 22 Tonnen Material pro Einwohner und war damit um 27% über dem pro Kopf Verbrach von 1960. Damit war Österreichs pro Kopf Verbrauch immer noch mehr als doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt von ca. 10 Tonnen und liegt auch über dem europäischen pro Kopf Verbrauch von etwa 13 Tonnen im Jahr. Auf den Tag gerechnet verbrauchte jeder Österreicher im Jahr 2012 etwa 60 Kilogramm Material, 355 Megajoule Energie, 751 Liter Wasser und 1 Hektar Fläche. Durch eine Gegenüberstellung des Ressourcenverbrauchs mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird die Materialeffizienz ausgedrückt (BIP/Ressourcenverbrauch). Das BIP stiegt seit dem Jahr 1960 von rund 63 Mrd. € um den Faktor 4 auf rund 272 Mrd. € im Jahr 2012. Die Materialeffizienz stieg im Vergleichszeitraum somit deutlich stärker als der Ressourcenverbrauch. Ein Vergleich des Ressourcenverbrauchs mit dem Human Development Index zeigt auch, dass Lebensstandard trotz stagnierendem Verbrauchsanstieg weiter ansteigt. Demzufolge ist eine steigende Ressourceneffizienz nicht zwangsläufig mit Verzicht oder gar Rückschritt verbunden.

Nutzung biogener Ressourcen

Biogene Ressourcen haben großen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch in Österreich. Sie sind nicht nur die zweitgrößte Fraktion sondern stammen auch zu hohem Anteil aus heimischer Produktion und weisen eine annähernd ausgeglichene Außenhandelsbilanz auf. Im Jahr 2012 wurden etwa 39 Mio. Tonnen in Österreich produziert. Die größte biogene Ressource ist Holz mit rund 17 Mio. Tonnen gefolgt von Futterpflanzen und Nebenprodukte (16 Mio Tonnen) sowie Ernährung und stofflichen Nutzungen (12 Mio. Tonnen). Wichtige Beiträge von klimaaktiv im Bereich Nutzung biogener Ressourcen sind der Aktionsplan für die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe sowie die Dokumentation der Holzströme und gesamten biogenen Materialflüsse in Österreich mittels Materialflussbilder.

Veröffentlicht am 11.11.2016