Waldcampus Österreich in Traunkirchen

In Traunkirchen entstand in nur 15 monatiger Bauzeit Europas modernstes forstliches Aus- und Weiterbildungszentrum.

Das neue Bildungszentrum wurde auf dem Gelände des ehemaligen Landeskrankenhaus Traunkirchen errichtet und vereint die Forstfachschule Waidhofen/Ybbs sowie die forstliche Ausbildungsstätte Ort/Gmunden an einem Standort. Weiters befindet sich dort auch der Standort des Einforstungsverbandes. Weitere Ideen zum Thema Wald&Holz sind in Vorbereitung.

Die Wahl des Standortes war gut überlegt, denn die Holznutzung hat die Region bereits über Jahrhunderte geprägt. Durch die Ausbildungsstätte wurden 60 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem sind die nahen Forstflächen ideal für die praktische Ausbildung der rund 70 Schüler.

Naheliegend ist damit auch, dass Holz als Baustoff für das Bildungszentrum eine zentrale Rolle spielte. Das Gmundner Architekturbüro Hinterwirth unterteilte das Bildungszentrum in drei Teile – Verwaltungsgebäude, Lehrgebäude und Unterkünfte. Die Verwaltung ist in einem denkmalgeschützten aber umfassend sanierten Bestandsgebäude aus dem Jahre 1866 untergebracht. Daran schließen über Zwischentrakte die beiden Holzgebäude an. Insgesamt stehen auf 15.000 m2 Nutzfläche moderne Schulungsräumen, Lehrwerkstätten, Klassenzimmern und Seminarräumen sowie Museum, Sportsaal, Mensa und Schülerheim mit 170 Betten zur Verfügung. Das Schülerheim wird auch als Seminarhotel genutzt. Bei der Planung der Gebäude wurde besonders auf Energieeffizienz, Ökologie, geringe Betriebskosten und einen effizienten Schulungsbetrieb wert gelegt. Die nahe Bahnstation Traunkirchen sowie die Salzkammergut-Bundesstraße sorgen für eine gute Erreichbarkeit dieses forstlichen Bildungszentrum, das seit Jänner 2019 als Waldcampus Österreich geführt wird. 

Als Baustoff wurde Brettsperrholz gewählt, dass sich sehr gut für die Vorfertigung und Modularisierung von Bauteilen eignet. Auf diese Weise können Wand- und Deckenelemente unter kontrollierten Bedingungen vorgefertigt und die Errichtungszeit auf der Baustelle verkürzt werden. Eine vorgehängte Holzschalung mit zurückspringenden Fensterbändern gliedert die einzelnen Geschosse und unterbricht den Baukörper. In ähnlicher Bauweise entstanden in der Umgebung begleitend mehrere großvolumige Wohngebäude für Familien und betreutes Wohnen. Was wäre ein Waldcampus, wenn nicht Holz auch für die Wärmeversorgung eingesetzt würde. Dazu wurde am Werkstättenhof eine Biomasseheizzentrale mit Mikronetz errichtet. Diese versorgt sowohl die Gebäude des Bildungszentrums als auch die umliegenden Wohngebäude. Herzstück der Anlage sind zwei Kessel mit insgesamt 1,25 MW installierter Leistung. Die Anlage wird als Contracting-Lösung durch die Firma Aigner betrieben, welche die Anlage auch geplant, finanziert und errichtet hat und eine lückenlose Versorgung des Waldzentrums sicherstellt.

Alle drei Gebäude erreichten Passivhausstandard und wurden mit klimaaktiv Gold ausgezeichnet:

 

Verwaltung

  Schule

Unterkünfte

kond.BGF in m²

2.945

3.941

6.473

HWB*V,NWG,RK in kWh/m³a

14,4

9,5

4,0

PEB in kWh/m²BGFa

181,2

97,26

197,9

CO2 in kgCO2/m²BGFa

15,6

10,92

27,6

klimaaktiv-Punkte

965

976

949

 

Weiter Informationen finden Sie unter www.klimaaktiv-gebaut.at

Veröffentlicht am 12.08.2019