Bioschmierstoffe im Freiland

Bioschmierstoffe sind eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Schmierstoffen aus fossilen Rohstoffen.

Eine gute biologische Abbaubarkeit ist aus ökologischer Sicht insbesondere für den Einsatz im Freiland von Vorteil. Leider kann es bei einem Maschineneinsatz im Freilandbereich immer wieder vorkommen, dass ein Schmierstoff austritt und die Umwelt belastet. Der hier verwendete Schmierstoff sollte daher möglichst unbedenklich sein. Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und die Baubranche sind Bereiche die besonders betroffen sind. Für freiliegende Maschinenteile werden Schmierstoffe als Verlustschmierung genutzt, wobei sie laufend an die Umwelt abgegeben wird. Ein wohlbekanntes Beispiel dafür ist die laufende Schmierung bei Motorsägen. Aber auch aus geschlossenen Kreisläufen, wie z. B. der Motorschmierung, kann Öl austreten. Der Umwelt zuliebe sollte beim Maschineneinsatz im Freiland daher besonders darauf geachtet werden immer biologisch abbaubare Schmierstoffe einzusetzen.

Vorteile von Bioschmierstoffen:

  • Stark gemindertes Umweltrisiko bei Ölaustritten
  • Geringe Toxizität
  • Biologischer Abbau bei Verlustschmierstoffen
  • Technische Vorteile wie höhere Viskosität und Oxidationsbeständigkeit
  • Fossile Rohstoffe werden durch heimische Produkte ersetzt
  • Neuer Markt für landwirtschaftliche Produkte

Die biologische Abbaubarkeit und eine natürliche Rohstoffbasis sind  mittlerweile anerkanntes Kriterium für die Zertifizierung durch das Österreichische Umweltzeichen. Zur Prüfung der biologischen Abbaubarkeit haben sich mittlerweile die OECD Prüfverfahren etabliert. Für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Produkt wurden Mindestanteile entsprechend dem Anwendungsbereich definiert. Weitere Informationen werden auf der Homepage des Umweltzeichens bereitgestellt. Die Einsatzbereiche dieser biologisch abbaubaren Schmierstoffe werden, gleich wie bei konventionellen Schmierstoffen, auf der Verpackung angegeben. Darüber hinaus erhält der Kunde Informationen zu den genauen Produkteigenschaften wie Viskosität und Anwendungsbedingungen z.B. Temperaturbereich. Die angeführten R-Sätze geben zusätzlich Auskunft über potentielle Gefahren, welche von dem Stoff ausgehen können. Dennoch auch schnell abbaubare Schmierstoffe sollten nach ihrem Einsatz getrennt gesammelt und einer geeigneten Verwertung bzw. Entsorgung zugeführt werden.

Schmierstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Biologisch abbaubare Schmierstoffe lassen sich generell sowohl aus nachwachsenden Rohstoffen als auch aus Mineralöl herstellen. Die Produkte sind auch bei den Einsatzbereichen ident. Bioschmierstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen haben jedoch den Vorteil, dass sie aus heimischen Rohstoffen erzeugt werden und damit fossile Rohstoffe ersetzen. Dies ist nicht nur ein positiver Beitrag zur Senkung der Kohlendioxidemissionen, sondern mindert auch die Importabhängigkeit der österreichischen Wirtschaft. Darüber hinaus weisen viele Bioschmierstoffe technische Vorteile auf. Veresterte Pflanzenöl haben beispielsweiße eine höhere Temperatur- und Oxidationsbeständigkeit. Sie enthalten weniger ungesättigte Fettsäuren, was zu einer besseren Viskosität und damit zu einer Verschleißminderung bei tiefen Temperaturen führt. Bei der Umstellung auf Bioschmierstoff ist auf dessen Verträglichkeit in den Maschinen und Geräten zu achten. Verschiedene Teile wie Dichtungen, Schläuche und Kunststoffteile sollten auf die Verträglichkeit geprüft werden. Oft liegen bereits Freigaben durch den Hersteller oder dem Handel vor. Im Zweifelsfall sollte beim Hersteller angefragt werden.

Veröffentlicht am 04.12.2015