Thermische Bauteilaktivierung als Beitrag zur Energiewende

Eine große Herausforderung des erneuerbaren Stroms aus Wind oder Sonne ist seine wechselnde Verfügbarkeit. Deshalb ist es sinnvoll, „Überschussmengen“ zwischen zu speichern und erst später zu nutzen. Geeignete Speicher können die Beton-Zwischendecken neuer Wohngebäude sein.

In Österreich werden derzeit jedes Jahr etwa 50.000 Wohnungen in neuen Wohngebäuden baubewilligt und dabei etwa 4 Millionen Quadratmeter Betondecken hergestellt. Das eröffnet neue Chancen für die Energiewende.

Würde in den nächsten 10 Jahren nur ein Viertel dieser Betondecken thermisch aktiviert, würde ohne besondere Zusatzkosten eine Speicherkapazität geschaffen, mit welcher die Schwankungen der erneuerbaren Stromerzeugung weitestgehend ausgeglichen werden könnten.

3fach-Nutzen: Heizen, Kühlen, Speichern

Bauträger, Planerinnen und Planer, die häufig thermische Bauteilaktivierung umsetzen, haben die Erfahrung gemacht, dass die Bauteilaktivierung im Vergleich zur stark nachgefragten Fußbodenheizung meist nicht teurer ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass dasselbe System sowohl zur Heizung als auch zur Kühlung eingesetzt werden kann. Neben den verbesserten Komfortbedingungen in Wohnbauten, werden auch Speicher geschaffen, die eine umfassende Nutzung erneuerbaren Stroms ermöglichen könnten. Damit wird die thermische Bauteilaktivierung in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Rahmenbedingungen für die praktische Anwendung der thermischen Bauteilaktivierung mit Fokus auf den mehrgeschossigen Wohnbau und bisherige Erfahrungen mit den Kosten wurden in einem Working Paper analysiert.

Veröffentlicht am 21.05.2019

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Dipl.-Ing. Ernst Meißner Grazer Energieagentur GmbH
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