Wärme- und Kälteversorgungssysteme für Wiener Gründerzeithäuser

Für eine Dekarbonisierung des Gebäudesektors ist es wichtig, erneuerbare Wärme- und Kälteversorgungssysteme auch in Bestandsgebäuden einzusetzen. Im Rahmen einer Masterthesis wurden technische und wirtschaftliche Möglichkeiten untersucht, um auch Wiener „Gründerzeithäuser“ (Baujahr vor 1919) mit erneuerbaren Energieträgern zu versorgen.

David Stuckey (Institute of Building Research & Innovation) hat Wiener „Gründerzeithäuser“ (Baujahr vor 1919) mit verschiedenen thermischen Hüllqualitäten im Detail analysiert und den Einsatz erneuerbarer Energieträger sowohl aus ökonomischer, wie auch aus ökologischer Sicht bewertet.

Die Ergebnisse der Studie

Die Energieversorgung eines thermisch unsanierten Gründerzeitgebäudes mit erneuerbaren Energieträgern ist möglich. Die Kombination aus Sole‑Luft Wärmetauscher und Erdsonden hat sich als die idealste Form der Energieversorgung erwiesen. Sie ermöglicht, flexibel auf Energieanforderungen reagieren zu können und gewährleistet bei allen Außentemperaturen einen hocheffizienten Wärmepumpen-Betrieb – erkennbar an den niedrigsten CO2‑Emissionen sowie (verglichen mit den anderen Systemen) niedrigsten annuitätischen Kosten.

Energiebedarf und Möglichkeiten der erneuerbaren Deckung

Der Gesamt-Energiebedarf der Energieversorgungssysteme (für Heizung, Kühlung und Warmwasser), bei einem Heizwärmebedarf (HWB) von 78 kWh/(m²BGF.a), beträgt zwischen 128 kWh/(m²BGF.a) und 176 kWh/(m²BGF.a). Der Gesamt-Strombedarf macht davon zwischen 24 % und 36 % aus. In der Jahresbilanz kann der Gesamt-Strombedarf mit 15 kWh/(m²BGF.a) aus Photovoltaikanlagen gedeckt werden.

Veröffentlicht am 03.06.2020

Kontakt

David Stuckey, MSc Wipplingerstraße 23/3
1010 Wien
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