95 % der Solaranlagen in Vorarlberg könnten mehr Ertrag liefern

Im Rahmen von Solaranlagen-Checks hat das Energieinstitut Vorarlberg gemeinsam mit unabhängigen Ingenieurbüros fast 1.100 thermische Solaranlagen überprüft. Das Resümee lautet, dass 95 % der zwischen fünf und 25 Jahre alten Anlagen mehr Ertrag liefern könnten. 
Alle Erkenntnisse aus den Solaranlagen-Checks finden sich auch in der neuen klimaaktiv "Qualitätslinie Solarwärme". 

Wie alle technischen Anlagen müssen auch Solaranlagen regelmäßig gewartet werden, um dauerhaft funktionsfähig zu bleiben. Schon kleine Mängel, die sich betriebs- und verschleißbedingt im Lauf der Zeit in nahezu alle Anlagen einschleichen, wirken sich mitunter gravierend auf den Ertrag aus. Luft in der Anlage, defekte oder lose Fühler, verschmutzte oder eingetrübte Kollektoren sind einige der häufigsten Mängel.

Anlagen älter als zehn Jahre jedenfalls anschauen lassen

Solarexperte Wilhelm Schlader vom Energieinstitut Vorarlberg sieht keinen Grund zur Panik, empfiehlt aber klar: „Bringt man sein Auto nie zum Service, wird es irgendwann nicht mehr fahren. So sollten auch Solaranlagen regelmäßig überprüft werden. Ist die Anlage an die zehn Jahre alt, ist es höchste Zeit für einen Service durch den Fachbetrieb. Der Service führt fast immer unmittelbar zu einem besseren Ertrag und einer längeren Lebensdauer der Anlage.“

Mängel lassen sich leicht beheben

Rund zwei Drittel der Anlagen weisen Mängel auf, die sich im Rahmen eines Services sofort und mit wenig Aufwand beheben lassen. Ein regelmäßiger Blick auf die Anlage sichert die Funktionsfähigkeit und dauerhaft mehr Ertrag. So hat das Energieinstitut Vorarlberg die wichtigsten Tipps für den Selbstcheck auf einem Merkblatt (siehe Download) zusammengefasst.

Ausfall wird nicht immer bemerkt

Ein regelmäßiger Selbstcheck ist auch darum wichtig, weil in vielen Fällen der teilweise oder vollständige Ausfall der Solaranlage vom Heizsystem oder einer E-Patrone im Speicher kompensiert und vom Anlagenbesitzer daher nicht bemerkt wird.

Potential für signifikanten Mehrertrag

Im Rahmen des Solaranlagenchecks von Energieinstitut Vorarlberg und den e5-Gemeinden wurden von Anlagenbesitzern rund 1.100 Anlagen zum Check angemeldet und von technischen Büros nach einem Standardverfahren geprüft. Die Kosten für die Checks wurden zum Teil von den Gemeinden übernommen.

Die geprüften Anlagen waren zwischen fünf und 25 Jahre alt. Knapp 60 % der Anlagen waren voll funktionsfähig oder wiesen geringe Mängel auf, die den Ertrag mehr oder weniger stark mindern und ohne großen Aufwand zu beheben sind. 26 % der Anlagen wiesen Mängel auf, die mittelfristig zum Funktionsausfall der Anlagen geführt hätten und 4 % der Anlagen funktionierten zum Zeitpunkt des Checks überhaupt nicht mehr.

Würden die Mängel aller rund 15.000 etwa gleich alten Solaranlagen im Land behoben, könnten jährlich 15 Millionen Kilowattstunden mehr Solarertrag generiert werden. Die dadurch eingesparte Energiemenge entspricht rund 500 Tanklastzügen Heizöl pro Jahr.

Veröffentlicht am 05.07.2018

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Ing. Wilhelm Schlader Energieinstitut Vorarlberg
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