klimaaktiv Fachexkursion 2018

Am 04.06.2018 trafen sich Bauträger, ArchitektInnen, HautechnikplanerInnen und Behördenvertreter zur diesjährigen klimaaktiv Fachexkursion. Ziel war das energieeffiziente Bauen und Sanieren sowie die erneuerbare Wärmeversorgung von Gebäuden dies- und jenseits des Brenners genauer unter die Lupe zu nehmen (die Präsentationen zu den einzelnen Themen sind unter den Downloads verfügbar).

Auf Einladung der „Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus“ – auch bekannt als casa clima – wurde zuerst das Südtiroler Landesraumordnungsgesetz und der Frage, wie Südtirol versucht kompakte Siedlungsstrukturen zu fördern und Zersiedelung zu stoppen vorgestellt. Auch die Formen der Gebäudedeklaration in Südtirol wurden ausgiebig diskutiert.

Danach erfolgte die Besichtigung der Wohnanlage „Köstenweg“ in Bozen, die auf einen sehr hohen bautechnischen und bauökologischen Standard saniert wird. Bei Arch. Benedikter und Arch. Kopeinig von der Planungsgruppe Köstenweg gehören vorgehängte Fassadenteile ebenso zum Konzept, wie die Nachrüstung von Komfortlüftungen und die Deckung der Wärmeversorgung durch Erdwärmesonden und Solarthermie.

Danach ging es zu einem Bergbauernhof, der Schritt für Schritt von einem klassischen Landwirtschaftsgebäude in ein Wohnhaus mit mehreren Einheiten umgebaut wird. Auch hier wurde wieder mit vorgefertigten Fassadenelementen gearbeitet.

An Tag zwei wurde zuerst das Bildungshaus St. Michael – ein klimaaktiv Gold deklariertes Gebäude der Diözese Innsbruck – besichtigt. Die Diözese hat – angeleitet durch die Enzyklika Laudato si – beim Um- und Neubau der Bildungseinrichtung den üblichen Planungsweg verlassen und sich ganz bewusst für ein Gebäude entschieden, das die klimaschädlichen Emissionen auf ein Minimum reduziert. Nicht nur im Betrieb, sondern auch während der Errichtung und bei der Entsorgung der Baustoffe soll das so bleiben. Die Prozesssicherung erfolgt mittels klimaaktiv-Deklaration. So konnten sich die ExkursionsteilnehmerInnen vor Ort überzeugen, dass durch einen integralen Planungsansatz und die frühe Einbeziehung der Gebäudetechnik in den Planungsprozess, hervorragende Gebäude ohne signifikanten Mehraufwand errichtet werden können.

Dass der Klimaschutz immer mehr in die Mitte des Handelns rückt wurde auch bei den letzten Stationen deutlich. Die Neue Heimat Tirol, ein gemeinnütziger Bauträger aus Tirol, hat sich selbst dazu verpflichtet zukünftig alle bestehenden und neu errichteten Wohnungen mit erneuerbaren Energieträgern zu versorgen. Aktuell befinden sich rd. 1.000 Wohneinheiten in Bau.

Last but not least stand der Besuch bei einem innovativen Jungunternehmen auf dem Programm. Die Firma Ovum entwickelt und vertreibt Wärmepumpen. Allerdings beschäftigen sich die TechnikerInnen nahe Kufstein mit der schwierigen Fragestellung vor allem mehrgeschossige Wohnbauten mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Wie kann den Anforderungen an die Trinkwasserhygiene in den einzelnen Einheiten entsprochen werden? Der Lösungsvorschlag sieht dezentrale Warmwasser-Wärmepumpen vor – nicht größer als ein Elektroboiler werden diese Anlagen in Abstell- oder Feuchträumen installiert. Im Winter werden diese Kleinstwärmepumpen durch das Hauptheizungssystem versorgt. Im Sommer beziehen sie ihre Energie aus dem Fußboden, was den angehnehmen Nebeneffekt der Raumkühlung hat.

Veröffentlicht am 02.11.2018

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