Rücklauftemperatursenkung eines Großabnehmers

Im Wärmenetz der Stadtwerke Gleisdorf konnte durch einfache Maßnahmen bei einem Großabnehmer die Rücklauftemperatur erheblich gesenkt werden.

Die Stadtwerke Gleisdorf haben sich das ambitionierte Ziel gesetzt, das vorwiegend erdgasversorgte Stadtgebiet von Gleisdorf auf eine erneuerbare Wärmeversorgung mit regionalen Energieträgern umzustellen. Dazu wurde beginnend im Jahr 2009 die Planung und Umsetzung eines Biomasse-Fernwärmenetzes mit Integration von Solarthermie gestartet. Im Zuge des kontinuierlichen Netzausbaus in Gebieten mit hohen Wärmedichten werden neue Wärmeabnehmer angeschlossen sowie bestehende Mikronetze, bestehende Heizzentralen und neue Solaranlagen integriert, sodass das Wärmenetz nunmehr mit vier ins Netz integrierten Heizzentralen (2 Biomassekessel, mehrere dezentrale Gas-Spitzenlastkessel, 4 Solaranlagen) rund 80 vorwiegend größere Wärmeabnehmer mit einer Anschlussleistung von 5,7 MW versorgt.

Die Stadtwerke Gleisdorf sind nicht nur bestrebt das Nahwärmenetz weiter auszubauen, sondern das Gesamtsystem laufend zu optimieren. Auf Basis einer systematischen Untersuchung und Bilanzierung wurden Verbesserungspotentiale festgestellt, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Teil davon ist auch die Senkung der Rücklauftemperaturen, um Pumpstromkosten und Wärmeverluste zu reduzieren, neue Transportkapazitäten in einem bestehenden Netz zu schaffen und den Ertrag der solarthermischen Anlagen zu erhöhen. Dazu wurden bei einem 950 kW – Fernwärmeanschluss, der über einen sekundärseitigen Verteiler mehrere Heizkreise eines Gebäudekomplexes und über ein Mikronetz weitere Objekte versorgt, erfolgreich und kostengünstig Maßnahmen umgesetzt.

Die sekundärseitigen Verteilungs- und Heizungssysteme (u.a. Radiatorenkreise, Einrohrsysteme, Warmwasserbereitung) sind „historisch gewachsen“, weisen keine einheitlichen Standards und unterschiedliche Zuständigkeiten auf und können vom Wärmeversorger nur begrenzt beeinflusst werden. Die ungeregelten Verteilpumpen liefen auf höchster Stufe und einige Heizkreise wiesen sehr geringe Spreizungen auf. Durch eine gezielte Einstellung der Betriebsstufe einzelner Pumpen, konnte ohne nennenswerten Aufwand eine Reduktion der Rücklauftemperaturen von rund 10 K im Vergleich zur Heizsaison des Vorjahres erreicht werden (siehe Diagramm).

Um negative Auswirkungen auf die versorgten Objekte auszuschließen, wurden die jeweils zuständigen Personen und auch die Nutzer der Objekte informiert, sensibilisiert und um Rückmeldung von etwaigen positiven oder negativen Veränderungen gebeten. Dies wurde äußerst positiv aufgenommen und hat gezeigt, dass es zu keinerlei Beeinträchtigungen im Komfort gekommen ist.

Kontakt: DI Harald Schrammel, AEE INTEC, Email: h.schrammel@aee.at

Veröffentlicht am 31.07.2017