Biogasaufbereitung

Die Biogastechnik hat den riesigen Vorteil, dass das entstehende Biogas den gleichen Hauptenergieträger wie Erdgas, nämlich das Methan (CH4), enthält.

Neben Methan und Kohlendioxid beinhaltet das Rohbiogas auch geringe Mengen an Stoffwechselprodukten aus dem anaeroben Umbauprozess und ist zudem mit Wasserdampf gesättigt.  

Entschwefelung & Entwässerung

Eine in den Fermenter integrierte biologische Entschwefelung wird durch das Einblasen von Luft (i.d.R. 8-12Vol.-%. des Biogasvolumens) in den Gasraum des Fermenters erreicht. Bakterien verarbeiten den in Schwefelwasserstoff gebundenen Schwefel mit Sauerstoff zu elementaren Schwefel und Wasser. Dieses Verfahren ist technisch sehr einfach auszuführen und Stand der Technik vor allem bei kleinen Biogasanlagen.

Das im Biogas enthaltenen Wasser wird vielfach durch abkühlen des Biogases erreicht. Dazu werden die Biogasleitungen durch den Boden geführt und und auf eine geregelte Wasserableitung geachtet.

Methananreicherung
Ehe Biogas in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden darf, muss es bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, um einen sicheren Betrieb des Gasnetzes und der Endgeräte bei den Gasverbrauchern zu gewährleisten. Das in den Erdgasnetzen strömende Erdgas hat einen Methananteil von mind. 96% in Österreich. Einige österreichische Biogasanlagen besitzen bereits Verfahren zur Gasaufbereitung. Die nachstehenden Verfahren können die Biogasbegleitgase Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff in unterschiedlichen Qualitäten aus dem Rohbiogas entfernen.

  • Druckwasserwäsche: CO2 wird in einer Waschflüssigkeit gelöst (zB. Wasser, Natronlauge)
  • Druckwechseladsorption: CO2 wird an einem Adsorptionsmittel (idR. Kohlenstoff) über elektrostatische Kräfte gebunden und damit abgetrennt
  • Membranverfahren: Begleitgase werden aufgrund unterschiedlicher Molekülgrößen vom Methan abgetrennt
  • Aminwäsche: CO2 wird durch ein Waschmittel aus dem Biogas ausgewaschen
Veröffentlicht am 21.01.2021