Frühwarnindikator für Störungen im Biogasprozess entwickelt

Eine Erhöhung der Prozessstabilität ist wesentlich für den stabilen und effizienten Biogasanlagenbetrieb. Im Zuge des Projekts „ProGas“ entwickelten Forscher ein Frühwarnindikatorsystem zur Überwachung der Prozessstabilität.

Mit dem Verbundvorhaben „ProGas“ unterstützte das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Entwicklung eines Frühwarnindikators, mit dem Biogasanlagen stabil, effizient und flexibel betrieben werden können. Bei hoher Prozessbelastung fördert der Eintrag von Additiven die Ausbildung von Aggregaten zur Ansiedlung von Mikroorganismen und unterstützt die Etablierung einer besonders leistungsstarken Gemeinschaft aus Biogasbakterien. Die Erhöhung der Organismendichte führt zur Prozessstabilisierung, insbesondere bei schneller Leistungssteigerung im Zuge der bedarfsgerechten Biogaserzeugung.

Forscher entwickelten einen Frühwarnindikator zur Überwachung der Prozessstabilität in Biogasanlagen. Dessen Einsatz dient der Vorhersage von Prozessstörungen und der Ableitung von Handlungsempfehlungen und ermöglicht so die Erhöhung der Prozessstabilität ohne große Investitionen.

Als neuer Frühwarnindikator für NAWARO-Anlagen dient das Verhältnis aus dem Gehalt an organischen Säuren zur elektrischen Leitfähigkeit (FWI A/elCon). Vorteil des neuen Indikators: Er reagiert sensitiver als konventionell genutzte Mess- und Analysewerte. Für Abfallbiogasanlagen wurden ähnliche Frühwarnindikatoren entwickelt, die aufgrund geringerer Gehalte an langkettigen Fettsäuren jedoch weniger für Nawaro-Anlagen geeignet sind.

Quelle: FNR

Veröffentlicht am 23.09.2019