Biogasanlage als Systemdienstleister

Biogasanlagen können in einem heutigem und in einem zukünftigen System mit 100% erneuerbaren Energieträgern einen wertvollen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten.

Damit alle elektrischen Geräte einwandfrei funktionieren, darf die Frequenz im Stromnetz nur geringfügig schwanken. Diese Schwankungen entstehen, wenn die Erzeugung nicht exakt mit dem Verbrauch übereinstimmt. Naturgemäß bestimmen die Verbraucher durch Zu- und Abschaltung von Geräten den momentanen Stromverbrauch. Aufgabe des Stromnetzbetreibers ist es, die Erzeugung immer exakt dem Verbrauch anzupassen. Dies wird durch positive Regelleistung (Zuschaltung von Erzeugung) sowie negative Regelleistung (Abschaltung/Drosselung von Erzeugung) gewährleistet. Für diese rasche Anpassung der Stromerzeugung sind Pumpspeicherkraftwerke, Gaskraftwerke und Biogasanlagen geeignet.

Biogasanlagen können aber auch mehr! Denn Biogasanlagen sind in ihrer Stromproduktion relativ flexibel. Zum Beispiel kann in den Nachtstunden, in denen wenig Strom gebraucht wird, die Stromproduktion gedrosselt werden. Um 6:00 in der Früh, wenn der Tag beginnt und mehr Strom gebraucht wird, kann die Biogasanlage ihre Leistung ganz ausfahren. Wenn am späten Vormittag die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen steigt, kann die Biogasanlage wiederum ihre Produktion reduzieren usw. .Ein Kohlekraftwerk, zum Beispiel, hat Schwierigkeiten seine Produktion derart anzupassen.

Durch das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Biogasanlage, wird auch eine sogenannte "Momentanreserve" zur Verfügung gestellt. Die Trägheit der rotierenden Masse des Generators dämpft den Frequenzabfall bei einer ungeplanten Erzeugungsreduktion im Netz. Die Momentanreserve stabilisiert so das Netz kurzfristig und schafft Zeit für den Einsatz von Regelleistung. Die Momentanreserve ist daher eine wichtige Eigenschaft des Stromversorgungssystems. In einer 100%igen erneuerbaren Stromversorgung wird diese Eigenschaft noch wichtiger.

Veröffentlicht am 07.07.2014