Wärmebrücken vermeiden und Luftdicht bauen

Wärmebrücken vermeiden

Typische Wärmebrücken sind auskragende Balkone und Deckenanschlüsse.

Wenn der Balkon die direkte Verlängerung der Stahlbetondecke ist, wirkt er wie eine Kühlrippe und leitet besonders viel Wärme vom Innenraum nach außen. Die Oberflächentemperatur des Fußbodens bzw. der Decke ist daher im Winter sehr kühl und erhöht die Gefahr von Schimmelbildung bzw. kann zu Bauschäden führen.

Maßnahme (1 entspricht gering, 4 entspricht hoch) Nutzen Zeit Kosten Komplexität

Balkon Neubau

Beim Neubau wird der auskragende Balkon mit einem Isokorb von der Innendecke thermisch getrennt.
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Balkon Sanierung

Bei der Gebäudesanierung hilft es, den Balkon komplett mit Dämmstoff einzupacken.

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Luftdicht bauen

Luftdichte Bauweise zählt zum Baustandard für hochwärmegedämmte Gebäude. Sie verhindert, dass warme Luft durch Schlitze zwischen Wand und Fenster oder Wand und Decke beziehungsweise bei Durchbrüchen für Strom oder Wasser etc. nach außen entweicht. Luftdichtes Bauen ermöglicht eine höhere Effizienz der Lüftungsanlage, verbessert den Luftschallschutz und verlängert die Lebensdauer von Bauteilen.

 

Maßnahme (1 entspricht gering, 4 entspricht hoch) Nutzen Zeit Kosten Komplexität

Bauteildurchdringungen abdichten

Leitungen für Haustechnik, Strom, Sonnenschutz-Steuerung etc., die durch Außenwände, Decken und Dach führen, können mit speziellen Gummimanschetten abgedichtet werden.

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Bauteilanschlüsse abdichten

Bauteilanschlüsse (Außenwand an Dach, Fensterrahmen an Wand etc.) können z.B. mit Klebebändern dauerhaft luftdicht abgedichtet werden. Für unterschiedliche Baumaterialien stehen unterschiedliche Anschlussmaterialien zur Verfügung.

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Fensteranschlüsse luftdicht ausführen

Die Hohlräume zwischen Fensterrahmen und Wand sollen ausgedämmt und die Fuge zwischen Fensterrahmen und Wand mit Dichtband luftdicht geschlossen werden.

TIPP: Die ÖNORM B 5320 regelt den korrekten Einbau von Fenstern. Achten Sie darauf, dass im Angebot ein ÖNORM-gerechter Einbau angeboten wird.

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Blower-Door Test durchführen

In eine Tür wird ein Ventilator eingespannt und im Gebäude damit ein Über- und Unterdruck erzeugt. Aus dem Luftvolumenstrom berechnet ein Computerprogramm die Luftdichtheit in der Gebäudehülle. Mit einem Luftströmungsmessgerät oder Rauchröhrchen können während der Messung die unsachgemäß ausgeführten Stellen sofort ausfindig gemacht und repariert werden. Heikle Stellen sind Bauteildurchdringungen, Bauteil- und Fensteranschlüsse.

TIPP: Lassen Sie einen Blower-Door-Test durchführen. Er deckt bereits während der Bauausführung und innerhalb weniger Stunden Baumängel in der Gebäudehülle auf und ist ein sehr effizientes Mittel zur Qualitätssicherung. Die Kosten für den Test betragen nur einen Bruchteil der dadurch verhinderten, meist erst nach einigen Jahren auftretenden Bauschäden.

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Weitere Effizienzmaßnahmen

Maßnahme (1 entspricht gering, 4 entspricht hoch) Nutzen Zeit Kosten Komplexität

Türschließer montieren (Sofortmaßnahme)

Durch offen stehende Türen ins Freie oder zu unbeheizten Räumen geht unnötig viel Wärme verloren. Im Sommer dringt unerwünschte Hitze ins Gebäude ein. Dies kommt häufig bei Terrassen oder Lagerräumen vor. Um dies zu vermeiden, können Sie selbstschließende Vorrichtungen anbringen.

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Windfang (Umfassende Maßnahme)

Durch einen nachträglich eingebauten Windfang wird übermäßiger Luftzug in das Gebäude verhindert. Um das gleichzeitige Öffnen beider Türen zu vermeiden, sollte der Abstand zwischen den Türen groß genug gewählt werden.

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Veröffentlicht am 14.05.2019