Worauf es bei einem smarten TV wirklich ankommt

In Zeiten von Covid verbringt man deutlich mehr Zeit daheim als früher. Nur allzu oft wird deshalb auch der Wunsch an das Christkind nach einem neuen Fernseher laut. „Smart“ sind die meisten Geräte heute ohnehin, das heisst, sie enthalten bereits alle Komponenten, die notwendig sind, um den Fernseher mit dem Internet zu verbinden, aber auch sonst gibt es einiges beim Kauf eines neuen Fernsehers zu beachten.

OLED und LCD

Ein OLED-Fernseher sollte nach Möglichkeit niemals vom Stromnetz getrennt werden, damit er jederzeit, unbemerkt im Hintergrund, seine Wartungsarbeiten durchführen kann. Auch wenn der Stromverbrauch nur gering sein mag, so ist das Verfahren aus ökologischer Sicht doch zu hinterfragen.

Wenn ein OLED-Fernseher richtig eingestellt ist (im Auslieferungszustand ist das Bild meistens viel zu hell), verbraucht er zwar weniger Strom, dennoch sollten Benutzer, die viel fernsehen,  lieber zu einem herkömmlichen LCD-Fernseher greifen, der zwar im Normalbetrieb etwas mehr Strom benötigt, dafür aber abends mit einer Steckerleiste vom Stromnetz getrennt werden kann, und vor allem über einen längeren Zeitraum hinaus ein gleichmäßig schönes Bild liefert.

Zukunftstechnologie MicroLED

Eine Alternative stellt die MicroLED-Technologie dar: Hier leuchtet jeder Punkt auf dem Bildschirm selbst, allerdings ohne organische Substanzen die sich während dem Betrieb abnutzen können. Irgendwo in der Mitte zwischen LCD und MicroLED sind QLED-Displays angesiedelt: Hier wird auch eine Kristallschicht von hinten beleuchtet, jedoch sitzt hinter jedem Punkt am Bildschirm eine eigene Leuchtdiode, während bei herkömmlichen LCDs das Bild in mehrere Segmente unterteilt wird, die dann mit gleicher Intensität bestrahlt werden. Bei QLED sind dadurch die Kontraste schärfer abgetrennt, und die Farben erscheinen realistischer.

4K

Aktuelle Fernseher haben eine 4K Auflösung (3840 x 2160 Bildpunkte). Während herkömmliche TV-Sender via Sat oder Kabel den Großteil der Inhalte in HD-Auflösung zur Verfügung stellen, sieht das bei Streamingplattformen ganz anders aus. Netflix oder Amazon Prime stellen zahlreiche Filme und Serien in 4K-Auflösung zur Verfügung. Das Bild ist also schärfer und detailreicher, als man es vom klassischen TV her gewöhnt ist. Ein Mehr an Details ist natürlich auch mit einer größeren Datenmenge verbunden, das heisst, um Streaming in voller 4K-Qualität zu genießen, bedarf es auch einer einigermaßen schnellen und stabilen Verbindung zum Internet.

Älteren Content, wie etwa DVDs oder BluRays ohne dem Zusatz 4K (für 4K-Blurays benötigt man einen eigenen 4K-Player), kann man auf modernen Displays natürlich auch anschauen: Die meisten 4K-Fernseher beherrschen das so genannte Upscaling, das heisst, ein eingebauter Mikrocomputer berechnet in Echtzeit, wie die Punkte zwischen den tatsächlich vorhandenen Bildelementen aussehen könnten, und bindet diese automatisch in das Bild ein. Trotzdem sieht ein Film, der „nur“ in HD-Auflösung vorliegt, auf einem normalen HD-Fernseher meist besser aus, da dann wirklich jedem Bildpunkt ein Pixel auf dem Schirm zugeordnet ist.  

Auf den richtigen Abstand kommt es an

Schon die 4K-Auflösung erlaubt es, wesentlich größere Fernseher zu bauen, ohne dass die einzelnen Bildpunkte störend auffallen würden. Allerdings hängt dies natürlich auch stark von der Entfernung des Betrachters zum Bildschirm ab. Und da gilt es wiederum zu bedenken: Je näher man an den Fernseher heranrückt, desto anstrengender wird es, das Bild in seiner Gesamtheit zu erfassen. Die Augen müssen sich mehr hin und her bewegen, dementsprechend wird der Fernsehabend anstrengender. 

Allerdings kommt auch hier das Problem mit dem Upscaling zum Tragen: Wird der Fernseher mit Content gefüttert, der seiner tatsächlichen Auflösung entspricht – also HD mit HD und 4K mit 4K – kann man näher an den Bildschirm heranrücken, als wenn das Bild neu berechnet werden muss, da allfällige Unschärfen und Bildfehler bei einem geringeren Sitzabstand natürlich auch deutlicher ins Auge stechen.

Eine ungefähre Faustregel besagt, dass der optimale Sitzabstand zwischen Fernseher und Couch mindestens das Doppelte, und höchstens das Dreifache der Bildschirm-Diagonale betragen sollte. Da in den meisten Fällen aber die Wohnung zuerst da ist, und der passende Fernseher dazu gekauft wird, und nicht umgekehrt, ist also Dividieren angesagt.

Um es einfacher zu machen: Ein typischer 48 Zoll-Fernseher (entspricht 121 Zentimetern) ist für einen Sitzabstand von 2,5 bis 3,5 Metern geeignet, dürfte somit in die meisten Wohnzimmer passen, ein 65 Zöller ist dagegen nur für Räume zu empfehlen, bei denen die Couch tatsächlich mehr als drei Meter entfernt ist.

Viele, viele Anschlüsse

HDMI-Anschlüsse kann es an einem TV-Gerät übrigens nie zu viele geben: Hier werden Streaming-Sticks, Blu-Ray-Player, Spielkonsolen, Digitalkameras, und bei Bedarf auch Computer an den Bildschirm angeschlossen. Spätestens seit der Markteinführung der Playstation 5 ist der neue HDMI-Standard 2.1 in aller Munde, zur allgemeinen Beruhigung sei jedoch gesagt: HDMI 2.0 reicht auch da völlig aus. Der neue, künftige HDMI-Standard ermöglicht höhere Datenraten, was für flüssigere Bewegungen bei sehr schnellen Spielen sorgen soll, die derzeit aber nur von wenigen Games zur Verfügung gestellt werden. Auch für High End-Soundsysteme wie Dolby Atmos könnte HDMI 2.1 im Heimkino von morgen an Bedeutung gewinnen. Wenn der Fernseher also schon HDMI 2.1 beherrscht, ist es fein, ein tatsächliches Kaufkriterium sollte es aber - zumindest nach dem heutigen Stand der Dinge – nicht sein.

Checkliste für den TV-Kauf:

  • Wählen Sie ein topprodukt der Effizienzklasse A++ oder A+ (ab März A oder B)
  • Die richtige Bildschirmgröße nach Aufstellungsart und genutzten Medien wählen
  • Welche Funktionen oder smart Features werden wirklich benötigt?

Wie sie auch im Betrieb Energie und Kosten sparen:

  • Hard-Switch oder Steckerleiste: Ein eingebauter sogenannter „Hard-Switch“ erlaubt die komplette Trennung des Geräts vom Stromnetz, d. h. das Gerät ist komplett ausgeschaltet ohne Energieverbrauch durch Standby-Funktionen
  • Abstellen der Netzwerkfunktion im Standby-Betrieb: Insbesondere das Abrufen von Programminformationen im Standby-Betrieb kann einen signifikanten Energieverbrauch verursachen. Bei vielen Geräten können die Netzwerkfunktionen im Standby-Betrieb abgeschaltet werden. Der geringfügige Nachteil dabei ist, dass verschiedene Programminformationen beim Start des TV-Geräts zunächst geladen werden müssen.
  • Automatische Helligkeitsanpassung des Bildschirms (ABC, Automatic Brightness Control): Zahlreiche Produkte bieten eine automatische Helligkeitsanpassung abhängig von der Helligkeit der Umgebung. Damit kann besonders bei reduzierter Raumbeleuchtung am Abend Strom gespart und auch der Sehkomfort verbessert werden. Die Helligkeitsanpassung kann bei vielen Geräten entsprechend aktiviert und deaktiviert werden.
  • Verwendung von Anwesenheits- bzw. Bewegungssensoren: Manche TVs bieten Anwesenheitssensoren mit einer automatischen stufenweisen Abschaltung von Bild, Ton und Gerät insgesamt. Das Gerät geht sukzessiv in einen höheren Energiesparmodus über, wenn sich längere Zeit kein Zuseher vor dem Bildschirm befindet (oder der Zuseher gegebenenfalls einschläft und sich nicht mehr bewegt).
  • Werkseinstellungen kontrollieren: Ab Werk Einstellungen kontrollieren und gegebenenfalls optimieren. Vor allem mit der Reduktion der Helligkeit können Sie den Stromverbrauch senken und Kosten sparen.

 

Auf der Webseite von topprodukte.at finden Sie eine umfangreiche Übersicht aktueller Geräte mit detaillierten technischen Daten und ihrem tatsächlichen Stromverbrauch, sowie unsere Broschüre zum Download als PDF-Datei.

Veröffentlicht am 07.12.2020