Holen Sie sich Sonnenstrom in Ihr Haus

Energiesparen bedeutet Kosten reduzieren – noch viel besser ist es allerdings, die benötigte Energie auch gleich selbst herzustellen. Am einfachsten funktioniert das mit der eigenen Photovoltaikanlage am Dach. Die Anschaffung rechnet sich hier in den meisten Fällen nach rund zehn Jahren.

Photovoltaik (PV) legt ein imposantes Marktwachstum hin – und das vollkommen zu Recht. Die Sonne schickt nämlich keine Energierechnung und ist sehr klimaschonend. Gewisse  Voraussetzungen müssen für die Erzeugung von Sonnenstrom allerdings gegeben sein.

Im Normalfall werden private PV-Anlagen am Dach montiert. Im Idealfall sind diese nach Süden hin ausgerichtet und sollen etwa 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Diese Fläche ist notwendig, um auf eine ungefähre Mindestleistung von 3 kWp (Kilowattpeak) zu kommen. Ist das Dach nach Osten oder Westen hin ausgerichtet, müssen ein paar Quadratmeter mehr eingerechnet werden. Liegt die Leistung nämlich unter den genannten 3 kWp, sind die Installationskosten für netzgebundene (also an das öffentliche Stromnetz angeschlossene) Photovoltaikanlagen in der Relation recht hoch, sodass zumindest vom wirtschaftlichen Aspekt her die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt werden muss. Für Interessenten steht das aktualisierte PV-Tool von klimaaktiv zur Verfügung. Damit ist eine rasche Abschätzung der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen im Neubau und im Sanierungsbereich möglich. 

Aus ökologischer Sicht ist die Erzeugung des eigenen Stroms auf jeden Fall sinnvoll, denn die für die Produktion der Anlagenkomponenten aufgewendete Energie kann durch die Anlage bereits in weniger als zwei Jahren zurückgewonnen werden. Zudem ist PV-Strom in Zeiten der Niedrigzinsen eine attraktive Investitionsmöglichkeit. Produziert die Anlage nämlich so viel Strom, dass man diese ins öffentliche Stromnetz einspeisen kann, bekommt man vom Energieversorger eine entsprechende Vergütung. Alles Wissenswerte rund um das Thema finden Sie bei der OeMAG, der Abwicklungsstelle für Ökostrom AG.

Bei der Nutzung von Sonnenstrom sollte man versuchen, den Eigenstromanteil möglichst hoch zu halten. Im Idealfall kommt man derzeit auf einen Eigenstromanteil von 70 bis 80 Prozent. So kann man z.B. einen entsprechend dimensionierten Warmwasserboiler am Tag aufheizen, damit das Warmwasser dann abends und am folgenden Morgen genutzt werden kann. Man kann aber auch Geräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler am Tag betreiben, wenn der Sonnenstrom erzeugt wird.

Ein „Problem" haben Photovoltaikanlagen: sie erzeugen den Strom dann, wenn die Sonne scheint – also am meisten zur Mittagszeit. Ein typischer Haushalt verbraucht allerdings vor allem morgens und abends Strom. Wird der „Mittagsstrom“ nicht verbraucht, wird dieser vollständig ins öffentliche Netz eingespeist und geht dem Eigenverbrauch verloren. Ein Stromspeicher kann dieses Problem beheben, indem der tagsüber überschüssig erzeugte PV-Strom gespeichert und dann zur Verfügung gestellt wird, wenn die PV-Anlage wenig oder gar keinen Strom erzeugt. Bei der Integration einer Wärmepumpe und eines intelligenten Energiemanagementsystems, das Speicherung und Verbrauch gezielt optimiert, kann die Eigenverbrauchsquote sogar bis zu 90 Prozent erreichen.

Sonnenstrom auch für Wohnungsmieter („Mieterstrom“)

Die sogenannte kleine Ökostromnovelle (2017) macht es möglich, eine Photovoltaikanlage gemeinschaftlich zu betreiben. Es können sich nun Mieter oder Eigentümer von Wohnungen in Mehrwohnungshäusern, aber auch in Bürogebäuden oder Einkaufszentren zusammenschließen, um gemeinsam eine PV-Anlage zu betreiben. Das ist ohne große Änderungen der Elektroinstallationen im Gebäude möglich. Nur die PV-Anlage selbst und geeignete Messgeräte (Smart Meter) sind erforderlich. Der Betreiber/Investor kann auch eine externe Firma oder ein sogenannter Contractor sein.

Alles, was Sie dazu wissen müssen, finden Sie auf  der Informationsplattform für gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen.

Direktkauf von Sonnenstrom

Die Gründung von Energiegenossenschaften ist nichts Neues. Es ist bereits eine Vielzahl von Energiegenossenschaften (Bürgerenergiegesellschaften) entstanden. Aber durch das Zur-Verfügung-Stellen digitaler Marktplätze (Peer-to-Peer Märkte) wird die Möglichkeit geschaffen, mit Strom direkt zu handeln. Damit ziehen ganz neue Freiheiten und Transparenz in den Strommarkt ein. Der Strom kommt dann zwar noch immer aus der Steckdose, aber man sucht sich seinen Stromerzeuger selbst aus und lässt sich von diesem beliefern. Mit „stromify“ wurde in Vorarlberg ein entsprechendes Pilotprojekt durchgeführt. Und mit "eFriends" und „Ourpower“ sind bereits entsprechende Innovatoren am Markt.

Förderungen sorgen für Anreize

Waren PV-Anlagen vor 15 Jahren noch eine kostspielige Angelegenheit, sind die Preise inzwischen aufgrund der gesunkenen Herstellungskosten der Komponenten kräftig gefallen Für eine schlüsselfertige PV-Anlage zwischen 4 und 10 kWp muss man derzeit  grob geschätzt mit Kosten zwischen 1.200 bis 2.000 Euro netto pro kWp rechnen. Je größer die Anlage, desto geringer die relativen kWp-Kosten. Unterstützt werden die sinkenden Kosten von attraktiven Förderungen. So schüttet der Klima- und Energiefonds jährlich attraktive Förderungen aus. Zusätzlich gibt es in den Bundesländern Fördermöglichkeiten.

Über die gültigen Einspeisebedingungen für Sonnenstrom kann man sich bei der Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) erkundigen.

Schritt für Schritt zum eigenen Sonnenstrom

Wer sich aufgrund der vielen Vorteile nun für eine Photovoltaik-Anlage interessiert, findet bei Photovoltaic Austria alles, was er benötigt. 

 

Veröffentlicht am 05.11.2019