Eco-Programme: Wer mehr Zeit investiert, spart bares Geld!

Es zählt zu den letzten großen Mythen unserer Haushalte: Moderne Waschmaschinen und Geschirrspüler arbeiten deutlich länger als ihre älteren Kollegen und sind dennoch sparsamer. Dabei klingt eine lange Betriebszeit ja wohl eher nach einem höheren Stromverbrauch – oder doch nicht? topprodukte.at geht diesem Widerspruch auf den Grund.  

Zeit ist eben doch Geld – auch wenn es in diesem Fall nicht ganz im Sinne des Sprichwort-Erfinders ist. Plädierte Benjamin Franklin nämlich noch dafür, kostbare Zeit einzusparen, ist es bei modernen Hausgeräten genau umgekehrt. Räumt man ihnen für ihre Arbeit mehr Zeit ein, zahlen sie es dem Besitzer in barer Münze zurück.

180 oder mehr Minuten zeigt so manches Display einer Wasch- oder Spülmaschine an, wenn man das so genannte Eco-Programm auswählt. Für viele Anlass genug, dann doch wieder ins Standardprogramm zu wechseln, weil eine so lange Laufzeit ja nur einen höheren Stromverbrauch bedeuten kann – sollte man meinen. Aber das ist ein Irrglaube. „Eco-Programme dauern zwar länger als die normalen Programme, aber selbst bei einer Laufzeit von über drei Stunden arbeiten sie deutlich sparsamer“, weiß Thomas Bogner von topprodukte.at: „Das liegt daran, dass Sparprogramme grundsätzlich auf einer niedrigeren Temperatur laufen.“  

Je heißer, desto teurer  

Rund drei Viertel des Energieverbrauchs einer Waschmaschine bzw. Spülers gehen fürs Erhitzen des Wassers drauf. Eco-Programme laufen allerdings nur für eine sehr kurze Zeit auf hoher Temperatur und arbeiten die restliche Zeit mit niedrigeren Werten – und brauchen zudem auch weniger Wasser, was ebenfalls zur Energieersparnis beiträgt.  

Damit Geschirr bzw. Wäsche trotzdem richtig sauber werden, wird die „fehlende“ Temperatur durch eine längere Waschphase ausgeglichen. Daraus resultieren dann auch die längeren Laufzeiten. Beim Geschirrspüler haben niedrigere Temperatur und längere Waschphase übrigens einen positiven Nebeneffekt: Durch das langsame Erhitzen werden Töpfe, Pfannen und Gläser schonend eingeweicht und temperaturempfindliches Geschirr geschont.  

Was man ebenfalls wissen sollte: Das Energielabel für die Geschirrspül- und Waschmaschinen bezieht sich auf die Verbrauchswerte des integrierten Eco-Programms. Die energieeffizientesten Geräte finden Sie – wie gewohnt – in den topprodukte.at-Toplisten: wie etwa die beliebten 7-kg-Waschmaschinen oder die integrierbaren 60-cm-Geschirrspüler.   

Vier Faktoren, ein Ergebnis  

Generell kommt es beim Waschen oder Spülen auf vier Faktoren an, darunter auch Zeit und Temperatur. Die beiden anderen Faktoren sind Waschmittel und Mechanik. Wird nur einer dieser Faktoren verändert, wirkt sich das unweigerlich auch auf die anderen drei aus. Während die Mechanik inzwischen schon soweit ausgereift ist, dass sich hier kaum noch nennenswerte Energieeinsparungen realisieren lassen, ist das Zusammenspiel zwischen Temperatur und Waschmittel besonders interessant: So kann die Waschtemperatur nicht beliebig gesenkt werden, weil sonst die Waschmittel nicht mehr richtig wirken. Diese enthalten nämlich Enzyme, die ihre Wirkung oft erst bei bestimmten Temperaturen entfalten. Zwar gibt es inzwischen so genannte Kaltwaschmittel, die auch schon bei 15° Celsius beste Ergebnisse versprechen, die Meinungen darüber sind aber nach wie vor sehr geteilt.  

Aber auch aus hygienischen Gründen sollte die Wasch- bzw. Spültemperatur eher nicht unter 30 Grad liegen. Viele Keime überleben sonst. Auch sollte man in regelmäßigen Abständen (je nach Nutzungshäufigkeit) die leere Waschmaschine bzw. den leeren Geschirrspüler mit der höchstmöglichen Temperatur durchlaufen lassen.  

Pflege-Tipps für Waschmaschine & Spüler  

Schimmelpilz in der Waschmaschine? Muffiger Geruch im Geschirrspüler? Muss beides nicht sein. Die Geräte sollte man zumindest einmal im Monat gründlich reinigen:

  • Waschmittelschublade auswaschen und ausbürsten, Flusensieb reinigen;
  • Beim Geschirrspüler das Ablaufgitter entfernen und ebenfalls reinigen.

  • 95° Celsius-Programm durchlaufen lassen. Ein spezieller Reiniger muss hier übrigens nicht sein, kann aber ab und zu auch nicht schaden.

  • Nach dem Waschen/Spülen die Klappe/Tür eine Zeit lang offenlassen, damit das Gerät gut trocknen kann.

  • Gummidichtungen sorgfältig reinigen    

Richtig waschen leichtgemacht  

Der Aufwand, um Bekleidung und andere Wäsche fachgerecht zu pflegen, ist verhältnismäßig gering und hilft Ihnen, bares Geld zu sparen.

  • Sortieren Sie Ihre Textilien sorgfältig nach Pflegeanforderungen. Berücksichtigen Sie Farbe, Material und die eingenähten Textilpflegesymbole.
  • Problematische Verschmutzungen (z.B. Rasen- oder Rotweinflecken) sollten Sie unbedingt mit den entsprechenden Mitteln vorbehandeln. Achten Sie aber darauf, dass empfindliches Gewebe dadurch nicht zerstört wird. Stark verschmutzte Wäsche können sie über Nacht lauwarm mit etwas Waschmittel einweichen bzw. besonders verdreckte Stellen mit Kernseife oder einem anderen Fleckenmittel vorbehandeln.

  • Benutzen Sie das richtige Waschmittel. Es ist zwar praktisch, ein Universalwaschmittel zu verwenden, nicht immer tun Sie Ihren Textilien damit einen Gefallen. Vor allem bei empfindlicher Wäsche (Wolle usw.) sollten Sie aufpassen. Der Kauf eines hochwertigen Fein- bzw. Wollwaschmittels stellt oft eine gute Investition dar.

  • Jeans sowie farbige Blusen und Hemden sollten Sie grundsätzlich auf links waschen, damit die Außenseite geschont wird. Dies schont die Farben und beugt einem vorzeitigen Ausbleichen wirksam vor. Schließen Sie Reißverschlüsse und Knöpfe.

Veröffentlicht am 25.06.2018