Kann eine Person etwas zum Klimaschutz beitragen?

Wir alle treffen Entscheidungen, bei denen wir zwischen mehr oder weniger Klimabelastung aussuchen können: was wir kaufen, was wir essen, womit wir wohin reisen, wie wir wohnen, wofür unser Geld arbeitet usw.

Eine Person allein

... kann genau so wenig wie ein einzelner Staat das Klima schützen. 

Österreich ist ein kleines Land. Manche argumentieren, zu klein, um etwas gegen den Klimawandel auszurichten.  Was aber wäre dann groß genug? Zum Beispiel haben 39 US-Bundesstaaten weniger Einwohner als Österreich ...

Wir alle treffen Entscheidungen, bei denen wir zwischen mehr oder weniger Klimabelastung aussuchen können: was wir kaufen, was wir essen, womit wir wohin reisen, wie wir wohnen, wofür unser Geld arbeitet, wie wir wählen.

Wir arbeiten in den verschiedensten Berufen, wo wir weitere Entscheidungen treffen. Die Architektin baut Häuser, die in den nächsten hundert Jahren 300 Tonnen Treibhausgase verursachen - oder 10.000. Der Gastwirt bezieht saisonale Produkte von Bio-Landwirtschaften aus der Region - oder nicht, der Landesbedienstete unterstützt ein Energieprojekt ...

Wir sind, ob wir wollen oder nicht, eine globale Gemeinschaft und sehr viele Menschen machen sich Gedanken über unsere Zukunft, viele haben die Lage auch schon erkannt und reagieren bereits. 

Zur Ausgangslage etwas Statistik: Kohle-, Öl- und Gaskonsum pro Kopf in Europäischen Staaten. 

 

Kennen Sie Ihre Möglichkeiten?

Die Ermittlung ihres "persönlichen Klimaschutzpotentials" schlägt Ihnen dieses E-Learning als Aufgabe und Denkanstoß vor: 

  1. Notieren Sie Ihre persönlichen Handlungsfelder. Welche Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Klimaveränderung haben, treffen Sie, privat und beruflich?
  2. Welche Menge von Treibhausgasen liegen in Ihrem Einflussbereich? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Sie finden aber hier einige Angaben, im Internet natürlich weitaus mehr. Hier geht es um ganz grobe Größenordnungen 

Wie groß ist der Unterschied wenn Sie jeweils so entscheiden und handeln würden,

a) als gäbe es keinen Klimawandel, kein Morgen, keine Kinder oder

b) als würden Sie alles tun, um durch Ihre Entscheidungen das Klima minimal zu belasten. Rechnen Sie für ein Jahr.

  

Noch skeptisch? Dass wir die Klimaveränderung doch noch einigermaßen in den Griff bekommen könnten, dafür gibt es Hoffnung. Menschen sind nicht nur eigennützig, sie haben ein Gefühl für Verantwortung und Fairness. Und sie sind ungeheuer erfindungsreich. Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (nach Victor Hugo)

 

Hinweise zur Erstellung Ihres persönlichen Klimaschutzpotentials 

  • Was ist Ihr Beitrag? Mit dem "Klima-Coach" des Umweltministeriums können Sie aus 15 typischen Maßnahmen auswählen und erhalten einen Orientierungswert zu möglichen CO2-Einsparungenhttp://klimaaktiv-coach.at/, weitere Online-Rechner ermöglichen, den eigenen Beitrag grob abzuschätzen. Beispiel: www.umweltbildung.at/aktiv-werden/co2-rechner.html

  • Orientierung: Die 2000-Watt-Gesellschaft steht für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft. Die Idee: Jeder heute und in der Zukunft lebende Mensch hat Anrecht auf gleich viel Energie. Ungefähr 2000 Watt Dauerleistung auf Primärenergiestufe pro Person stehen weltweit nachhaltig zur Verfügung. Die damit verbundenen CO2-Emissionen sollten 1 Tonne pro Person und Jahr nicht übersteigen (siehe auch Kohlenstoffbudgetwww.2000watt.ch/die-2000-watt-gesellschaft/

  • Und wofür arbeitet Ihr Geld? Der Kapitalmarkt braucht klare Signale. Mit jeder Geldanlage geben Sie Kredit (von lat. credo, glauben). Viele Finanzmarktexperten glauben inzwischen enorme Risiken bei fossilen Investitionen zu erkennen und sprechen von einer CO2-Blase („Carbon Bubble“). Rockefeller, viele Fonds und Anleger lagern ihre Vermögen bereits um (Carbon Divestment). Die Einhaltung des 2°C-Ziels auch hängt davon ab, wie viele Menschen daran "glauben" und Ihr Geld in nachhaltige Projekte investieren. 

Veröffentlicht am 12.10.2018