Zertifizierung von Siedlungen/Quartieren (ZertSied)

Auf der Ebene von Siedlungen und Stadterweiterungsgebieten werden die  Erkenntnisse aus den verschiedenen klimaaktiv Programmen gebündelt, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. 

Ein Sondierungsprojekt prüfte die Übertragbarkeit des Schweizer Systems der 2000-Watt Arealbewertung auf Österreich.

Ausgangssituation

Für die Gebäudebewertung gibt es in Österreich verschiedene gut etablierte Systeme (klimaaktiv, ÖGNB) – ebenso wird mit e5 ein Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsprogramm für Gemeinden und Städte breit angewendet. Darüber hinaus gibt es eine Reihe nationaler und internationaler Forschungsaktivitäten und –programme, die auf Gebäude- und Siedlungsebene die Umsetzung nachhaltiger Standards forcieren. Sie sind getragen von der Erkenntnis, dass die Optimierung von Gebäuden alleine zur Erreichung der Klimaziele nicht ausreichend ist.

Ziele/Herausforderung

Der notwendige nächste Schritt muss die Optimierung von Gebäudeverbünden / Siedlungen / Grätzeln inklusive des durch diese bedingten Ressourcenbedarfs für Energieversorgung, Mobilität und Infrastruktur umfassen. Dies bedeutet eine höhere Komplexität und größere Themenvielfalt, weitere Akteure mit unterschiedlichen Interessen, neu zu definierende Verantwortlichkeiten (wer ist der „Gesamtplaner“, wer der „Prozessgestalter“), oftmals fehlende Instrumente zur integralen Planung und verbindlichen Umsetzung.

Mit der 2000 Watt Arealzertifizierung hat die Schweiz ein System zur Planung, Bewertung und Qualitätssicherung von Neubausiedlungen auf Basis des Konzepts der 2000-Watt Gesellschaft entwickelt. Dabei wird der bestehende Schweizer Gebäudestandard (Minergie) herangezogen und die qualitative Bewertung sowie der Zertifizierungsprozess unter Einbindung des bestehenden Energiestadt Schweiz Programms durchgeführt (Energiestadt Schweiz und das österreichische e5-Programm entsprechen sich in Anforderungen und Prozessablauf bei der Gemeindebewertung und -Zertifizierung).

Die Ergebnisse des Sondierungsprojekts liefern eine Entscheidungsgrundlage darüber, in welchem Zeitraum es in Österreich einer mit der Schweiz vergleichbaren Zielwertdefinition bedarf, ob mit den vorhandenen österreichischen Bilanzierungsverfahren weitergearbeitet wird oder ob bzw. welche Ergänzungen es braucht. Enthalten ist ein schriftlicher Fahrplan für die weitere Bearbeitung der Anforderungsniveaus und Zielwerte für Österreich (was muss von wem recherchiert und entschieden werden).

AuftraggeberInnen

Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) von der ÖGUT - Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik und dem Salzburger Institut für Raumplanung SIR durchgeführt. Partner: Intep – Integrale Planung GmbH, Schweiz und Enco-AG, Energiestadt Schweiz. Vorbereitende Arbeiten zu den Projektfragestellungen erfolgten im Programm klimaaktiv bauen und sanieren des BMLFUW sowie im Rahmen des Programms Haus der Zukunft / Stadt der Zukunft des bmvit.

Veröffentlicht am 17.07.2015

Kontakt

DI Franziska Trebut Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik – ÖGUT
+43 1 315 63 93 -28