ExpertInnen Round Tables: CO2-neutrale Gebäude – Der nächste Schritt

Am 19. und 20. November 2018 diskutierten VertreterInnen des Programms klimaaktiv bauen und sanieren mit ExpertInnen über Anforderungen und Bausteine für die Revision des klimaaktiv Gebäudestandards.

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen im November 2018 diskutierten VertreterInnen des Programms klimaaktiv bauen und sanieren im Auftrag des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus unter dem Titel „CO2-neutrale Gebäude – Der nächste Schritt“ mit rund 50 geladenen Expertinnen und Experten Anforderungen und Bausteine für eine Erweiterung und Revision des klimaaktiv Gebäudestandards für Neubau und Sanierung im Kontext der #mission2030.

Nach Impulsen seitens der Klimasektion im BMNT sowie aus der Schweiz und der Steiermark, welche eine sehr umfassende Betrachtung von klimarelevanten Aspekten im weiteren Gebäudeumfeld eröffneten, drehten sich die Diskussionen am Dienstagnachmittag um die Themenkreise Suffizienz / Effizienz, Klimawandelanpassung / Resilienz sowie Systemintegration / Systemgrenzen. Die Themen reichten von Fragen der stofflichen Ressourcen (Bilanzierung, Re-Use, nutzungsoffene Strukturen) über Gebäudekonzepte (Gebäude als Energieproduzenten, Energiespeicher) oder Komfort und Gesundheit bis hin zu Betriebsführung und -optimierung (Rebound, Monitoring, Ausführungsqualität). Die kommunikativen Herausforderungen, um notwendige Veränderungsprozesse mit den Nutzerinnen und Konsumenten gemeinsam anzustoßen, wurden deutlich benannt. Technologische Rahmenbedingungen (BIM, Datenzugänglichkeit) wurden ebenso angesprochen wie finanz- ordnungs- und wohnrechtliche Instrumente zu Forcierung der Klimaziele im Gebäudesektor.

Von EU-, Landes- und bundesrechtlichen Materien mit Relevanz für die Klimaziele im Gebäudesektor ausgehend wurde das am Vortag Gesagte am Mittwochvormittag auf die Weiterentwicklung der klimaaktiv Gebäudestandards im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare fokussiert. Impulsreferate skizzierten zentrale Handlungsfelder seitens des Bundes und der Länder und zeigten Perspektiven für die in den kommenden Monaten anstehenden gemeinsam zu erarbeitenden Instrumente- und Maßnahmenpakete zur Umsetzung der Klimaziele im Gebäudesektor.

Der Ruf nach wenigen einfachen (oder zumindest einfach zu kommunizierenden) Kenngrößen für die Abbildung einer komplexen Materie mit komplexen Transformationsherausforderungen bleibt Aufgabenstellung für die Weiterentwicklung der klimaaktiv Gebäudestandards. Modularität oder Baukastensysteme könnten ebenso einen Weg aufzeigen wie die Differenzierung der Aufgaben und Anforderungen für städtische und ländliche Regionen.

Impulsreferate Round Table 1: Ressourceneffizienz und Systemintegration

  • Strategien und Herausforderungen in der #mission2030
    Dr. Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Klima im BMNT

  • Herausforderungen in der gebauten Umwelt von morgen
    DI Daniel Kellenberger, Intep Integrale Planungs GmbH, Projektleiter 2000-Watt-Areale, Professur Nachhaltiges Bauen ETH Zürich

  • Smart Readiness – Ideen und Chancen bezüglich Bewertung intelligenter Gebäude
    DI Armin Knotzer, AEE INTEC, Bereich Nachhaltige Gebäude, IEA EBC Annex 67 „Energie-flexible Gebäude“

Impulsreferate Round Table 2: Energieeffizienz und Ausstieg aus fossilen Energieträgern im Gebäudebereich

  • Aktuelles aus der Wärmestrategie
    Heidi Adensam, Leiterin der Abteilung IV/4: Energieeffizienz und Gebäude im BMNT

  • „CO2-neutrale Gebäude und aktuelle Entwicklungen der rechtlichen
    Rahmenbedingungen“, DI Franz Angerer (Amt der NÖ Landesregierung)

  • „Ein CO2-neutraler Gebäudesektor bis 2050 –Ergebnisse nationaler Simulationen“
    DI Dr. Andreas Müller, TU Wien
    (verhindert)

Die beiden Veranstaltungen fanden am 19. und 20.11.2018 im Impact Hub Vienna statt und wurden vom Programm klimaaktiv Bauen und Sanieren organisiert.

ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
DI Inge Schrattenecker, DI Franziska Trebut
Tel.: 01 315 63 93-0
E-Mail: klimaaktiv@oegut.at

Veröffentlicht am 23.11.2018