Kriterienkatalog für Büro- und Bildungsbauten 2017

Anlass für die Überarbeitung des klimaaktiv Kriterienkataloges waren Änderungen der OIB Richtlinie 6 - Energieeinsparung und Wärmeschutz sowie die Neufassung der Passivhausberechnung mit PHPP Version 9 im Jahr 2015. Ausgehend von diesem Anpassungsbedarf wurden die klimaaktiv Kriterien insgesamt neu ausgerichtet.

Was ist neu im Kriterienkatalog für Bürogebäude und Bildungseinrichtungen 2017?

Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen bei klimaaktiv Gebäuden

Im klimaaktiv Kriterienkatalog 2017 wird eine erste Weichenstellung für einen CO2-neutralen Gebäudesektor getroffen und deshalb der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen vorbereitet. Damit soll im Sinne der internationalen und nationalen klimapolitischen Ziele ein klares Zeichen zur Dekarbonisierung gesetzt werden und der gezielte Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützt werden. Im Neubau sind Gebäude mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zulässig. Wird in Gebäudesanierungen der Wärmeerzeuger ausgetauscht, so sind Öl- oder Gaskessel ebenfalls nicht mehr zulässig.

Weitere Informationen und Details finden sie unter Kriterienkataloge und auf der Deklarationsplattform für Dienstleistungsgebäude.

Harmonisierung und Neuverteilung der Bepunktung in den Bewertungskategorien

Die wichtigste Änderung betrifft die Neuverteilung und Harmonisierung der Gewichtungen im Bewertungssystem. In allen Nutzungstypen werden die Bewertungskategorien nun gleich hoch bepunktet. Die Kategorie „Energie und Versorgung“ erhält maximal 500 Punkte, „Standort und Qualitätssicherung“ wie „Komfort und Raumluftqualität“ jeweils bis zu 175 Punkte und für „Baustoffe und Konstruktion“ gibt es bis 150 Punkte. Durch die Reduktion der Punkte für die energetische Qualität soll unter Beibehaltung der Konzentration auf niedrigen Energieverbrauch und Klimaschutz vermittelt werden, dass klimaaktiv Gebäude weitaus mehr bieten, als „nur“ energetische Optimierung. Sie stehen für hohen Komfort und beste Innenraumluft, achten bei den Materialien auf die ökologische Optimierung des Bauwerks und unterstützen verstärkt auch Maßnahmen für eine umweltverträgliche Mobilität. Unverändert bleiben die Grundstruktur des Kataloges und die Höchstpunktezahl von 1.000 Punkten. Ebenfalls gleich bleiben die Qualitätsstufen Bronze, Silber und Gold.

 

A Standort und Qualitätssicherung

In der Kategorie Standort und Qualitätssicherung ist das Kriterium „Umweltfreundliche Mobilität“ gänzlich neu. Der Bereich „Qualitätsnachweise für Planung und Ausführung“ umfasst die Bewertungskriterien Wirtschaftlichkeit, Qualitätssicherung Energiebedarfsberechnung und Verbrauchsprognose, Luftdichtheit und Energieverbrauchsmonitoring.

B Energie und Versorgung

Die Berechnung der Energiekennwerte über den Nachweisweg OIB erfolgt nach OIB Richtlinie 6, 2015. Neu als Nachweisgröße bei klimaaktiv wurde der Gesamtenergieeffizienzfaktor fGEE eingeführt.

C Baustoffe und Konstruktion

Im Bereich Baustoffe und Konstruktion wurde das Muss-Kriterium HFKW-freie Bau-und Hilfsstoffe und das PVC- Kriterium verschärft. SVHCs (Substances of Very High Concern) sind bei klimaaktiv Gebäuden ausgeschlossen. Die Rückbau-, Recycling- und Entsorgungseigenschaften von Baukörpern werden über den Entsorgungsindikator EI bewertet.

D Komfort und Raumluftqualität


Durch den geforderten rechnerischen Nachweis der Sommertauglichkeit für größere Gebäude wird sichergestellt, dass Gebäude auch im Sommer eine überdurchschnittliche Behaglichkeit bieten. Die Messung der Innenraumluft ist mit dem neuen Katalog erst ab 2.000 m² kond. BGF pro Baukörper verpflichtend erforderlich.

 

Weitere Informationen zum Gebäudestandard und alle Zusatzmaterialien für die Gebäudedeklaration finden Sie auf der klimaaktiv Website.

Veröffentlicht am 28.06.2017