klimaaktiv-Fachexkursion: Energie und Wärmeversorgung im Wandel der Zeit

Innovative Gebäude und Wärmeversorgungskonzepte von Stadtquartieren sind schon heute gelebte Praxis.

Im Rahmen einer Fachexkursion von klimaaktiv bauen&sanieren sowie klimaaktiv erneuerbare Wärme haben sich mehr als 50 Entscheidungsträger aus der Verwaltung, von Stadtwerken, Energieversorgern, Energieagenturen und Bauträgern aus fast allen Bundesländern darüber informiert, welche innovativen Ansätze zur erneuerbaren Wärmeversorgung von Quartieren in Österreich schon realisiert wurden oder gerade werden.

Unterschiedlichste technische Lösungen zur erneuerbaren Wärmeversorgung von Quartieren in Wien, Graz und Salzburg wurden den ExkursionsteilnehmerInnen vorgestellt. Die technischen Raffinessen und die organisatorischen Rahmenbedingungen wurden dabei intensiv diskutiert und so Erkenntnisse für künftige Projekte gewonnen.

Folgende Musterprojekte wurden besucht:

  • Parlament (Wien): Im Zuge der umfassenden Sanierung im klimaaktiv Gold Gebäudestandard wird es nicht nur zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um mehr als 60 % kommen, sondern es wird auch der üppige Platzbedarf der alten Heizungs- und Lüftungsanlage für ein halbes neues Geschoß genutzt.
  • Quartier 11 (Wien): In diesem Neubauareal mit mehr als 300 Mietwohnungen ist eine vernetzte Wärme- und Kälteversorgung (freecooling) mit saisonalem Erdsondenspeicher, Wärmepumpen Flächenheizung und Flächenkühlung verwirklicht.
  • Wärmeversorgung Fernwärme (Graz): Beeindruckende Transformationspläne der Grazer Fernwärme zur Umstellung von zentraler fossiler Abwärme auf mehr als 20 dezentrale erneuerbare Quellen (Solar, Umgebungswärme, industrielle Abwärme etc.) wurden durch den Energieversorger und die Stadt vorgestellt und eine bereits umgesetzte Abwärmenutzung (Walzwerks Marienhütte) mit modularem Wärmespeicher besichtigt.
  • Plusenergieverbund Reininghaus Süd (Graz): Dieses Quartier im klimaaktiv Gold Gebäudestandard mit 143 Wohnungen und Gewerbeteil wird über einen Energieverbrund (4 Wärmezentralen) zum Energieaustausch betrieben. Die Wärme wird über Energiepfähle, Kühlung der Gewerbeflächen, Solarthermie, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Fernwärme bereitgestellt. Die Ergebnisse des Monitorings der ersten Betriebsjahre zeigen die Auswirkungen von leerstehenden Gewerbeflächen (geringerer Wärmeertrag durch Kühlung) auf die Energieversorgung auf.
  • Hummelkaserne (Graz): 92 gefördert errichtete Wohnungen in 4 Blöcken mit je 6 Geschoßen in Holzbauweise sind im klimaaktiv Silber Gebäudestandard errichtet und werden mit Fernwärme beheizt.
  • Eco-Suite Hotel / Kolpinghaus (Salzburg): Das als „Haus der Zukunft Plus“ ausgezeichnete Hotel und Studentenwohnheim in ökologische Bauweise wird mit einer innovativen Abwasser-Abwärme-Nutzung mit Wärme versorgt. Das in den beiden Gebäuden anfallende Abwasser wird zentral gesammelt, die Wärme mittels Wärmetauscher entzogen und so das Frischwasser - über eine Wärmepumpe - auf die benötigte Temperatur angehoben. Die Auswertung des ersten Betriebsjahrs hat die prognostizierte Leistungszahl bestätigt.
  • „Rosa Zukunft“ (Salzburg): Diese Wohnhausanlage mit 130 Wohnungen für ein generationenübergreifendes Wohnen zeichnet sich durch ein Energiemanagementsystem und eine Wärmeversorgung mittels Blockheizkraftwerk auf Biogasbasis, mit Wärmespeichern, Wärmepumpe und PV-Anlage aus.

Erfahren Sie mehr über die besichtigten Gebäude!

Veröffentlicht am 01.06.2017