Thema 4 "Ressourcenbedarf und Umwelt"

Ein breites Angebot unterschiedlicher Baumaterialien und Konstruktionsmöglichkeiten machen die richtige Wahl nicht einfach. Technisch sind kaum Grenzen gesetzt, nahezu alles kann gebaut werden. Während der Energieverbrauch moderner Gebäude immer weiter sinkt, steigen der Materialinput und der Herstellungsaufwand weiter an. Baustoffe mit einem kleineren „ökologischen Rucksack“ wirken dieser Entwicklung entgegen: Für ihre Herstellung ist wenig Energieeinsatz erforderlich, sie sind langlebig und am Ende der Nutzungsdauer wieder verwendbar. Auch Transportdistanzen sollen bei der Auswahl von „ökologisch verträglichen Baustoffen“ ein wichtiges Kriterium sein.

4.1 Umweltgerechte Baustoffe
4.2 Recyclingfähigkeit

4.1 Umweltgerechte Baustoffe

Baustoffe sind dann ökologisch optimiert, wenn sie über den gesamten Produktions- und Lebenszyklus möglichst geringe negative Auswirkungen auf globale Ökosysteme verursachen. Der Energiebedarf in der Produktion, die Auswirkungen auf den globalen Klimawandel und langfristige Entsorgungsfragen sind dabei von Relevanz. Dieser Qualitätsanspruch wird durch „Ökokennzahlen für Gebäude“ (z.B. OI3-Index) unterstützt, in dem emissionsbedingte Auswirkungen in einem Indikator zusammen-gefasst sind. Zusätzlich kann durch den Ausschluss bestimmter problematischer Baustoff-Kategorien im Beschaffungsvorgang das Risiko einer Umweltschädigung minimiert werden.

Ausschluss klimaschädlicher Substanzen Mindest-Anforderungswerte sind im jeweiligen klimaaktiv Kriterienkatalog  (Bürogebäude, Bildungseinrichtung, Pflegeheim,...) definiert, Kriterium C 1.1
Vermeidung von PVC Mindest-Anforderungswerte sind im jeweiligen klimaaktiv Kriterienkatalog (Bürogebäude, Bildungseinrichtung, Pflegeheim,...) definiert, Kriterium C 1.2
Bauprodukte mit Umweltzeichen

IBO-Produktprüfung

Österreichisches Umweltzeichen

Weitere anerkannte Umweltzeichen für Bauprodukte: Erläuterungsblatt zum klimaaktiv Kirterienkatalog

OI3-Indikator - Ökokennzahl für Gebäude

Der Wert des OI3-Index für ein Gebäude ist umso niedriger, je weniger nicht erneuerbare Energie bzw. je weniger Treibhausgase und andere Emissionen bei der Produktion der Baustoffe des Gebäudes abgegeben werden. Der Indikator wird auch bei der Salzburger Wohnbauförderung (als Teilkriterium der „Energie-Öko-Punkte“) berücksichtigt, daher ist die Darstellung in den Berechnungstools zum Energieausweis integriert.

Hintergrund und Leitfaden zur Berechnung

 

4.2 Recyclingfähigkeit

Abfälle aus dem Bauwesen haben einen wesentlichen Anteil am Gesamtabfallaufkommen in Österreich. Bestmögliche Verwertungseigenschaften für eingesetzte Baustoffe und Konstruktionen sind daher anzustreben, sowohl im Sanierungsfall als auch bei Komplettabriss und Rückbau. Die Verwertung von Abfällen kann einerseits die Energienutzung aus der thermischen Behandlung von Bauabfällen umfassen, eine teilweise bzw. gänzliche stoffliche Verwertung (Recycling) ist jedoch zu bevorzugen.

Entsorgungsindikator für Baustoffe

Die Berechnung des Indikators erfolgt über das anfallende Volumen der Gebäudekonstruktion und umfasst eine Gewichtung nach Entsorgungseinstufung und Verwertungspotential der Baustoffe.

Leitfaden zum Entsorgungsindikator

 

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Veröffentlicht am 15.05.2014