klimaaktiv Bauen und Sanieren in Schulen

Bildungsbauten müssen hochwertigen Ansprüchen an Komfort, Gesundheit und - im Sinne eines umfassenden Klimaschutzes - natürlich auch an Energieeffizienz und eine zukunftsorientierte Energieversorgung gerecht werden. Der klimaaktiv Gebäudestandard des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus ist ein zukunftsorientiertes Instrument mit dem eine umfassende Qualität für Bildungseinrichtungen sicher gestellt wird – von der Planung bis in die Umsetzung.

Warum zukunftsfähige Bildungsbauten wichtig sind

Eine angenehme Lern- und Arbeitsumgebung umfasst frische Luft, gesundheitlich unbedenkliche Materialien im Innenausbau, viel Tageslicht und eine Architektur, die bestmöglich auf die Bedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen, aber auch unserer LehrerInnen eingehen. Nur wenn unsere Schulen modernen Ansprüchen genügen, können wir davon ausgehen, dass sie einen geeigneten Rahmen für lustvolles Lernen und Unterrichten bilden. Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, unsere Gebäude für die Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz zu rüsten: Spätestens bis zum Jahr 2050 ist es notwendig, dass Gebäude nahezu CO2-neutral sind. Sie müssen so wenig Energie wie möglich verbrauchen und den verbleibenden Energiebedarf mit erneuerbarer Energie bewerkstelligen.

Investitionen in den Gebäudebereich müssen deshalb gut überlegt werden. Jedes Gebäude, das heute gebaut oder saniert wird, beeinflusst die Treibhausgasbilanz noch in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Das Ziel der Dekarbonisierung bedeutet daher für den Gebäudesektor noch einiges an Anstrengung. Nur mit nachhaltigen und klimaschonenden Gebäuden schaffen wir die Klimaschutzziele. Österreich verfügt über sehr umfangreiches Know-how in den Bereichen umweltfreundliche und energieeffiziente Gebäudetechnologien und hat damit die besten Voraussetzungen, um von diesen Entwicklungen umfassend profitieren zu können. Die bereits realisierten und qualitätsgeprüften Gebäude in Österreich zeigen: Es geht!

klimaaktiv gibt der Zukunft neuen Raum

klimaaktiv, die nationale Klimaschutz-Mitmachbewegungdes Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus  beschäftigt sich seit 2005 allumfassend mit dem Thema Klimaschutz. Bauen und Sanieren, Mobilität,  Energiesparinitiativen und der verstärkte Einsatz erneuerbarer Ressourcen sind die wesentlichen Handlungsschwerpunkte.

Das Programm Bauen und Sanieren ist ein zentraler Baustein der Klimaschutzinitiative, wenn es um energieeffizienten Neubau oder eine qualitativ hochwertige Sanierung in Österreich geht. Gute Planung, hochwertige Baustoffe und energieeffizientes Bauen können den Energiebedarf eines Gebäudes signifikant senken und die Lebens- und Arbeitsqualität der NutzerInnen erhöhen.

Der im Rahmen von klimaaktiv entwickelte Gebäudestandard gibt mit seinen Qualitätskriterien eine gute Orientierung, was langfristig vernünftig ist. Er ist eine konkrete Hilfestellung für ImmobilienentwicklerInnen, PlanerInnen, BaumeisterInnen, Gemeinden, Wohnbauträger und Wohnbauförderstellen der Bundesländer – sei es im Falle eines Neubaus oder einer Sanierung.

Der klimaaktiv Gebäudestandard sorgt für Qualität und Sicherheit

klimaaktiv steht für vorsorgenden Klimaschutz; das klimaaktiv Bewertungssystem für Gebäude stellt deshalb Fragen der Energieeffizienz und der Verwendung von erneuerbarer Energie in den Mittelpunkt der Überlegungen. Weitere Bewertungsaspekte befassen sich mit sozialen Aspekten für Gesundheit und Komfort, der möglichst optimalen Umweltverträglichkeit der verwendeten Baustoffe sowie wirtschaftlichen Aspekten, der Standortqualität des Gebäudes und verpflichtend durchzuführenden Qualitätsmessungen im Bereich der Luftdichtigkeit und der Qualität der Innenraumluft. Im Bereich der Standortqualität werden auch Maßnahmen zur Infrastrukturbereitstellung für eine umweltverträgliche Mobilität beurteilt. klimaaktiv setzt auf eine sinnvolle Kopplung des Mobilitäts- und Gebäudesektors und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Klima- und Energiestrategie #mission2030 der Bundesregierung.

Eine weitere Besonderheit: Bei Gebäuden, die eine GOLD-Auszeichnung erlangen wollen, wird besonderer Wert auf die Qualität der Energiebedarfsberechnung gelegt. Dazu zählt die obligatorisch strenge Kontrolle der Energieausweiserstellung, zusätzlich ist beispielweise die Realverschattung nachzuweisen. Maßnahmen wie diese tragen einerseits dazu bei, dass der Wärmebedarf im Winter nicht zu optimistisch angenommen wird. Andererseits wird natürlich der immer bedeutsamer werdende Aufwand für die Sommertauglichkeit von Gebäuden dadurch besser berücksichtigt.

Das klimaaktiv Bewertungssystem

Mit dem klimaaktiv Gebäudestandard werden neben der Energieeffizienz die Planungs- und Ausführungsqualität, die Qualität der Baustoffe und der Konstruktion sowie zentrale Aspekte zu Komfort und Raumluftqualität von neutraler Seite beurteilt und bewertet. Insgesamt können 1.000 klimaaktiv Qualitätspunkte erreicht werden. Um überhaupt ausgezeichnet zu werden, müssen die klimaaktiv Basiskriterien erfüllt werden: Schon diese stellen beispielsweise deutlich höhere Anforderungen an die Energieeffizienz als die üblicherweise am Markt etablierten bautechnischen Vorgaben. Im Neubau muss bereits jetzt der Niedrigstenergiestandard erfüllt werden, bei Sanierung ist eine Unterschreitung von rund 40 Prozent zur Bauordnung gegeben. Ab 750 Qualitätspunkten erreicht man SILBER, nur Gebäude mit 900 Punkten und damit zumindest 90 Prozent Gesamterfüllungsgrad sind GOLD-Gebäude.

Diese Vorgaben gelten für alle Gebäudekategorien: Wohnbauten, Büros, Bildungsbauten, Sport- und Veranstaltungsstätten, Gesundheitsbauten und Krankenhäuser, Hotels und Pensionen, Supermärkte, Einzel- und Großhandel, Industrie- und Gewerbebauten und zwar unabhängig davon, ob es um Neubauten oder Bestandsentwicklungen geht. Für alle diese Gebäudekategorien gibt es Kriterienkataloge jeweils für Neubau und Sanierungen.

klimaaktiv Gebäude zeigen: Es geht!

Österreich nimmt europaweit eine Spitzenposition bei der Gebäudebewertung ein, die besonders auf Klimaschutz und Energieeffizienz abzielt. Bisher gibt es rund 620 qualitätsgesicherte Gebäude aller Nutzungstypen, die durch den klimaaktiv Gebäudestandard bewertet wurden. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es in ganz Europa kein anderes System, welches erfolgreicher anspruchsvolle Qualitätssicherungstools in der Praxis einsetzt.

Alle klimaaktiv Gebäude finden Sie in der Gebäudedatenbank https://klimaaktiv-gebaut.at/

Best Practice Schulsanierungen

Mehr als die Hälfte der Schulbauten in Österreich sind in die Jahre gekommen und müssten nach heutigen Maßstäben saniert werden. „Schulbau mit Zukunft – Entwicklung von Bildungsbauten und Klimaschutz" ist eine aktuelle Broschüre von klimaaktiv. Beispiele darin zeigen eindrucksvoll, wie durch hochwertige Sanierungen nach dem klimaaktiv Gebäudestandard der Schulbau der Zukunft aussehen kann.

Österreichweites Netzwerk und Beratung

klimaaktiv Bauen und Sanieren hat in jedem österreichischen Bundesland zumindest eine Partnerorganisation für die Erstberatung und Unterstützung von interessierten Bauherren, Architektur- und Planungsbüros. Da bei der Qualitätssicherung weitestgehend mit Standardnachweisen aus dem Planungsalltag gearbeitet wird, sind die Ziele und Maßnahmenbereiche von klimaaktiv in der Baupraxis transparent kommunizierbar und leicht zu implementieren. Die österreichweit verfügbaren Beratungseinrichtungen und BeraterInnen von klimaaktiv können mit Erstberatungen, planungsbegleitenden Energieberatungen und letztlich auch Unterstützung bei der sukzessiven Umsetzung beratend zur Seite stehen. Informieren Sie sich über das Beratungsangebot.

Kostenlos zur Verfügung gestellte Online-Deklaration

Die Gebäudebewertungsplattformen von klimaaktiv tragen dazu bei, dass Qualitätssicherung von Beginn an leicht implementierbar ist. Die Online Plattformen für Wohngebäude und Dienstleistungsgebäude sind jederzeit nach Registrierung kostenlos zu nutzen. Sie erweisen sich als mächtiges Werkzeug für die Entwicklung von Hochbauten von der Erstdefinition von Qualitätszielen, in Wettbewerben, bei der Planung, Ausschreibung und Umsetzung. Mit „Gebäude im Betrieb“ gibt es eine Bewertungsstufe, die nahtlos an die davor erfolgte Gebäudeauszeichnung anschließt und die Einhaltung der Qualitäten im Betrieb unterstützt. Selbstverständlich sind alle Anforderungen und Qualitätskriterien für alle Interessierten kostenlos einsehbar und verwendbar.

klimaaktiv in Förderungen

Der inhaltlich hohe Anspruch und der offene Zugang tragen auch dazu bei, dass die klimaaktiv Qualitätskriterien immer häufiger als Benchmark für die Inanspruchnahme von Fördermitteln verwendet werden. Egal ob Mustersanierung, Umweltförderung für energieeffiziente Betriebe im Neubau oder in der Sanierung oder in immer mehr Wohnbauförderungen der Länder: Mit klimaaktiv erhält man in der Regel höhere Förderquoten als ohne. Und selbst wenn man das Österreichische Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte im Immobilienbereich oder für Hotels erhalten will, dann müssen die klimaaktiv-Kriterien verpflichtend eingehalten werden.

Veröffentlicht am 19.07.2018

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DIin Inge Schrattenecker ÖGUT GesmbH
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