klimaaktiv Auszeichnung für besonders effiziente Biomasseheizwerke

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) zeichnete im Rahmen seines klimaaktiv Programms „Qualitätsmanagement Heizwerke“ bei der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz neun Heizwerkspezialistinnen und –spezialisten für ihre klimaschonenden Gesamtkonzepte aus, die einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die ausgezeichneten Biomasseheizwerke sind:

  • Das Biomasseheizwerk Kirchberg an der Pielach (NÖ) ist schon seit 1983 in Betrieb und gehört somit zu den Heizwerkpionieren in Österreich. Die bäuerliche Genossenschaft hat erfolgreich Effizienzmaßnahmen umgesetzt. Das Heizwerk versorgt über ein 2,5 km langes Netz 69 Wärmeabnehmer.
  • Das Biomasseheizwerk Deutsch Tschantschendorf (B) versorgt seit 1994 den Ort mit Bioenergie und zählt somit ebenfalls zu den Pionieren im Heizwerkbereich. Überzeugt hat die Anlage durch ihre effiziente Warmwasserbereitung mittels Mehrrohrwärmetauscher und durch die Abwärmenutzung eines Biogas-BHKW.
  • Mit einem effizienten Gesamtkonzept überzeugt die Bioenergie Wärmeservice GmbH. Über ein drei km langes Wärmenetz versorgt das Biomasseheizwerk seit 2013 den Ortskern von Stegersbach (B), ein Thermenresort und mehrere Industriebetriebe mit Fernwärme. Das Heizwerk punktet mit einem standardisierten Anlagekonzept, einer konsequent umgesetzten Unternehmensstrategie und mit umfangreichen technologischen Eigenentwicklungen, die zu einer hohen Effizienz beitragen.
  • Um die Luftqualität von Ligist, das in einer Kessellage liegt, zu verbessern, wurde 1986 das Biomasseheizwerk Ligist (ST) gegründet. Es gehört somit zu den Vorreitern der Heizwerke. Heute versorgt die Pionieranlage über das vier Kilometer lange Netz 140 Wärmeabnehmer. Die Geschäftsführerin der Heizgemeinschaft Biomasse Ligist sticht als motivierte Betreiberin hervor, die sich der Modernisierung und Optimierung der Anlage verschrieben hat und sich erfolgreich in einer Männerdomäne behauptet.
  • Das Biomasseheizwerk Eibiswald (ST) der Nahwärme Eibiswald eGen wird in der Kategorie „höchster solarer Deckungsgrad“ ausgezeichnet. Die Anlage ist ein Best-Practice-Beispiel für Biomasseheizwerke mit solarunterstützter Wärmeerzeugung und überzeugt durch optimale Nutzung der Solarenergie. Mit einer über 10,6 km langen Wärmeleitung versorgt das Heizwerk 140 Wärmeabnehmer in Eibiswald.
  • Das Biomasseheizwerk Zwaring (ST) überzeugt in der Kategorie „niedrigste Rücklauftemperatur“. Die Anlage der Nahwärme Zwaring Zach Ges.b.R. ist ein hervorragendes Beispiel für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung in kleineren Landgemeinden. Seit 2001 versorgt das Heizwerk ein typisches ländliches Wärmenetz und trotz schwieriger Rahmenbedingungen erreicht es niedrige Rücklauftemperaturen.
  • Das Biomasseheizwerk Strobl (S) der Holzwärme Strobl reg.Gen.m.b.H gilt als Best-Practice-Beispiel in der Kategorie „niedrigste Rücklauftemperatur“. Die effiziente Betriebsweise, die gute Auslegung der Anlage und eine Temperaturspreizung des Wärmenetzes von 40°K machen das Heizwerk zum Vorreiter. Mit einem Biomassekessel und einer Rauchgaskondensationsanlage als Energieerzeugung, versorgt das Heizwerk über ein 4,3 km langes Netz 66 Abnehmer in Strobl. Der Jahreswärmebedarf liegt bei 6.500 MWh.
  • Das Biomasseheizwerk Lermoos (T) wurde in der Kategorie „Höchster Wärmerückgewinnungsanteil“ ausgezeichnet. Überzeugt hat das Heizwerk durch den hohen Wärmerückgewinnungsanteil aus dem Rauchgaskondensator, engagierte Betreiber und ein gutes Gesamtkonzept. Die Ortswärme Lermoos GmbH versorgt seit 2009 mittels eines zehn Kilometer langen Leitungsnetzes über 160 Wärmeabnehmer.
  • Die Energiewerk Ilg GmbH überzeugt durch die innovative Optimierung des Fernwärmestandorts Dornbirn-Mitte (V) und wird in der Kategorie „erfolgreiche Optimierung“ ausgezeichnet. Mittels einer zwei Kilometer langen Leitung werden 36 Wärmeabnehmer mit einem Jahresverbrauch von 4.600 MWh versorgt. Mehrere Fernwärmenetze wurden zusammengeschlossen, wodurch der gestaffelte Einsatz der Kesselanlagen ermöglicht wurde. Somit konnten ohne Leistungsausbau zusätzliche Abnehmer angeschlossen werden.

 

Mehr als 2.000 Heizwerke versorgen österreichweit Gemeinden, deren Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe mit klimaschonender Wärme aus regionalen Brennstoffen. Effiziente Biomasseheizwerke und Nahwärmenetze tragen nicht nur zur nachhaltigen und CO2-neutralen Energieversorgung Österreichs bei, sondern schaffen auch regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

 

Ziel von klimaaktiv: Effizienzsteigerung von Heizwerken

Das Programm „Qualitätsmanagement Heizwerke“ der Klimaschutzinitiative klimaaktiv des BMLFUW trägt zur Steigerung der technischen Qualität und Effizienz von Biomasseheizwerken und Nahwärmenetzen bei. Erreicht wird dies durch eine begleitende Qualitätskontrolle bei Planung, Errichtung und Anlagenbetrieb. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Betriebsoptimierung bestehender Anlagen. Zusätzlich unterstützt das Programm Bewerberinnen und Bewerber bei Förderanträgen für Heizwerke, optimiert den Einsatz von Fördermitteln und dient als Stelle zum Wissens- und Erfahrungsaustausch von nationalen und internationalen Akteuren im Biomassebereich.

Veröffentlicht am 20.01.2017