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Berlakovich: Beim Klimaschutz globaler Kraftakt notwendig

Eindringliche Aufforderung bei der 17. UN-Klimaschutzkonferenz in Durban

"Es ist klar, dass wir handeln müssen, und wir müssen jetzt handeln. Jedes einzelne Land muss beim Klimaschutz mit an Bord sein - und wenn nicht, dann hat es das vor seinen Bürgerinnen und Bürgern daheim und vor der gesamten Welt zu verantworten", betonte Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich gestern Abend bei seiner Rede vor dem Plenum der 17. UN-Klimaschutz-Konferenz in Durban, Südafrika.***
 
Bekanntermaßen hat sich die EU gemeinsam mit einigen anderen Staaten im Rahmen des so genannten Kyoto-Protokolls verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoß deutlich zu verringern. Ende 2012 laufen diese Verpflichtungen aus, die die derzeitigen Haupt-Treibhausgasverursacher China (21% der weltweiten Emissionen) und USA (14%) noch nicht einbeziehen. Ein neues, auch diese Staaten umfassendes, weltweites Abkommen wird zwar angestrebt, ist aber noch nicht in Reichweite.
 
Fahrplan für verbindliches globales Abkommen angestrebt

"Die EU ist offen für eine zweite Verpflichtungsperiode unter Kyoto, um die Zeit bis zu einem globalen, verbindlichen Abkommen zu überbrücken. Das ist ein faires Angebot, aber die Bedingung ist ein umfassender Fahrplan für ein rechtlich verbindliches globales Instrument im Rahmen der Klimarahmen-Konvention", betonte Berlakovich. Die EU selbst stehe aktuell für rund 11% der globalen Treibhausgas-Emissionen. Um vorwärts zu kommen, sei es zu wenig, wenn die Europäische Union alleine rudere.
 
Green jobs und Grünes Wachstum als Chance

Klimaschutz sei außerdem nicht nur eine Herausforderung und Pflicht, sondern auch eine Chance. "Green jobs und Grünes Wachstum sind zwei bedeutende Möglichkeiten, die wir nützen sollten, wenn wir uns dem Kampf gegen den Klimawandel stellen", unterstrich der Umweltminister, der außerdem den kürzlich veröffentlichten Spezialbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) über Wetterextremereignisse in Erinnerung rief. "Dieser Bericht zeichnet ein Bild des Leides und der Schäden, die in Zukunft zu erwarten sind, wenn nicht entsprechende Gegenmaßnahmen zum Klimawandel ergriffen werden", so Berlakovich.
 
Österreich und Großbritannien mit Klimaschutzgesetz Vorreiter

In diesem Zusammenhang hob der Umweltminister das verpflichtende, 20%ige EU-Treibhausgas-Reduktionsziel bis zum Jahr 2020 hervor. Auf österreichischer Ebene habe das Parlament vor wenigen Wochen das Klimaschutzgesetz beschlossen. "Österreich und Großbritannien sind die einzigen zwei Mitgliedstaaten der EU, die ein solches Gesetz haben und somit als Vorreiter fungieren. Damit können die einzelnen Sektoren in die Pflicht gerufen werden, ihren Treibhausgas-Ausstoß um ein bestimmtes Maß zu senken", so Berlakovich. Für 2012 sind Reduktionsauflagen für die einzelnen Branchen bereits im Gesetz verankert, für 2013 bis 2020 werden sie derzeit im Rahmen des Klimaschutzkomitees ausgearbeitet.
 
Pressemitteilung des Lebensministeriums Öffentlichkeitsarbeit, 08.12.2011

12.12.2011