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Diplomarbeit vergleicht Gebäudezertifizierungssysteme

Gegenstand einer kürzlich abgeschlossenen Diplomarbeit an der FH Oberösterreich, Masterstudiengang "Öko-Energietechnik" ist der Vergleich der Gebäude-Zertifizierungssysteme LEED und DGNB mit den österreichischen Bewertungssystemen klima:aktiv und TQB. Lesen Sie die Kurzfassung:

 

Vergleich der Gebäudezertifizierungssysteme LEED und DGNB mit den österreichischen Bewertungssystemen klima:aktiv und TQB, Johannes Pammer MSc

Im Gebäudesektor schlummern besonders große Potenziale, um sowohl Nutzungs-und Betriebskosten als auch Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die Entwicklung in Richtung der Bewertung von nachhaltigen Gebäuden und die umfassende Betrachtung des gesamten Lebenszyklusses von Gebäuden erfreut sich seit einigen Jahren immer größer werdender Bedeutung. Ein Gebäudezertifikat soll Leistungen im Bereich des nachhaltigen Bauens entsprechend würdigen und Informationen bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten für alle Marktteilnehmer (Bauherren, Planer, Nutzer, Investoren etc.) sichtbar machen.

Die Gebäudezertifizierung wird für die Bau- und Immobilienbranche aufgrund verschiedenster am Markt befindlicher Bewertungssysteme alles andere als einheitlich und objektiv nachvollziehbar erachtet. Gegenstand dieser Diplomarbeit ist der Vergleich zweier anerkannter Gebäudezertifizierungssysteme, nämlich dem amerikanischen LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und dem deutschen DGNB (deutsches Gütesiegel nachhaltiges Bauen) mit den beiden am österreichischen Markt etablierten Bewertungssystemen, klima:akitv Gebäudestandard und TQB (Total Quality Building).
 
Nach einer Vorstellung der Bewertungsprogramme dient deren Kriterienbeschreibung als fachliche Grundlage für weitere Abhandlungen, nämlich einem vertikalen Vergleich aller Kriterien sowie einem horizontalen Vergleich zwischen den Kriterien der Bereiche Lebenszykluskostenanalyse, Ökobilanzierung und Standortbewertung.
 
Die Gegenüberstellung ergibt teilweise große Unterschiede bei den Themenschwerpunkten, im Detaillierungsgrad, bei Art und Qualität der Nachweiserbringung und schließlich in der Punktevergabe. Der klima:aktiv Gebäudestandard, das sicher „schlankeste“ der vier Systeme ist als „Einstiegsbewertungssystem“ zu bezeichnen, das Qualitäten im Bereich Bauökologie, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung über den gesetzlich geforderten Energieausweis hinaus honoriert. TQB und DGNB setzen stärker auf Planung, Nutzerzufriedenheit und Innenraumluftqualität, wobei eine DGNB Zertifizierung zwar die meisten Kosten verursacht, wohl aber das Gebäude aus einer sehr detaillierten und ganzheitlichen Betrachtung heraus bewertet. LEED als einziges internationales Zertifikat ist grundsätzlich gleich aufgebaut, verfolgt aber über den Zertifizierungsprozess hindurch eine völlig andere Vorgangsweise.
 
Wenn Sie mehr dazu wissen möchten, wenden Sie sich an s0910632018@fh-wels.at
 

23.11.2011