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Sanierung Bürogebäude Biberstraße; 1. Bezirk; Gebäudedatenbank
Foto: AUCON

Objekt des Monats: Sanierung Bürogebäude Biberstraße, Wien

Mit dem Bauprojekt in der Biberstraße ist es gelungen ein Gründerzeithaus an die Anforderungen eines modernen Bürogebäudes heranzuführen. Da die gegliederte Fassade aus dem Jahr 1901 vom Denkmalschutz als erhaltungswürdig eingestuft wurde, konzentrierten sich die Umbaumaßnahmen vorrangig auf den Innenbereich, den Dachbereich und die hofseitigen Fassaden. Es ist das erste Gebäude, das dem klima:aktiv Gebäudestandard für die Sanierung von Bürogebäuden entspricht.

Mit den baulichen Maßnahmen wurde sowohl eine Verbesserung des Nutzungskomforts als auch eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes angestrebt. Mit dem Bürogebäude Biberstraße wurde Pionierarbeit geleistet, denn es handelt sich um das erste Projekt, das nach dem neu herausgebrachten klima:aktiv Kriterienkatalog „Sanierung von Bürogebäuden“ deklariert wurde und das Gütesiegel der ÖGNB erhält.

Gemäß dem klima:aktiv Grundsatz, motorisierten Individualverkehr zu vermeiden, wurden zusätzlich zur hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Verkehr zahlreiche Fahrradabstellplätze sowohl für BesucherInnen als auch für die Büroangestellten errichtet. Bei dem Gebäudekonzept wurde Wert auf Barrierefreiheit gelegt: So wurden zwei neue Personenaufzüge eingebaut und auch der Haupteingang in der Mitte des Gebäudes wurde barrierefrei gestaltet. Um die Belastung durch Bauchemikalien bei Errichtung und im Betrieb gering zu haltenwurde das Projekt von Fachkonsulenten für Bauchemikalien-Management begleitet.

Durch die thermische Verbesserung der Gebäudehülle und die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde der Heizwärmebedarf um fast 50% auf rund 15 kWh/m3a vermindert. Aufgrund des Denkmalschutzes der Außenfassade wurde die Wärmedämmung bei den hofseitigen Fassaden, dem Dachaufbau und den Außenwänden des Dachgeschoßes aufgebracht. Entlang der Feuermauern wurde eine Innendämmung ausgeführt. Die hofseitigen Fenster wurden ausgetauscht, die Kastenfenster an der Außenfassade wurden saniert und mit Verschattungselementen versehen, um die Sommertauglichkeit des Gebäudes sicher zu stellen.

Zur Senkung des Stromverbrauchs wurden alle Büros mit einem modernen Beleuchtungskonzept ausgestattet. Für die Allgemeinbereiche ist der Bezug von Ökostrom vorgesehen. Die Beheizung des Objekts erfolgt über eine bestehende Heißwasser-Umformerstation der Fernwärme Wien. Sämtliche Büroräume sind mit einer mechanischen Be- und Entlüftung ausgestattet. Die Außenluft wird gefiltert, befeuchtet, über einen Kreuzstrom-Wärmetauscher erwärmt oder gekühlt und – wenn notwendig – zusätzlich über das Heizregister nacherwärmt oder über das Kühlregister gekühlt. Da der Warmwasserbedarf gering ist erfolgt die Warmwasserbereitung dezentral mittels elektrischen Untertischspeichern, womit hohe Verteilverluste vermieden werden. Die Energieverbräuche des Gebäudes werden mit Hilfe eines Smart-Metering-Systems laufend gemessen.
 
Mehr zum Gebäude erfahren Sie auf http://www.klimaaktiv-gebaut.at/

Die klima:aktiv Datenbank www.klimaaktiv-gebaut.at informiert über Praxisbeispiele vorbildlicher Neubauten, umfassender Sanierungen von Wohnbauten und Dienstleistungsgebäuden.

22.11.2011