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Klimaanlage
Foto: Fotolia/Red Rice ...

Klimaanlagen – Inspektion zur Identifikation von Energieeinsparpotenzialen

Die Inspektion von Klimaanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 12 kW ist laut Europäischer Gebäuderichtlinie seit Jänner 2009 vorgeschrieben und soll dabei helfen Energieeinsparungspotenziale zu identifizieren. Im Rahmen des von klima:aktiv kofinanzierten Intelligent Energy Europe Projektes HARMONAC wurde diese Regelung einem Praxistest unterzogen. Das Projekt bietet Inspektoren eine Reihe von Tools und Leitfäden. Wie Gebäudeeigentümer das Beste aus der Inspektion herausholen können, erfahren Sie hier!

Aus der Klimaanlagen-Inspektion das Beste machen
Seit Jänner 2009 schreibt die Gebäuderichtlinie regelmäßige Inspektionen von Klimaanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 12 kW verpflichtend vor, um deren Energieeffizienz zu überprüfen und zu verbessern.
Das IEE Projekt HARMONAC hat eine auf CEN-Standards basierende Inspektionsmethode entwickelt und in mehr als 400 Feldversuchen getestet, um tatsächlich erreichbare Energieeinsparungen zu verifizieren. 42 Klimaanlagen und ihre Komponenten wurden darüber hinaus mehr als ein Jahr lang kontinuierlich beobachtet und ihr Energieverbrauch im Stundentakt gemessen. Diese Messungen erbrachten bisher nicht verfügbare Detaildaten über den Energieverbrauch von Klimaanlagen im Jahresverlauf. Wie die Feldversuche zeigten, kann der Eigentümer wesentlich dazu beitragen, dass die Klimaanlagen-Inspektion tatsächlich Energieeinsparungen nach sich zieht.
 
Nutzen der Inspektion: bis zu 10% Einsparung des Gesamtstromverbrauchs eines Gebäudes
Ein wesentliches Ergebnis des Projekts war, dass sich im Zuge der Inspektion für einzelne Klimaanlagenteile Einsparmöglichkeiten von mehr als 50% identifizieren lassen, was in Summe bis zu 10% des gesamten elektrischen Energiebedarfs eines Gebäudes ausmachen kann.

Bisher scheinen Klimaanlagen-Inspektionen jedoch nur einen kleinen Prozentsatz der potenziellen Einsparungen zu identifizieren. Der Grund liegt darin, dass viele Energieeinsparmöglichkeiten nur dann gefunden werden können, wenn detaillierte Verbrauchsdaten der einzelnen Klimaanlagenteile über einen längeren Zeitraum vorhanden sind. Zu den einfachsten und kostengünstigsten Energiesparmaßnahmen zählen oft solche, die mit Betrieb und Steuerung der Klimaanlage zu tun haben. Gerade dazu bedarf es aber zunächst detaillierter Betriebsdaten, die allerdings aufgrund von fehlenden Monitoringeinrichtungen nur für wenige Anlagen verfügbar sind. Letztendlich können aber meist nur die tatsächlichen Verbrauchsdaten der inspizierten Anlage und die daraus errechneten Energieeinsparungen den Eigentümer davon überzeugen, dass es sich lohnt, Zeit und Geld in die Verbesserung der Effizienz seiner Klimaanlage zu investieren.

Inspektionskosten: Zeitaufwand
Der größte Kostenfaktor bei der Durchführung einer Inspektion ist der Zeitaufwand des Inspektors. Die Feldversuche zeigten, dass im Allgemeinen eine gewisse Relation zwischen Gebäudenutzfläche und Zeitaufwand für die Inspektion besteht – je nach Größe der Anlage ein bis drei Tage –, vorausgesetzt, dass die erforderlichen Anlagen- und Gebäudedaten bereits vorliegen. Dies ist aber speziell bei Erstinspektionen oft nicht der Fall.

Was der Eigentümer zu einer effektiven Inspektion beitragen kann
Mit einigen grundlegenden Maßnahmen kann der Eigentümer die Qualität und die Kosten der Inspektion wesentlich beeinflussen und so deren Nutzen sicherstellen:
 
- Relevante Klimaanlagen- und Gebäudedaten sollten schon vorweg gesammelt und übersichtlich erfasst werden, um dem Inspektor mühsame Dokumentensuche während der Inspektion zu ersparen.

- Ein erfahrener Haustechniker sollte den Inspektor begleitet, um Fragen zu beantworten, bei den Messungen zu unterstützen und Zugang zu sensiblen Teilen der Anlage zu gewähren. 
 
- Die Implementierung eines Energie-Monitoringsystems, das den Verbrauch auf der Ebene der einzelnen Klimaanlagenkomponenten aufzeichnet, ermöglicht es, die monetären Einsparungen besser zu quantifizieren, und damit letztlich langfristige Energieverbrauchseinsparungen zu erzielen. Es lassen sich damit auch die Inspektionskosten reduzieren, da die überarbeitete Gebäuderichtlinie es den Mitgliedstaaten erlaubt, die Frequenz oder den Umfang der Inspektion zu reduzieren, wenn derartige Systeme im Einsatz sind.
 
HARMONAC Werkzeuge und Materialien
Zur Unterstützung der Inspektoren und effizienten Durchführung der Inspektionen wurde im Rahmen des Projekts HARMONAC eine Reihe von spezifischen Werkzeugen und Materialien entwickelt. Das zentrale Werkzeug ist eine auf CEN Standards basierende Inspektionsmethode, weiters gibt es Simulationswerkzeuge zur Identifizierung und Quantifizierung der Einsparpotenziale. Die HARMONAC Datenbank bietet Inspektoren Einblick in die Berichte von den HARMONAC Feldversuchen mit verschiedenen Klimaanlagen- und Gebäudetypen.

Weitere Informationen zu HARMONAC sind auf der Webseite www.harmonac.info erhältlich.  

22.02.2011