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BILD zu OTS - <br/>http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201006&e=20100602_b&a=event<br/>V.l.n.r. Peter Seidinger (OMV), Vorstandsdirektor Helmut Miksits (Wiener Stadtwerke), Minister Niki Berlakovich (Lebensministerium), Generaldirektor Burkhard Hofer (EVN) und Herbert Stava (Energiepark Bruck/Leitha)
Foto: ARGE

Auszeichnung für Biogasnetzeinspeisung in Bruck/Leitha

Infrastrukturministerin Doris Bures zeichnet das Pilotprojekt "Biogas-Netzeinspeisung" als richtungsweisend für die Zukunft aus. Dem Energiepark ist es erstmals durch die Zusammenarbeit von BMVIT, Klima- und Energiefonds, Land Nö, Energiepionieren, Erdgasindustrie, Wissenschaft und Wirtschaft gelungen, alle technischen und wirtschaftlichen Hindernisse für Biogas-Netzeinspeisung zu beseitigen.

Für Umweltminister Niki Berlakovich ist das Projekt ein Schritt zu mehr Erneuerbarer Energie in Österreich.
Biogas wird in Bruck an der Leitha auf die hohe Qualität von Erdgas gereinigt und in das Netz der EVN eingespeist. Gleichzeitig arbeitet die Fahrzeugindustrie an attraktiven Erdgasfahrzeugen. Biogas wird damit zu einem erneuerbaren Kraftstoff aus dem Erdgasnetz und zu einem Biotreibstoff für umweltfreundliche Erdgasfahrzeuge.

"Biogas ist ein heimischer erneuerbarer Energieträger, der wesentlich höhere Energieerträge pro Hektar Ackerfläche erlaubt als andere nachwachsende Energierohstoffe. Bisher bestand das Problem des Transports von Biogas zum Kunden. Wegen seiner Zusammensetzung konnte es nicht direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Deshalb wurde in Österreich hergestelltes Biogas fast immer verstromt und als Ökostrom in das Netz eingespeist", so Berlakovich.

Schon 2005 haben sich zwölf Projektpartner zusammengeschlossen, um Biogas fit für das Erdgasnetz zu machen und Fahrzeuge zu entwickeln, die damit CO2-neutral und extrem schadstoffarm fahren. In Bruck an der Leitha wird in einer Pilotanlage mit innovativer, in Österreich entwickelter Membrantechnologie Biogas im Ausmaß von bis zu 800.000 m3/Jahr auf Erdgasqualität gereinigt.

Das aufbereitete Gas wird in das Erdgasnetz der EVN eingespeist und zum Großteil im Ortsnetz von Bruck an der Leitha verbraucht. Im Sommer allerdings ist der Verbrauch so gering, dass ein Teil des aufbereiteten Biogases über das übergeordnete Verteilnetz auch zu anderen Orten geleitet werden muss. Im Projekt wurden die Mess- und regeltechnischen Voraussetzungen geschaffen, um diesen nicht ganz einfachen Vorgang einwandfrei zu beherrschen. Außerdem wurden erstmals die Vertragsgrundlagen geschaffen, um gereinigtes Biogas rechtlich einwandfrei einspeisen zu können. Letztlich wurde die eingespeiste Menge TÜV-zertifiziert, sodass sichergestellt ist, dass Kunden 100% Biogas geliefert bekommen, wenn sie dies wünschen. Weiters kann das auf Erdgasqualität gereinigte Biogas virtuell an Tankstellen als Bio-CNG zur Betankung von Erdgasautos eingesetzt werden, und so einen wesentlichen Beitrag zur CO2 Reduktion im Verkehr leisten.

Die Ergebnisse des mehrjährigen Versuchsbetriebes zeigen, dass die Produktion und die Veredelung von Biogas auf Erdgasqualität technisch machbar und energieeffizient sind. Auch die Kosten wurden so weit reduziert, dass eine wirtschaftliche Umsetzung in greifbarer Nähe ist. Die Wirtschaftlichkeit der Einspeisung von gereinigtem Biogas hängt von einem Anstieg der Energiepreise ab.

Die Gesamtprojektkosten für das Pilotprojekt in Bruck an der Leitha belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro. Projektpartner sind Universität für Bodenkultur, Universität Wien, Technische Universität Wien, Energiepark Bruck an der Leitha, Biogas Bruck an der Leitha, Axiom, EVN, OMV Gas & Power, OMV Aktiengesellschaft, Wien Energie, AVL LIST, Grazer Energieagentur und LuPower. Finanziert wurde das Projekt neben Eigenmitteln der Projektpartner durch das Infrastrukturministerium BMVIT über sein Programm "Energiesysteme der Zukunft" und über den Klima- und Energiefonds KLIEN und die Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie durch Mittel des Landes Niederösterreich und des OMV Future Energy Fund.

Biogas kann als Kraftstoff einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-, Stickoxid- und Feinstaubemissionen leisten. Sie dienen somit der Luftreinhaltung in Österreich. Ein Anteil von 5% Biogas am Kraftstoffmarkt würde die CO2-Emissionen um 1 Mio. t/Jahr reduzieren.


Rückfragehinweis:
DI Gerhard Danzinger
Szallasweg 1,
2460 Bruck/Leitha
T: +43 (0)664 / 2603403
E:

09.12.2010