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St. Gerold klein
Foto: Lukas Schaller

Gemeindezentrum St. Gerold

St. Gerold, Vorarlberg

Eine kleine Gemeinde hatte hohe Anforderungen an Ökologie und Nachhaltigkeit, die Architekten einen sehr emotionalen Zugang zur Baukultur. Das Ergebnis ist ein konsequentes Beispiel für Architektur gewordene Nachhaltigkeit.
 
Das Gebäude markiert nicht nur einen bis dato fehlenden Ortseingang, sondern schafft durch die Situierung sogar einen ebenen Vorplatz in den ansonsten so steil abfallenden Südhängen.

Das Gemeindezentrum ist der erste vierstöckige Holzbau in Vorarlberg. Die Fassade, die Fußböden und sogar der Aufzug sind aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Die Konsequenz der eingesetzten Materialen hat zusätzlich noch einen angenehmen Nebeneffekt: „Es ist uns wichtig, dass das Gebäude gut riecht und dass man es mag“, bemerkte der Architekt, Andreas Cukrowicz.


 
Lukas Schaller
 
 
Lukas Schaller
 
 
Projekt Details:

Nutzung: Gemeindeamt, Kindergarten, Dorfladen, Mehrzweckraum
Gebäudeart: Neubau im Passivhausstandard
Fertigstellung: 2009
Energiekennzahl:
  • HWB 14 kWh/m²a (PHPP 2007)
  • PEB 47 kWh/m²a (PHPP 2007)
Energiekonzept und -system
Die Energieversorgung erfolgt über ein Kombisystem aus Erdwärme (Erdsondenanlage mit Solekreislauf über Wärmepumpe mit Wärmetauscher), Geräteabwärme und passiven Gewinnen. Das Gebäude wurde mit einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Einrichtung des Dorfladens bedingt die Installation diverser Kühlgeräte.
 
Die Abwärme sämtlicher Kühlstellen wird in das Hauptenergiesystem eingespeist. Im Bereich der Südfassade wurde eine Photovoltaikanlage vorgesehen mit der Möglichkeit, das Gebäude energietechnisch autark zu betreiben. Da die Gemeinde eine große Photovoltaikanlage auf dem benachbarten Feuerwehrhaus betreibt, wurde vorläufig auf den Einbau der Photovoltaikanlage verzichtet. Komfortlüftung mit WRG, 85 %, Blower Door Testergebnis: 0,49

Baubiologie und Nutzungskomfort
Hoher Raumkomfort und Luftqualität durch fast ausschließliche Verwendung von heimischer Weißtanne. Selbst der Liftschacht und die Liftkabine sind in Holz ausgeführt. Wartungsfreundliche Konstruktion, regionale Rohstoffe für Konstruktion und Ausbau, Dämmstoffe und Schallschutz aus nachwachsenden
Rohstoffen wie Holzfaserdämmung und Schafwolle. Vermeidung von Schadstoffeintrag durch Chemikalienmanagement und ökologische Optimierung auf Basis des OI 3-Indexes.

Bauherr: Gemeinde St. Gerold
Architektur: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz
Haustechnik: Technisches Büro Werner Cukrowicz, Lauterach 

Die Holzkiste vom Gemeindezentrum ist formal ein perfektes Architekturwerk. Mit dieser einzigartigen Arbeit setzen die Architekten ihr Lieblingsthema Holz in Architektur oder besser gesagt, Architektur in Holz fort. Das gesamte konstruktive und ästhetische Konzept ist einfach, schlicht und gleichzeitig volkommen. Alle Elemente, inklusive der Einrichtung, Beleuchtungskörper oder Fahrstuhl, sind tief in dem Konzept verwurzelt. Die Monomaterialität, die das ganze Werk prägt ist kein Selbstzweck, sondern inspirativer Rahmen für die bunte Prozesse die im Gebäude stattfinden.“
Jurykommentar

27.05.2010