Hohe Kosten für die Gebäudekühlung vermeiden
Nicht nur die Raumwärmebereitstellung sondern auch die Raumkühlung spielt in Gebäuden eine beachtliche Rolle. Hohe interne Lasten durch ineffiziente Beleuchtung und Geräte sowie übermäßige solare Gewinne durch den fehlenden Sonnenschutz bei modernen Glasfassaden treiben die Kosten für die Kühlung von Gebäuden in die Höhe. Dass dies nicht der Fall sein muss, bestätigten nun Simulationen von passiven Maßnahmen zur Reduktion des Kühlbedarfes.
Nicht nur die Raumwärmebereitstellung sondern auch die Raumkühlung spielt in Gebäuden eine beachtliche Rolle. Hohe interne Lasten durch ineffiziente Beleuchtung und Geräte sowie übermäßige solare Gewinne durch den fehlenden Sonnenschutz bei modernen Glasfassaden treiben die Kosten für die Kühlung von Gebäuden in die Höhe. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und damit die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie zu erfüllen, gibt die OIB-Richtlinie 6 einen maximal zulässigen Kühlbedarf für Nicht-Wohngebäude vor. Soll ein Gebäude die Kriterien des klima:aktiv Gebäudestandards erreichen, gelten noch strengere Vorgaben. Das EU-Projekt KeepCool II unterstützt diese Notwendigkeit und zielt darauf ab, nachhaltigen Sommerkomfort zu verbreiten. Das bedeutet, dass angenehme Innenraumtemperaturen ohne oder mit geringstem Einsatz von konventioneller Energie erreicht werden.Die folgenden 10 Schritte unterstützen Sie bei der Umsetzung von nachhaltigem Sommerkomfort:
(1) Definieren Sie die genauen Komfortkriterien mittels adaptivem Komfortmodell, wenn möglich
(2) Achten Sie auf die Ausrichtung des Grundstückes und Eigenschaften der Umgebung welche den Sommerkomfort beeinflussen könnten
(3) Kontrollieren und reduzieren Sie die Wärmegewinne an der äußeren Oberfläche der Gebäudehülle
(4) Kontrollieren Sie den Wärmefluss durch die Gebäudehülle
(5) Reduzieren Sie interne Lasten
(6) Ermöglichen Sie lokale und individuelle Anpassungen
(7) Nutzen Sie passive Maßnahmen um die überschüssige Wärme aus dem Gebäude zu entfernen
(8) Verwenden Sie aktive solar unterstützte Kühlanlagen
(9) Falls notwendig, setzen Sie hoch effiziente konventionelle Kühlanlagen ein um die restliche Wärme aus dem Gebäude zu entfernen
(10) Informieren Sie die Facility Manager und Nutzer über die richtige Nutzung, Überwachung und Wartung des Gebäudes.
Um die Einsparungen einzelner Maßnahmen abzuschätzen wurden Simulationen für zwei unterschiedliche Bürogebäude sowie eine Wohnung und ein Verkaufsgebäude durchgeführt. Folgende Maßnahmen wurden simuliert:
- Dämmung des Daches/der obersten Geschoßdecke
- Einsatz effizienter Beleuchtung
- Einsatz effizienter Geräte
- Einsatz von Sonnenblenden (manuell und abhängig von der Sonneneinstrahlung)
- Mechanische Lüftung zur Kühlung bei Tag sowie bei Tag und Nacht
- Frei Kühlung bei Tag sowie bei Tag und Nacht
- Einsatz effizienter Fenster
- Anbringen spezieller Anstriche
- Einsatz von Jalousien (manuell und abhängig von der Sonneneinstrahlung)
Das Ergebnis zeigt, dass der Kühlbedarf des Referenzbürogebäudes um ca. 60 % sinkt, wenn von der Sonneneinstrahlung abhängig gesteuerte Jalousien angebracht werden. Die folgende Grafik zeigt weitere Ergebnisse der Maßnahmensimulation.
Die genauen Rahmenbedingungen der Simulationen sind in drei Berichten genau aufgeschlüsselt. Die Berichte sowie weitere Informationen erhalten Sie bei
DI (FH) Nicole Hartl
Österreichische Energieagentur
Tel: 01/586 15 24 – 134
Mail: nicole.hartl@energyagency.at
20.04.2010


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