Größte Energieeinsparungen durch integrierte Planung
Integrierte Planung ist notwendig um das größtmögliche Energiesparpotenzial in Gebäuden zu realisieren und innovative Technologien optimal einsetzen zu können. Gemeinsame, gewerkübergreifende Zielformulierung, enge Zusammenarbeit und Kommunikation, Offenheit für andere Wege und Innovationen sowie die Qualitätssicherung und –kontrolle sind die Grundsteine der integrierten Planung.
Die Bemühungen von klima:aktiv in diese Richtung wurden drei Jahre lang durch das EU-Projekt IntEnD – Integrated Energy Design - unterstützt. Nun konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. PlanerInnen, ArchitektInnen und GebäudeeigentümernInnen wurden in zahlreichen Seminaren über den Prozess der integrierten Planung informiert und durch erfolgreiche Beispiele motiviert dem Trend energieeffizienter Gebäude zu folgen. Zwei entwickelte Leitfäden unterstützen auch Sie auf dem Weg zu ihrem energieeffizienten Gebäude.
Die intensive Kommunikation zwischen den einzelnen Gewerken sowie die gemeinsame Zieldefinition bereits in der frühen Planungsphase bieten die Gelegenheit, zu geringsten Kosten und Störungen auf die künftige Performance eines Gebäudes starken Einfluss zu nehmen. Werden Änderungen in späteren Phasen durchgeführt, bedeutet dies mehr Aufwand, Zeit und Kosten.
Der Grundsatz der integrierten Planung
Zu Beginn des Prozesses hat die Minimierung des Energiebedarfes durch unterschiedliche Maßnahmen (effiziente Gebäudeform, Ausrichtung, Fassadengestaltung, thermische Qualität der Gebäudehülle, Lüftdichtheit etc.) oberste Priorität.
Der verbleibende Bedarf sollte durch den Einsatz von Technologien, die lokale erneuerbare Energiequellen nutzen (z.B. solarthermische Systeme, Photovoltaik, Wärmepumpen, Biomasse, Wind, Abfall etc.), bereitgestellt werden.
Ist danach trotzdem noch ein bestimmter Bedarf an Hilfsenergie vorhanden, sollten die am wenigsten schädlichen fossilen Brennstoffe möglichst effizient zum Einsatz gebracht werden.
Um diesem Grundsatz zu folgen, können sich Professionisten sowie GebäudeeigentümerInnen an den neun Schritten des integrierten Planungsprozesses orientieren:
(1) Stellen Sie von Beginn an ein multi-disziplinäres Planungsteam zusammen, dessen TeilnehmerInnen über gute Kenntnisse in Energie- und Umweltfragen verfügen und die Bereitschaft zu Offenheit und enger Zusammenarbeit mitbringen.
(2) Analysieren Sie die Rahmenbedingungen des Projekts sowie die Bedürfnisse und Anforderungen des Kunden und formulieren Sie spezifische Zielvorgaben für das Projekt.
(3) Erstellen Sie ein Qualitätssicherungs- und einen Qualitätskontrollplan für die Verlaufskontrolle des Projekts.
(4) Organisieren Sie ein Starttreffen, um sicherzustellen, dass alle Teammitglieder ein gemeinsames Verständnis von der Planungsaufgabe haben.
(5) Unterstützen Sie die enge Zusammenarbeit zwischen ArchitektInnen, FachplanerInnen und relevanten ExpertInnen durch eine Reihe von Workshops während der Konzeptsphase.
(6) Aktualisieren Sie den Qualitätskontrollplan und dokumentieren Sie die Energieperformance des Gebäudes an kritischen Punkten (Meilensteinen) während der Planung.
(7) Gestalten Sie Verträge so, dass sie integriertes Planen fördern.
(8) Motivieren und bilden Sie die Bauarbeiter aus und führen Sie geeignete Qualitätstests durch.
(9) Erstellen Sie ein Benutzerhandbuch für den Betrieb und die Instandhaltung des Gebäudes und seiner Anlagen.
Viele Professionisten und Gebäudeeigentümer wurden in zahlreichen Seminaren bereits vom Nutzen der integrierten Planung überzeugt.
Interessieren auch Sie sich für diesen optimierten Planungsprozess? Der erarbeitete Leitfaden „Integrierte Planung“ bietet ausführliche Beschreibungen der einzelnen Schritte sowie weitere Tipps und ausgeführte Beispielgebäude. Daumenregeln für energieeffizientes Bauen finden Sie im Leitfaden „Some principles of low energy building design“.
Downloads:
Weitere Details zum Projekt: www.intendesign.com
Kontakt:
DI (FH) Nicole Hartl
Österreichische Energieagentur
Tel: 01/586 15 24 – 134
Mail: nicole.hartl@energyagency.at
20.04.2010


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